Kritik an Laubbläsern: Für die Stadt Selm ist „ein Verzicht nicht möglich“

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Laubbläser stehen in der Kritik. Das Bundesumweltministerium ruft zu einem Verzicht auf. Die Stadt Selm will aber nicht auf die Geräte verzichten - aus Kostengründen.

Selm

, 19.12.2019, 19:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Herbst sind sie häufig zu sehen: Laubbläser erfreuen sich großer Beliebtheit. Sowohl Kommunen als auch Privatpersonen nutzen sie. Doch nun gibt es Kritik an den Geräten.

Das Umweltministerium, das Bundesumweltamt und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) rufen dazu auf, am besten keine Laubbläser mehr einzusetzen und, wenn es gar nicht anders geht, den Einsatz zumindest deutlich zu verringern. Malte Woesmann, Pressesprecher der Stadt Selm, erklärt, warum das nur schwer zu realisieren ist.

Insgesamt 13 Laubbläser besitzen die Stadtwerke der Stadt Selm. Neun davon würden für die Grünpflege genutzt, die restlichen vier für die Pflege der Friedhöfe, teilt Malte Woesmann mit. Zu den üblichen Arbeiten, bei denen die Laubbläser in Selm eingesetzt werden, gehören untere anderem „die Beseitigung von Rasenschnitt, die Laubbeseitigung und die Pflege der Pflanzenbeete“.

Verzicht würde höhere Kosten für Stadt und Bürger bedeuten

Doch wäre es möglich - wie BUND, Umweltbundesamt und Umweltministerium fordern - keine Laubbläser mehr einzusetzen? „Ein Verzicht ist nicht möglich“, erklärt er. Denn das würde „ein zu hohes Arbeitsaufkommen aufgrund des gesteigerten manuellen Aufwandes bedeuten“. Dadurch würden dann auch höhere Kosten für die Grünfläche entstehen, was gleichzeitig auch mehr Kosten für alle Bürgerinnen und Bürger Selms bedeuten würde.

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Bundesumweltministerium und BUND erklären, idass es gleich mehrere Probleme gibt, die die Geräte verursachen. So machten vor allem viel Lärm, der sowohl Menschen als auch Tiere gewaltig stören könne.

Laubbläser-Einsatz nur außerhalb von Schulzeiten und in den Ferien

Beschwerden bezüglich der Lautstärke der Laubbläser habe es bei der Stadt Selm aber noch nicht gegeben, sagt Malte Woesmann. Und ohnehin nehme die Stadt in bestimmten Bereichen schon Rücksicht. So werde „bei Grünpflegearbeiten auf Schulhöfen und Kindergärten und in der Nähe solcher Gebäude auf den laufenden Schulbetrieb Rücksicht genommen“.

Dort werde dann vermehrt ohne die Laubbläser gearbeitet. „Blasgeräte werden dort außerhalb der Schulzeiten und in den Ferien eingesetzt“, erklärt er.

Der Lärm, den die Geräte verursachen, ist allerdings nicht das Einzige, was BUND und Umweltministerium an dem Einsatz von Laubbläsern kritisieren.

Vielmehr würden sie auch den Lebensraum von Insekten und Kleintieren zerstören. Zudem gebe es auch für Menschen noch eine mögliche Gefahr: Durch die Laubbläser könnten neben Bodenbakterien auch „Krankheitserreger aufgewirbelt werden“, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums.

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