Die SPD-Fraktion fordert, auswärtigen Verkehr aus dem Borker Ortskern rauszuhalten. © Arndt Brede
Verkehrskonzept gefordert

SPD schlägt zur Verkehrsentlastung des Ortskerns Bork radikale Maßnahme vor

Die SPD-Fraktion fordert ein umfassendes Verkehrskonzept für Bork. Und schlägt eine radikale Maßnahme zur Verkehrsentlastung des Ortskerns vor.

Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Selm begrüße es außerordentlich, dass mit dem Bau der Ampelanlage an der B 236-Kreuzung Gutenbergstraße mittlerweile eine Voraussetzung für eine zukünftige Verkehrsberuhigung im Ortskern Bork geschaffen wurde, sagt der stellvertretende SPD-Fraktionschef Stefan Kühnhenrich. „Dieses kann aus Sicht der SPD Fraktion allerdings nur ein erster Schritt sein. Bork braucht ein umfassendes Verkehrskonzept, insbesondere für die Entlastung des Ortskerns.“

Auswärtigen Verkehr raus halten

Die auswärtigen Verkehre müssten mit allen Mitteln, die der Verwaltung und der Politik zur Verfügung stehen, aus dem Ortskern ferngehalten werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Sozialdemokraten.

Folgende Maßnahmen könne sich die SPD vorstellen:

Aus Vinnum kommend sollten möglichst sämtliche Fahrzeuge zukünftig über das Industriegebiet und dann die B236 umgeleitet werden. Hierzu bedürfe es einer neuen Beschilderung am Kreisverkehr Bahnhofstraße/Vinnumer Straße/Kardinal-von-Galen-Straße (Haus Bollerott). Zwar gebe es bereits ein Durchfahrtsverbot für Lkw, aber es solle auch auf Pkw und Motorräder ausgeweitet werden. „Anlieger müssen selbstverständlich von dieser Maßnahme ausgeschlossen werden“, erklärt Stefan Kühnhenrich. Und: „Insbesondere für die Studenten des LAFP muss es eine eindeutige Beschilderung geben, damit sie zukünftig nicht mehr den Ortskern ohne ein Anliegen befahren.“

„Des Weiteren sollte der Ortskern zusätzlich für Auswärtige, die die Durchfahrt lediglich als Abkürzung nutzen wollen, so umgestaltet werden, dass es viel zu zeitaufwendig wird, über die Bahnhofstraße und Hauptstraße zu fahren“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. „Dabei könnte beispielsweise über eine Fahrradstraße nachgedacht werden.“ Eine Einbahnstraße hingegen betrachtet die SPD-Fraktion allerdings als nicht praktikabel, da mit dieser Maßnahme Straßen wie Auf der Schlucht oder Kolpingstraße als Abkürzungen genutzt werden könnten.

SPD: Bürger mitnehmen

Zusätzlich fordert die SPD: „Selbstverständlich bedarf es zusätzlicher Maßnahmen auf der Waltroper Straße, Lüner Straße und Kreisstraße. Es muss nun zeitnah ein umfassendes Verkehrskonzept seitens der Verwaltung erstellt werden, welches anschließend von allen Beteiligten aus Bürgerschaft, Parteien, Geschäftsleuten und Verwaltung getragen wird. Nach Erarbeitung eines Konzeptes ist daher eine Bürgerversammlung in Bork sehr wünschenswert. Die Maßnahmen sollten in jedem Falle aber noch in diesem Jahr beginnen.“

Mobilitätskonzept in Arbeit

  • Die Stadt Selm beabsichtige zudem ein kommunales Mobilitätskonzept aufzustellen, erklärt Stadtsprecher Malte Woesmann.
  • Es sei bereits eine Förderung beantragt und genehmigt worden.
  • Die Vergabe werde derzeit vorbereitet.
  • Bis Mitte 2022 sollen Ergebnisse vorliegen.
  • Das Konzept beziehe sich jedoch auf die gesamte Stadt und nicht nur den Ortsteil Bork.

Die Redaktion hat die Stadtverwaltung um eine Stellungnahme gebeten. Insbesondere interessierten uns folgende Fragen: Wie steht die Verwaltung zu den konkreten Vorschlägen der SPD (Beschilderung ab Kreisverkehr Bollerott mit Durchfahrtsverbot für PKW und Motorräder, ausgenommen Anlieger; Fahrradstraße im Ortskern)? Ist nicht ein Verkehrskonzept für Bork in Arbeit? Und ist das von der SPD vorgeschlagene Vorgehen (Konzept – Bürgerversammlung – Umsetzung von Maßnahmen noch in diesem Jahr) deckungsgleich mit dem geplanten Vorgehen der Stadt?

Stadt: Erst alle vorgesehenen Maßnahmen abwarten

Stadtsprecher Malte Woesmann erklärt dazu: „Im November 2018 wurde im Ausschuss für Stadtentwicklung bereits ein Verkehrslenkungssystem für den Ortsteil Bork vorgestellt. Dieses wird gebildet aus vier Bausteinen: 1. Fahrradstraße Waltroper Straße, 2. verkehrsberuhigter Geschäftsbereich Hauptstraße, 3. Installation Ampelanlage Gutenbergstraße, 4. Prüfung (Vor-)Wegweisertafeln anpassen. Die ersten beiden Bausteine Fahrradstraße und verkehrsberuhigter Geschäftsbereich sind inzwischen umgesetzt. Der dritte Baustein Ampelanlage Gutenbergstraße wird zurzeit realisiert. Erst danach ist es sinnvoll, die (Vor-)Wegweisertafeln anzupassen.“

Verkehrsberuhigung ist im Borker Ortskern mit der Temporeduzierung eingeleitet worden.
Verkehrsberuhigung ist im Borker Ortskern mit der Temporeduzierung eingeleitet worden. © Arndt Brede © Arndt Brede

Erst nach Abschluss aller vier Maßnahmen lasse sich kontrollieren, ob eine Reduzierung der Verkehrsbelastung eingetreten ist oder ob gegebenenfalls weitere Anpassungen erforderlich sind.

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Redaktion Selm
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