Streifen am Himmel: Elon Musk versaut Borker Astrofotograf die Aufnahme

hzPhänomen am Nachthimmel

Viele haben die vorbeiziehenden Lichter am Nachthimmel schon gesehen. Noch sind es Hunderte, bald Zehntausende. Ein Borker Astrofotograf hat damit jetzt auch Bekanntschaft gemacht.

Selm, Olfen, Nordkirchen

, 08.05.2020, 07:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie an einer leuchtenden Perlenkette aufgezogen fliegen die Lichtpunkte über den Nachthimmel. Vielen Menschen ist dieses Himmelsphänomen bereits aufgefallen, das an klaren Abenden und Nächten auch am Himmel über Selm, Olfen und Nordkirchen zu sehen ist.

Der Borker Astrofotograf Wolfgang Zimmermann hatte am 19. April ebenfalls eine Begegnung mit den sich schnell bewegenden Lichtpunkten am Himmel. „Gruselig“ nennt er das, was in seinem Foto aussieht, wie ein Lichtraster, das jemand vertikal über seine Langzeitbelichtung gezogen hat.

„Zum Glück hat mir Elon Musk nur eine Aufnahme versaut“

In einer E-Mail an diese Redaktion klärt Zimmermann auf, was es mit den Lichtpunkten auf sich hat, die im Eiltempo über den Nachthimmel ziehen. „Bei dieser Aufnahmeserie hatte ich einen Überflug der Starlink-Satelliten“, schreibt der Astrofotograf. Dabei handelt es sich um ein Satellitennetzwerk, das seit 2018 vom amerikanischen Raumfahrtunternehmen Space X aufgebaut wird. Gründer Elon Musk ist vor allem als Eigentümer der Elektro-Auto-Marke Tesla bekannt.

„Zum Glück hat mir Elon Musk nur eine Aufnahme versaut“, schreibt Wolfgang Zimmermann.

Die Galaxie Messier 101 hat Wolfgang Zimmermann auf diesem Bild festgehalten.

Die Galaxie Messier 101 hat Wolfgang Zimmermann auf diesem Bild festgehalten. © Wolfgang Zimmermann

Die Wahrscheinlichkeit, dass ihm das in Zukunft häufiger passiert, könnte steigen. Schon jetzt sind mehrere Hundert Satelliten des Starlink-Netzwerks in Umlaufbahnen um die Erde, in einigen Jahren sollen es mehrere Zehntausend sein. Die Satelliten sollen miteinander vernetzt sein und weltweiten Internet-Zugang ermöglichen.

Internationale Astronomen äußern Bedenken wegen der Starlink-Satelliten

Nicht nur der Borker Astrofotograf hat Bedenken, wie die Beobachtung des Weltraums in Zukunft aussehen soll, wenn die Starlink-Satelliten um die Erde kreisen. Die Europäische Südsternwarte (ESO) hat im Jahr 2019 in einer Studie festgestellt, dass vor allem Langzeitbelichtungen des Nachthimmels von 1000 Sekunden - etwas mehr als 16 Minuten - von den Lichtspuren der vorbeiziehenden Starlink-Satelliten betroffen wären, zitiert das Technik- und IT-Portal heise.de aus den Ergebnissen der Experten.

Wer die Satelliten-Kette auch einmal sehen möchte, kann über die Seite www.findstarlink.com recherchieren, wann sie am gewünschten Standort voraussichtlich wieder zu sehen sind.

Gewollte Aufnahme gelingt schließlich doch noch

Wolfgang Zimmermann ist die geplante Aufnahme der Galaxie Messier 106 doch noch gelungen, wie er schreibt. Zimmermann: „Insgesamt kam eine Belichtungszeit von 164 Minuten zusammen, 9 mal 5 Minuten und 17 mal 7 Minuten. Messier 106 ist auch eine Galaxie aus dem Katalog von Charles Messier. Die Galaxie befindet sich im Sternbild Jagdhunde. Messier 106 ist etwa 23 Millionen Lichtjahre entfernt. Der Durchmesser beträgt 135.000 Lichtjahre.“

Diese Aufnahme zeigt im rechten oberen Bildteil den sogenannten Propellernebel.

Diese Aufnahme zeigt im rechten oberen Bildteil den sogenannten Propellernebel. © Wolfgang Zimmermann

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