Die Liegewiese im Selmer Bürgerfreibad ist dazu da, sich entspannt dort hinzulegen. Doch meistens muss man erst den Platz von Zigarettenkippen befreien. Wie wäre es mit einem Rauchverbot?

Selm

, 22.08.2019, 18:09 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ein Selmer Bürger hat sich jetzt an die Redaktion gewandt. Er schlägt vor, in Selm das Freibad rauchfrei zu machen.

Viele Kippen auf dem Rasen

Anfang August hatte sich die Redaktion mal die Situation im Bürgerfreibad angeschaut. Ergebnis: Viele Zigarettenkippen liegen auf der Wiese. Trotz des Angebots des Freibades, die Kippen in Eimern auszudrücken. Eine Selmerin hatte darauf hingewiesen, dass Zigarettenkippen vor allem kleine Kinder gefährden: „Die stecken doch alles in den Mund.“ Sie wies zudem auf die Brandgefahr, gerade bei Trockenheit, und in dem Zusammenhang auf den alten Baumbestand im Freibad hin.

So stehen die Chancen für ein rauchfreies Bürgerfreibad

Das Freibad ist eine schöne Anlage. Wenn sie rauchfrei wäre, meinen manche, wäre sie noch schöner. © Viktoria Michelt

Wäre es einfach, ein Rauchverbot im Selmer Freibad durchzusetzen? Wir haben bei den Selmer Ratsfraktionen nachgehört, wie sie zum Thema stehen, und ob sie sich vorstellen könnten, ein Rauchverbot im Freibad auf den Weg zu bringen. Die Betreiber des Bürgerfreibades kommen auch zu Wort.

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UWG-Fraktionschefin: Würde ein Rauchverbot begrüßen

Maria Lipke, Fraktionsvorsitzende der UWG, sagt dazu: „In der Fraktion haben wir über dieses Thema noch nicht gesprochen. Deshalb meine persönliche Meinung: Ich würde ein Rauchverbot im Freibad begrüßen, denn das Selmer Freibad wird hauptsächlich von Kindern besucht. Ich finde es äußerst unangenehm, wenn ich im Rasen des Freibades auf Zigarettenkippen liegen oder treten muss, weil entsprechende Aschenbecher nicht genutzt werden. Für Kinder, besonders für Kleinkinder, sind die Kippen das Problem und das Entfernen ist kaum möglich. Wenn die Verwaltung einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet, bin ich sicher, dass sich eine Mehrheit der Ratsmitglieder findet, die dem zustimmen wird.“

Grünen-Fraktionsvorsitzende: Nicht für ein generelles Verbot

Fraktionsgeschäftsführerin Marion Küpper sagt Folgendes dazu „Grundsätzlich wäre es schön eine Raucherecke zu eröffnen. Viele schmeißen ja auch ihre Kippen weg, da muss man als Betreuungsperson schon sehr aufpassen.“ Für ein generelles Verbot seien die Grünen aber nicht, „vielleicht muss man den Leuten einfach mehr helfen, davon wegzukommen. Kinder sollten schon rauchfrei aufwachsen“.

SPD-Fraktions-Vize: Kommt auf die Fraktionstagesordnung

Bedingt durch den Urlaub des SPD-Fraktionsvorsitzenden Thomas Orlowski erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Wolfgang Jeske: „Ich werde das Thema in der nächsten Fraktionssitzung auf die Tagesordnung setzen.“

„Wir für Selm“-Chef: Ist Sache des Grundstückseigentümers

Die Fraktion Wir für Selm weist auf die Eigenständigkeit der Bürgerfreibad gGmbH hin: „Die Fraktion ,Wir für Selm‘ kann sich grundsätzlich nicht vorstellen, etwas auf den Weg zu bringen (Antrag), dass das Selmer Freibad mit einem Rauchverbot belegt wird.“ Mit Beschluss des Rates (Vorlage 2012/185) im Jahre 2012 sei das Grundstück an die Bürgerfreibad Selm gGmbH übertragen worden. „Somit ist es einzig und allein ,Sache‘ des Grundstückseigentümers, Rauchverbote für das gesamte Freibad auszusprechen, rauchfreie Zonen einzurichten etc.“, erklärt Fraktionsvorsitzender Werner Sell. „Deshalb gibt es in unserer Fraktion auch keine konkreten Überlegungen dazu.“

CDU-Fraktionschef: Weniger einschränkende Lösungen suchen

Ähnlich sieht das die CDU-Fraktion. Fraktionschef Herbert Mengelkamp antwortet auf die Anfrage der Redaktion so: „Die Bürgerfreibad Selm gemeinnützige GmbH betreibt das Freibad seit Beginn der Badesaison 2013, der Förderverein Freibad Selm hält derzeit 95 % der Geschäftsanteile. Die Bürgerfreibad Selm gGmbH ist Eigentümerin sämtlicher Anlagen, trägt alle Kosten des Badebetriebes und stellt sämtliches Personal ein. Von daher ist es zunächst Aufgabe der Bürgerfreibad Selm gGmbH, für ein konfliktfreies Miteinander der Besucher des Freibades zu sorgen.“ Vor Einführung eines generellen Rauchverbotes (mit den damit verbundenen Schwierigkeiten bei der Kontrolle und Sanktionierung) sollten laut CDU-Fraktion weniger einschränkende Lösungen gesucht werden, „um weiterhin möglichst viele Badegäste für den Besuch des Freibades zu gewinnen“.

So stehen die Chancen für ein rauchfreies Bürgerfreibad

Raucherfreundlich: Im Freibad sind besondere Aschenbecher aufgestellt. © STEPHANIE TATENHORST

Denkbar sei die Einführung von Nichtraucherzonen sowie weitere Rauchverbote in einzelnen Bereichen des Bades (Beckenränder, Umkleide- u. Sanitärbereich etc.).„Die CDU- Fraktion wird diesbezüglich im Rat der Stadt Selm nicht initiativ werden“, stellt Herbert Mengelkamp klar.

Freibad-Geschäftsführer: Nicht Gäste verprellen, die gern rauchen

Was sagt die Grundstückseigentümerin, die Bürgerfreibad gGmbH, zum Vorschlag des Lesers für ein rauchfreies Freibad? Markus Jungeilges, der Geschäftsführer, erklärt gegenüber der Redaktion: „Es handelt sich ja um eine Freifläche, und da halten wir nichts von einem Rauchverbot.“ Jungeilges verweist auf das bestehende partielle Rauchverbot am Beckenrand. „Wir wollen nicht die Gäste verprellen, die gern rauchen.“

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