Sanierung der Stiftskirche Cappenberg startet später und wird deutlich teurer

hzStiftskirche Cappenberg

Der Startschuss sollte im Januar 2020 fallen. Dann Anfang Februar. Jetzt heißt es: Die Sanierung der Stiftskirche Cappenbergbeginnt Mitte März - und wird deutlich teurer als geplant.

Cappenberg

, 20.02.2020, 20:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stiftskirche Cappenberg ist fast 900 Jahre alt. Gemessen an diesem hohen Alter sind zwei Monate nur ein Wimpernschlag. Gemessen an dem eng getakteten Zeitplan für die Sanierung der Kirche handelt es sich bei acht Wochen allerdings um eine lange Zeit. So lange verschiebt sich der Beginn der umfassenden Sanierungsarbeiten an dem romanischen Gotteshaus - mindestens. Der Fertigstellungstermin steht dagegen unverrückbar im Kalender.

Im Jubiläumsjahr 2022 gibt es viel zu feiern

Anfang 2022 muss alles fertig sein. Dann beginnt das große Jubiläumsjahr „900 Jahre Stiftung Cappenberg“ und „900 Jahre Kaiser Barbarossa“. Gottfried von Cappenberg, der Letzte aus dem mächtigen Geschlecht der Grafen von Cappenberg, hatte im Jahr 1122 zusammen mit seinem Bruder Otto entschieden, auf Burg, Besitz und Einfluss zu verzichten. Ihre Güter haben sie der Kirche gespendet: die Keimzelle für das erste Prämonstratenserkloster auf deutschem Boden - dem heutigen Schloss Cappenberg mit der Stiftskirche gleich nebenan.

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Im dortigen Kirchenschatz befindet sich der sogenannte Barbarossa-Kopf: eine goldene Büste, die der im Jahr 1122 geborene Kaiser Friedrich I. Barbarossa seinem Patenonkel, Otto von Cappenberg, geschenkt hatte.

Kunstausstellung mit internationaler Dimension steht bevor

Dieses weit und breit bekannte Kunstwerk steht im Mittelpunkt einer internationalen Kunstausstellung, die das Kunstmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) auf Initiative des Rotary-Clubs Kaiser Barbarossa Selm veranstaltet: sowohl in Münster als auch in Cappenberg.

Schimmel: Diese Regalplatte bildet zugleich einen Reil des Unterbaus des kostbaren, 500 Jahre alten Chorgestühls.

Schimmel: Diese Regalplatte bildet zugleich einen Reil des Unterbaus des kostbaren, 500 Jahre alten Chorgestühls. © Sylvia vom Hofe

Die Exponate im Kunstmuseum Münster werden ab September 2022 zu sehen sein, die in Cappenberg bereits ab August 2022. Spätestens bis dahin muss die Sanierung der Stiftskirche abgeschlossen sein. Denn Gäste aus dem In- und Ausland auf einer Baustelle zu begrüßen, hatten die Organisatoren von vorne herein ausgeschlossen.

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Kosten haben sich laut Bürgermeister Löhr fast verdoppelt

An dem Zeitplan werde nicht gerüttelt, sagt Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg. Die Behörde koordiniert die Arbeiten für das Land NRW, das Eigentümerin der Kirche ist. An den Kosten ist dagegen schon gerüttelt worden.

„Wir gehen aktuell von 7,2 Millionen Euro aus“, sagt Söbbeler am Telefon. Bürgermeister Mario Löhr hatte am Abend zuvor während der Bürgerversammlung in Bork mitgeteilt, dass das fast doppelt so viel sei wie ursprünglich geplant: „Zunächst war man von 3,7 Millionen Euro ausgegangen.“ Eine Kostensteigerung, die Söbbeler nicht kommentieren wollte.

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Feuchtes Raumklima setzt der Kirche und ihren Kunstwerken zu. Die Folge: Schimmelbefall. Außerdem zeigt das Mauerwerk Risse. Und das barocke Chorgestühl ist mit Gift belastet, mit dem es Handwerker in den 1980er-Jahren behandelt hatten. Viel zu tun in den nächsten Monaten. Offensichtlich mehr als zunächst geplant.

„Als erstes wird Mitte März die Kirche ausgeräumt“, sagt Söbbeler. Danach werde das Außengerüst aufgestellt. „Und dann geht es los“ - erst einmal nur mit der Kirche. Eine Generalsanierung des benachbarten Pfarrhauses sei aber ebenfalls vorgesehen. Die Kosten dafür seien aber nicht im genannten Etat enthalten.

Gemeinde zieht um ins Bischof-Vieter-Haus

Die katholische Kirchengemeinde St. Johannes Evangelist sitzt auf gepackten Koffern - und das bereits seit dem Gottfriedfest Mitte Januar. Noch ist der aktuelle Umzugstermin Mitte März nicht bekannt in der Gemeinde, die nach wie vor ihre Gottesdienste in der Kirche feiert. „Den genauen Termin für den Beginn der Bauarbeiten und der Gottesdienste im Bischof-Vieter-Haus werden wir Ihnen rechtzeitig mitteilen“, heißt es bereits seit einigen Wochen zu Beginn der Sonntagsgottesdienste.

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