Eigentlich wollte er seinem Sohn zur Hilfe eilen. Dabei schlug ein 47-Jähriger mit einer Waffe auf den Kopf eines anderen und traf damit auch noch einen völlig Unbeteiligten. © Mönnig (A)
Missbrauch

Schwere Vorwürfe gegen Selmer: Gericht sprach ihn aber frei

Die Vorwürfe waren schwer: Ein Mann aus Selm sollte seinem Sohn den Kopf rasiert, ihn draußen angebunden, geschlagen und getreten haben. Im Prozess wurde er jetzt aber freigesprochen.

Auf vermeintliches Fehlverhalten seiner beiden Söhne sollte ein Selmer mit Gewalt reagiert, die Jungen regelrecht misshandelt haben. Vor Gericht beteuerte der 46-Jährige nun seine Unschuld. Ansonsten herrschte Schweigen.

Die Vorwürfe wogen schwer: Zunächst sollte sein Zorn den älteren Sohn getroffen haben. Hier wurde dem Selmer zur Last gelegt, den heute 18-Jährigen getreten und geschlagen zu haben. Einige Zeit später, so der zweite Anklagepunkt, sollte er dem jüngeren Sohn den Kopf rasiert, ihn draußen angebunden, im Dunklen alleingelassen und zuletzt mit einem Gürtel regelrecht verdroschen haben.

Söhne und Noch-Frau verweigerten die Aussage

„Also, das stimmt alles nicht“, versicherte der 46-Jährige nun in seinem Prozess vor dem Lüner Amtsgericht. Warum sich seine Söhne so etwas ausdenken würde, wisse er nicht. Aber es sei nicht wahr. Er habe nichts dergleichen getan. Seine Verteidigerin deutete in dem Kontext an, dass nach der Trennung der Eheleute familiäre Auseinandersetzungen im Hintergrund stünden.

Und: Nicht nur die Söhne machten von ihrem Recht, Aussagen zu verweigern, Gebrauch. Auch die Noch-Ehefrau, Mutter der jungen Männer, wollte sich im Zeugenstand nicht äußern. Damit konnte das Gericht keinerlei Feststellungen mehr treffen. Die Folge: Der Selmer wurde freigesprochen.

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