So denkt man in Selm über das geplante Jagdgesetz

Meinungen klaffen auseinander

"Das reicht nicht aus", schimpft die eine Seite. "Das ist völlig überflüssig", kritisiert die andere. Die Reaktionen auf den Entwurf des vom NRW-Umweltminister vorgelegten "Ökologischen Jagdgesetzes" (ÖJG) fallen in Selm unterschiedlich aus.

SELM

, 05.12.2014, 19:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
So denkt man in Selm über das geplante Jagdgesetz

Reinhold Schulze Altcappenberg, Borker Landwirt und Jäger, stellt dagegen den Sinn des gesamten Gesetzes infrage. "Wofür brauchen wir ein Ökologisches Jagdgesetz? Jagd ist ökologisch", sagt Schulze-Altcappenberg. Es gebe keine andere, flächendeckende Nutzung natürlicher Ressourcen in Deutschland, die so nachhaltig und Naturschutz fördernd sei wie die Jagd, betont der Landwirt. Und: Neben den Jägern gebe es keine andere Gruppe, die so viel privates Geld etwa in den Aufbau von Biotopen investiere. "Und die tun so, als ob wir Jäger die Buh-Männer der Nation wären." Ein mögliches Verbot des Abschusses von Katzen hält Schulze-Altcappenberg für falsch. Katzen seien Raubtiere, die sich zum Beispiel bei Vögeln nicht an die wichtigen Mutter-Kind-Schutzzeiten hielten.

Auch von einer möglichen Wiedereinführung der Jagdsteuer hält der Landwirt nichts. Denn bei deren Abschaffung hätten sich die Jäger verpflichtet, nach Wildunfällen Tiere wegzuräumen. Dieser Verpflichtung würden Jäger bei Wiedereinführung einer Jagdsteuer nicht mehr nachkommen – und eine Kostenwelle würde auf die Kommunen zurollen. Der Entwurf sieht vor, den Kommunen die Einführung der Jagdsteuer selbst zu überlassen. Trotz der kritischen Haushaltslage sei die Steuer – zumindest für die Verwaltung des Kreises Unna – bisher allerdings kein Thema, sagt Constanze Rauert, Sprecherin des Kreises. Die geschätzten 100.000 Euro Einnahmen könnten den Haushalt nicht retten, so Rauert. Die Jagdsteuer wird im Kreis Unna seit 2013 nicht mehr erhoben. 

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