Skatepark in Selm: Nach sechs Monaten Stillstand tut sich etwas

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Monatelang hat sich nichts auf dem derzeit wegen Schäden gesperrten Skatepark am Campus Nord in Selm getan. Das ändert sich gerade.

Selm

, 19.05.2020, 21:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit November 2019 ist der Skatepark in Selm am Campus Nord gesperrt. Risse im Beton hatten die Stadt dazu veranlasst, die Anlage per Zaun für die Öffentlichkeit unzugänglich zu machen. Nun gibt es Hoffnung für diejenigen, die darauf warten, dort wieder ihre Runden zu machen.

Denn ein Roxeler Fachunternehmen ist dabei, den Beton zu sanieren. Er hatte Risse und Löcher aufgewiesen. Das war der Grund, warum die Stadt den Skatepark im November geschlossen hatte. „Seit Beginn dieser Woche laufen die Sanierungsarbeiten im Skatepark“, erklärt Stadtsprecher Malte Woesmann am Dienstag, 19. Mai, auf Anfrage. Er zeigt eine zeitliche Perspektive auf: „Bei optimalem Sanierungsfortschritt können die Arbeiten Anfang Juni abgeschlossen werden. Anschließend erfolgt nach Überprüfung der Arbeiten die Freigabe des Skateparks.“

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Die Geschichte des Skateparks beginnt im Jahr 2018 kurz vor dem Stadtfest in Selm. Damals hatte die Stadt den Skatepark eröffnet, sehr zur Freude der Zielgruppe aus Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die große Resonanz in den folgenden Wochen und Monaten zeigte deutlich, dass die Stadt am Puls der Zeit war, als sie den Skatepark plante und bauen ließ.

Erste Sperrung wegen Rissen: Dezember 2018

Doch im Dezember 2018 der Schock: Der Skatepark musste gesperrt werden. Kanten und Risse machten laut Stadt ein Befahren der Anlage unmöglich. Die Ausbesserungsarbeiten zogen sich bis in den Januar 2019. Dann konnte die Stadt den Skatepark wieder freigeben.

Die nächste Zwangspause folgte im Spätherbst. Seit November 2019 ist der Skatepark mittlerweile gesperrt. Die Stadt hatte das aus Sicherheitsgründen getan. „Grund sind einige Risse und Löcher in den Bahnen, die das Fahren im Skatepark im Moment unmöglich machen“, hatte Stadtsprecher Malte Woesmann damals mitgeteilt.

Experte: Da ist was schief gelaufen

Thorsten Lohmann von der Skateboardschule Rollhouse in Lüdinghausen war beim Selmer Skatepark in die Planung involviert. Er kennt sich auch bestens mit den Skateparks der Region aus. Er sagte im November 2019 gegenüber der Redaktion: „Ich vermute, da ist was schief gelaufen.“ Ein Betonpark sei eigentlich bis zu 20 Jahre wartungsfrei und werde gerade deswegen auch empfohlen. „Letztes Jahr dachten wir noch, der Frost hat für die Risse gesorgt“, bis November 2019 sei aber noch gar kein Frost da gewesen. Ein weiteres Indiz dafür, dass irgendwas nicht so funktioniere wie gewünscht.

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Es gebe zwei Bauweisen für Beton-Skateparks, sagte Lohmann im November 2019. Einmal – wie beim Olfener Park – die Bauweise, dass der Beton und die Rampen direkt vor Ort gegossen werden. Alles ist aus einem Guss. Oder – wie in Selm – die Baukasten-Bauweise, bei der die fertigen Rampen angeliefert und dann der Beton drumherum gegossen wird.

Kunststücke wie diese sollen nach der Sanierung des Skateparks bald wieder möglich sein.

Kunststücke wie diese sollen nach der Sanierung des Skateparks bald wieder möglich sein. © Jura Weitzel (Archiv)

Er vermute jedenfalls, dass beim Gießen des Betons etwas schief gegangen ist, der Beton nicht hart genug war. Wenn das der Fall sei, tun sich durch die stetige Belastung wie im Selmer Skatepark Risse und Kanten zwischen den Rampen und dem Boden auf.

„Ein Gutachten, das die gesamten Schäden und Mängel der Anlage dokumentieren soll, ist in der Erarbeitung“, sagte Stadtsprecher Malte Woesmann im Januar 2020. Mitte Mai kam die städtische Ankündigung, dass die Reparaturarbeiten in der dritten Maiwoche laufen sollen. Das ist nun also tatsächlich so.

Ursache für die Risse: Hohlräume

Zu besagtem Gutachten sagt Stadtsprecher Woesmann: „Das Gutachten hatte unter anderem Hohlräume im Untergrund der Betonfertigteile aufgezeigt. Diese gilt es nun zu verfüllen und die Bahnoberfläche und -fugen zu sanieren.“ Und: „Die beauftragte Firma kommt im Rahmen ihrer Gewährleistung für die Arbeiten auf. Kosten entstehen der Stadt Selm dadurch nicht.“

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