Schlangen vor Bahnschranke: Langes Warten für Autofahrer am Bahnübergang Olfener Straße

hzBahnhof Selm

Der Bahnübergang an der Olfener Straße zehrt an den Nerven vieler Autofahrer. Die Schranken sind dort viel länger unten als an anderen Übergängen. Warum? Und: Lässt sich daran etwas ändern?

Selm

, 19.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schranke am Bahnhof in Selm sorgt regelmäßig für Frust bei Autofahrern: Wenn sie zweimal in der Stunde heruntergeht, staut sich der Verkehr teilweise bis in den Kreisverkehr am Lidl hinein. Lange Wartezeiten planen Menschen, die dort regelmäßig vorbeifahren, mittlerweile oft schon ein.

Für Unverständnis sorgt dabei vor allem eines: Lange ist hinter den verschlossenen Schranken zunächst kein Zug zu sehen, es vergehen einige Minuten, bis er endlich einfährt. Die naheliegende Frage deshalb: Warum müssen die Schranken überhaupt so früh hinuntergehen?

Zug darf erst einfahren, wenn Schranke unten ist

Der Grund: Es handelt sich bei dem Bahnübergang um einen, der nicht automatisch (wie zum Beispiel in Selm Beifang), sondern von einem Menschen bedient wird. Dieser Mensch, so erklärte es bei einer früheren RN-Anfrage ein Bahnsprecher, muss die Schranken herunterlassen, damit der Zug überhaupt erst das Signal zur Einfahrt erhalten kann. Das sei aus Sicherheitsgründen so. Und vom Signal bis zur tatsächlichen Einfahrt dauere es halt.

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Und das nervt viele Selmer, wie sich zuletzt bei einer Bürgerinformationsveranstaltung im Bürgerhaus zeigte, bei der Besucher die Stadtverwaltung auf das Problem hinwiesen.

Im Ausschuss für Stadtentwicklung brachte auch CDU-Poltiker Wolfgang Völxen das Thema noch mal aufs Tapet: Ob die Verwaltung nicht prüfen könne, ob sich da eine Veränderung herbeiführen lasse?

Bahn sieht sich außerstande, eine automatische Anlage zu installieren

Baudezernent Stephan Schwager nahm das als Anregung zwar gerne mit, allerdings kennt er auch die Sicht der Deutschen Bahn auf die Dinge. Er sagte: „Fakt ist: Solange die Verkehrssituation dort so ist und so bleibt, sieht sich die Deutsche Bahn außerstande, hier eine automatische Anlage zu installieren.“

Wie tricky die Verkehrssituation am Bahnübergang ist, zeigt sich regelmäßig, wenn Schranken wieder hochgehen: Wer von der Olfener Straße auf die Römerstraße abbiegen möchte, hat es schwer, es kommt - trotz offener Schranke - wieder zu Staus und Irritationen. Und zu frustrierten Autofahrern. Auch für Fußgänger und Radfahrer wird es dann unübersichtlich.

Was ist aus den geplanten Umgestaltungen geworden?

Das Problem am Bahnübergang an der Olfener Straße ist auch für die Stadtverwaltung kein unbekanntes. Vor rund einem Jahr hatten sowohl Stadt als auch der Landesstraßenbaubetrieb Straßen NRW auf Anfrage bestätigt, dass es genau deshalb eine Umgestaltung im Bereich der Einmündungen von Lüdinghauser Straße und Römerstraße geben soll.

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Malte Woesmann als Sprecher der Stadt verwies damals auf laufende Gespräche, Peter Beiske für Straßen NRW sprach von ruhenden Planungen.

„Es ist weiter geplant, eine Umgestaltung des Bereiches inklusive der Einmündungen Lüdinghauser und Römer Straße vorzunehmen“, erklärt Malte Woesmann jetzt noch mal auf Anfrage der Redaktion.

Ungewiss, ab wann eine Überplanung möglich ist

Es gibt für die allerdings ein Problem: „Die Deutsche Bahn hat in Gesprächen signalisiert, dass sie kurzfristig ihrerseits keine Veränderung an dem Bahnübergang vornehmen wird. Die Gesamtmaßnahme hängt aber genau daran. Daher kann zurzeit keine Auskunft gegeben werden, wann eine Überplanung möglich ist“, erklärt der Stadtsprecher weiter.

Kurzfristig ändert sich also erst mal nichts an den kleinen Stadt-Staus zweimal die Stunde.

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