SPD verliert in Selm noch stärker als bundesweit und bleibt dennoch auf Platz zwei

Europawahl

Das war krachend: Bei der Europawahl hat die SPD in Selm mehr als 14 Prozentpunkte verloren und liegt jetzt hinter der ebenfalls geschwächten CDU. Es gibt auch zwei Gewinner.

Selm

, 26.05.2019, 20:54 Uhr / Lesedauer: 1 min
SPD verliert in Selm noch stärker als bundesweit und bleibt dennoch auf Platz zwei

Da lief die Auszählung der Stimmbezirke noch. Viele Selmerinnen und Selmer hatten sich am Sonntagabend nicht im Bürgerhaus eingefunden, um das zu verfolgen. © Sylvia vom Hofe

Es ist mucksmäuschenstill im Bürgerhaus am Willy-Brandt-Platz, als um 18 Uhr die erste Hochrechnung über den Bildschirm flackert. Die SPD liegt danach bundesweit auf Platz drei hinter den Grünen: ein historisch schlechtes Ergebnis. Auf drei ist die SPD in Selm zwar nicht zurückgefallen. Die Wähler haben sie aber dennoch stärker abgestraft als bundesweit.

„Das ist deutlich“, sagt eineinhalb Stunden später Bürgermeister Mario Löhr (SPD). Seine Partei hat verglichen mit den Europawahlen vor fünf Jahren mehr als 14 Prozentpunkte eingebüßt und kommt nur noch auf 21,8 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die CDU verlor immerhin fünf Prozentpunkte. Gab es 2014 noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen - damals lag die SPD nicht einmal zwei Prozentpunkte vor der CDU - , liegen die Christdemokraten jetzt klarer vorne. Die Wahlsieger sind dennoch andere.

Jeder vierte Cappenberger wählt grün

Die Grünen haben ihr Wahlergebnis von 2014 mehr als verdoppelt und liegen mit 19,2 Prozent nur knapp hinter der SPD. Besonders stark abgeschnitten haben die Grünen in Cappenberg. In dem traditionell konservativen Ortsteil hat dieses Mal nahezu jeder vierte die Grünen gewählt (24,42 Prozent).

Der zweite Gewinner der Wahl in Selm ist die AfD. Sie hat ihr Ergebnis von 2014 (5,4 Prozent) verdoppelt und liegt damit auf dem Bundesniveau. Besonders stark hat die rechte Partei im Ortsteil Selm abgeschnitten (13,06 Prozent).

Deutlich höhere Wahlbeteiligung

Mit 56,85 Prozent ist die Wahlbeteiligung deutlich höher ausgefallen als bei der vorangegangenen Wahl (48,9 Prozent).

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