Silvestermüll am Campus Nord: Bürger tragen die Folgen mit

hzVermüllung

Das neue Jahr hat in Selm zwar überwiegend friedlich begonnen. Aber Spuren hat die Silvesternacht einige hinterlassen. Das wird auf jeden Fall Folgen haben.

Selm

, 10.01.2020, 12:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Campus Nord nach Silvester: Zwischen Jugendzentrum Sunshine und der Umkleidekabine der SG Selm - offenbar ein neuer Ort für Zusammenkünfte - liegen noch Reste des Silvesterfeuerwerks, das dort offensichtlich abgefeuert wurde. Wobei der Begriff „Reste“ nur ansatzweise wiedergibt, was dort noch am Tag nach Neujahr zu finden war: Massen an Verpackungen und Überbleibseln von Böllern nämlich. Und jede Menge Glas. Die Spur der Vermüllung zog sich bis zum künftigen Auenpark.

Silvestermüll am Campus Nord: Bürger tragen die Folgen mit

Der Campusplatz war vermüllt, aber die Mülltonnen, die extra aufgestellt wurden, waren zum Teil leer. © Arndt Brede

Was auffiel: Die Stadt hatte zwar rote Mülltonnen aufgestellt. Aber entweder waren sie nur halb voll, leer oder gar umgeschmissen worden. Stattdessen lag der Müll daneben und drum herum verstreut und Eltern taten gut daran, auf ihre kleinen Kinder aufpassen, damit sie nicht nach etwas Buntem auf dem Boden griffen und sich an Glas schnitten. Hundebesitzer mussten deshalb ebenfalls aufmerksam sein, wo ihre Vierbeiner lang laufen.

Silvestermüll am Campus Nord: Bürger tragen die Folgen mit

Das hätte böse enden können. Glas lag auch überall herum. © Arndt Brede

Die Redaktion hatte direkt nach Neujahr die Stadt Selm um ein Statement gebeten. Aus Urlaubsgründen äußerte sich Stadtsprecher Malte Woesmann erst jetzt zu der Sache.

Ordnungsbehördliche Verordnung gilt

Der Campus – nicht nur der im Süden am Gymnasium, sondern auch im Norden – soll ja ganz bewusst ein Treffpunkt sein. Das hatte die Stadtspitze immer wieder betont. Aber diese widrigen Folgen von Zusammenkünften sind ja sicher nicht gewollt. Sieht die Stadt Bedarf, womöglich mit Verboten nachzusteuern, um Vermüllung zu verhindern? Selms Stadtsprecher Woesmann sagt auf Anfrage der Redaktion dazu: „Ein Verbot muss nicht ausgesprochen werden, da dies bereits in Paragraph 6 der ,Ordnungsbehördlichen Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung auf Verkehrsflächen und in Anlagen im Gebiet der Stadt Selm‘ so festgeschrieben ist, dass Müll nicht auf öffentlichen Flächen entsorgt werden darf.“

Was droht Müllsündern? Malte Woesmann: „Hier können bei Zuwiderhandlung Ordnungsgelder bis zu einer Höhe von 2000 Euro ausgesprochen werden.“ Der Ordnungsdienst der Stadt Selm kontrolliere auf dem Campus und anderen Plätzen im Rahmen der regelmäßigen Kontrollen. Über die Feiertage sei dieser nicht im Dienst gewesen.

Bürger zahlen für Sonderreinigung über die Müllgebühren

Kann die Stadt überhaupt mit dem Säubern nachkommen? Wenn ja, wie? „Der Campus und andere Bereiche werden täglich von Mitarbeitern der Stadtwerke kontrolliert und gesäubert“, erklärt Woesmann. „Leider werden die vielen aufgestellten Mülltonnen nicht von allen Besuchern des Campus genutzt. Dies war wohl auch zu Silvester der Fall. Diese Säuberung wurde, wie in anderen Fällen wo mehr Müll als üblich angefallen war, von den Stadtwerken übernommen.“

Silvestermüll am Campus Nord: Bürger tragen die Folgen mit

Die Müllreste waren überall auf dem Campus Nord verteilt. © Arndt Brede

Da dies eine Sonderreinigung sei, werde dies der Stadt zusätzlich in Rechnung gestellt. „Über die Müllgebühren zahlen alle Selmer dann dafür“, führt der Stadtsprecher aus. „Daher appelliert die Stadtverwaltung erneut, dass die aufgestellten Mülltonnen genutzt werden.“

Nicht nur auf dem Campus Nord, sondern auch auf dem Willy-Brandt-Platz vor dem Selmer Bürgerhaus waren Spuren des Silvesterfeuerwerks zu sehen. Wenn auch nicht in der Menge wie am Campus Nord. Laut Stadt sei der Willy-Brandt-Platz in der ersten Januarwoche zeitnah gereinigt worden.

Müllaufkommen wie im Vorjahr

Wie fällt denn eigentlich die Bilanz zum Müll in und nach der Silvesternacht im Selmer Stadtgebiet aus? War es mehr als früher? Oder weniger? Stadtsprecher Malte Woesmann teilt gegenüber der Redaktion mit: „Das Müllaufkommen war vergleichbar mit den Vorjahren.“

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