Diese Selbsttests sind noch nicht gebrauchsfertig. Die Frage ist, wer sie befüllt, bevor sie verwendet werden können. Die Schüler oder die Lehrer? Oder beide? © Ulrich Walter
Selbsttests

Selbsttests an Selmer Schulen haben begonnen – aber es drohen Probleme

Die Selbsttests der prüfungsrelevanten Jahrgänge haben am Montag, 12. April, an den weiterführenden Schulen in Selm reibungslos begonnen. Aber es drohen schon wieder Probleme.

Lieferengpässe am Selmer Gymnasium vor den Osterferien bei den Selbsttests für Schüler. Dann kam die Polizei und lieferte die Tests aus. Währenddessen gab es an der Selma-Lagerlöf-Sekundarschule vor Ostern keine Probleme. Und jetzt sollten an den beiden weiterführenden Selms die Selbsttestungen von Schülern der prüfungsrelevanten Jahrgänge laufen. Gab es auch diesmal irgendwo Schwierigkeiten?

An der Selma-Lagerlöf-Sekundarschule ist in dieser Woche die eine Hälfte des 124 Schüler starken zehnten Jahrgangs im Präsenzunterricht. Und somit sind das die jungen Frauen und Männer, die der angeordneten Testpflicht nachkommen müssen. Wie ist es gelaufen? Diese Frage hat die Redaktion Schulleiterin Karin Vogel gestellt. Antwort: „Wir haben ausreichend Selbsttests da“, lautet ihre Antwort. Der Schulträger – die Stadt Selm – habe die Sekundarschule gut unterstützt und dafür gesorgt, dass die Pakete mit den Selbsttests angenommen werden konnten. Die Tests haben die Schüler am Montag durchgeführt. Zusammen mit dem Hygienekonzept, das die Schule bereits aufgelegt hatte, und dem Wechselunterricht sei das eine stringente und konsequente Strategie gegen Infektionen mit dem Coronavirus.

Keine Testverweigerer

Die Tests seien unproblematisch gelaufen. Bei einem Schüler sei das Ergebnis des Selbsttests nicht ganz eindeutig gewesen. Der Schüler habe dann nicht mehr am Unterricht teilgenommen. Und werde sich beim Hausarzt einem PCR-Test unterziehen, um endgültig abzuklären, ob er sich mit Corona infiziert hat oder nicht. Das sei ja das übliche Vorgehen, das den Schulen an die Hand gegeben worden sei, sagt Karin Vogel. Testverweigerer habe es auch nicht gegeben. Der zweite Test für die Schüler, die in dieser Woche im Präsenzunterricht sind, – zwei Tests sind ja verpflichtend – soll am Mittwoch, 14. April, durchgeführt werden.

Die Tests durchführen zu lassen, sei leistbar, sagt die Schulleiterin. Auch Lehrer und sonstiges Schulpersonal müssen sich testen lassen. Aufwand und Nutzen seien in einem akzeptablen Verhältnis.

Auch am Städtischen Gymnasium Selm haben die Selbsttests der prüfungsrelevanten Jahrgänge – die Q1 und die Q2 – am Montag begonnen, wie Schulleiter Ulrich Walter auf Anfrage erklärt. 140 Schüler seien das insgesamt. Die seien aber nicht durchgängig in der Schule. Aufgrund des Kurssystems. „Wir haben die Q2 eigentlich vollständig erst in der fünften Stunde im Haus, wegen des Leistungskurses, der dann stattfindet“, erklärt Walter. Diese Schüler hätten dann zu diesem Zeitpunkt die Selbsttests durchgeführt. In der Q1 habe die Kursstruktur ergeben, „dass sich im Laufe des Vormittags in den ersten Stunden die Schüler alle getestet haben“. Der zweite Testtag sei der Donnerstag, 15. April.

Tests aus der Lieferung vor den Osterferien

Für diese erste Woche nach den Osterferien werde das Gymnasium noch die Test-Kits verwenden, die vor den Osterferien geliefert worden waren. „Wären wir wieder unter Volllast gefahren, also wären alle anderen Schülern im Wechsel- und Präsenzunterricht gewesen, wäre das zumindest bis Sonntagnachmittag fraglich gewesen, weil eine Nachlieferung mit Tests bis dato noch nicht angekommen war“, sagt Ulrich Walter. Diese Lieferung – insgesamt laut Ulrich Walter 1400 Schnelltests – sei dann am Sonntag eingetroffen.

Tests aus Nachlieferung anders ausgestattet

Nun sind aber nicht alle Schüler im teilweisen Präsenzunterricht, sondern nur die Abschlussjahrgänge. Gleichwohl sieht Ulrich Walter mit Blick auf die Zeit ab Montag, 19. April, ein Problem auf die Schule zukommen. Es hängt mit der Ausstattung der Selbsttests aus der Nachlieferung zusammen: „Im Gegensatz zu den Test-Kits, die wir vor den Osterferien bekommen haben und die wir jetzt auch noch einsetzen, sind die Röhrchen mit der befüllten Flüssigkeit nicht mehr schon verpackt dazu gegeben, so dass man sie sofort nutzen kann. Sondern wir haben jetzt Test-Kits bekommen, die so aussehen, dass in den Röhrchen, in denen sich bei den anderen Kits die Flüssigkeit befunden hat, nichts befindet. Stattdessen gibt es zwei kleine Plastikfläschen pro 20 Tests, die in einer Packung sind.“ Das bedeute, dass diese Röhrchen erst noch aus diesen Plastikfläschchen befüllt werden müssen, bevor man sie nutzen könne.

Die Fragen, die er sich stelle: „Wer befüllt die? Sollen das die Schüler oder die Aufsicht führenden Lehrer machen? Wenn sie es machen, wie sieht es mit der Hygiene aus?“ Weitere Fragen: Was ist, wenn Röhrchen umkippen? Was ist, wenn Tests nur zum Teil aus einer Packung gebraucht werden, etwa wenn es 27 Schüler im Kurs gibt, es aber immer nur 20er Packs gibt? Werden die restlichen Tests weggeworfen?

Bisher keine Antworten auf offene Fragen

Antworten darauf hat Ulrich Walter nicht. Noch nicht. Es werde am Donnerstag eine Videokonferenz aller Schulleiter des Kreises Unna mit dem zuständigen Dezernat geben. „Spätestens dann werde ich diese Fragen stellen“, kündigt der Selmer Oberstudiendirektor an.

Eine weitere noch offene Frage ist: „Wir wissen noch gar nicht, wie es ab dem 19. April weiter geht, ob dann alle Schüler zurückkommen oder ob es beim Distanzunterricht bleibt. Das werden wir wahrscheinlich erst am Freitag erfahren.“

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Redaktion Selm
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