Sturmtief in Selm: Kräftiger Wind - Sperrungen am Amtshaus

Sturmtief Sabine

Das Sturmtief Sabine bläst auch nach der windigen Nacht zu Montag, 10. Februar, weiter kräftig. In Selm sorgte der Sturm teilweise für Stromausfall und eine Sperrung am Amtshaus.

Selm, Bork, Cappenberg

, 10.02.2020, 13:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sturmtief in Selm: Kräftiger Wind - Sperrungen am Amtshaus

Weil Dachziegel herab gefallen sind, ist der Eingang des Altbaus des Borker Amtshauses gesperrt. © Arndt Brede

Jede Menge Äste liegen rum. Auf Straßen, auf Gehwegen, in Gärten und Parks, auf Rasenstücken. Sicherheit sollte also auf jeden Fall im Vordergrund stehen, wenn Menschen in Selm, Bork und Cappenberg spazieren gehen. Bisher sind aber keine sehr großen Baumteile runtergekommen.

Vom Dach des Amtshauses Bork ist aber was ganz anderes runtergefallen. Dachziegel nämlich. Sie liegen auf dem Platz vor dem Eingang zum Altbau. Dieser Platz sowie der Eingang selber sind mit Flatterband abgesperrt. „Wir haben die Maßnahme zur Sicherung durchgeführt“, sagte Stadtsprecher Malte Woesmann auf Anfrage.

Sturmtief in Selm: Kräftiger Wind - Sperrungen am Amtshaus

Vor dem Amtshaus-Altbau liegen noch herunter gefallene Dachziegel. © Arndt Brede

Hat Sturmtief Sabine in dieser speziellen Hinsicht für einen unnormalen Zustand gesorgt, läuft woanders das Leben wie gewohnt weiter. Geschäfte haben geöffnet, und auch bei der Stadtverwaltung habe es keine größeren Ausfälle etwa dadurch gegeben, dass Mitarbeiter die Fahrt zur Arbeit nicht antreten konnten, sagt Stadtsprecher Woesmann.

Müllabfuhr lief normal

Ganz normal sind auch die Stadtwerke Selm mit ihren Müllfahrzeugen rausgefahren, um den Restmüll abzufahren. Steigen die Müllfahrzeugfahrer aus, um umgewehte Tonnen wieder aufzustelllen? Antwort des Stadtsprechers: „Die Tonnen werden in der Regel vom Fahrer aufgestellt, sollten sie umgefallen sein.“

Hat es denn nach Kenntnis des Stadtsprechers irgendwo im Stadtgebiet Vorfälle gegeben, die mit dem Sturmtief im Zusammenhang stehen? „Wir haben einen Bereitschaftsdienst beim Ordnungsamt“, berichtet Malte Woesmann. „Der Bereitschaftsdienst ist nicht einmal in der Nacht und morgens angerufen worden.“

Bilanz im Kreis Unna

  • Das Sturmtief Sabine brachte im Kreis Unna hunderte von zumeist ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern auf die Beine.
  • Von Sonntag bis Montag 8 Uhr kreisweit im Einsatz waren rund 800 Helfer von Feuerwehr, Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk, teilt die Pressestelle des Kreises Unna mit.
  • Der Führungsstab der Kreiseinsatzleitung war bis weit nach Mitternacht im Einsatz. Unterm Strich wurden bis zum Nachmitttag (15 Uhr) 240 Einsätze gezählt. Schwerpunkte der Einsätze waren (Stand 8 Uhr) Unna (7), Schwerte (25), Kamen und Lünen (jeweils 24 Einsätze).

Stromausfall in Netteberge

Mit Stromausfall hatten Bürger in Netteberge zu tun. Eine Kettenreaktion sorgte bereits am späten Sonntagnachmittag für einen Stromausfall in Netteberge. Wie Katrin Frendo von Westnetz berichtet, war um 17.39 Uhr ein Baum in eine Freileitung gestürzt. Das hatte Auswirkungen auf die Station Bork-Busch. Rund 300 Haus waren schlagartig ohne Strom. „Wir haben direkt umgeleitet, um den Ausfall so kurz wie möglich zu halten“, sagte Frendo Um 18.24 Uhr seien alle Kunden wieder am Netz gewesen. Fast alle. Ein Kunde konnte nicht wieder angeschlossen werden.

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Deshalb musste Westnetz ein Notstromaggregat herbeischaffen. Eine Reparatur in der Dunkelheit wäre zu schwierig geworden. „Der Kunde hatte um 19.17 Uhr wieder Strom“, sagt Frendo. Die Pressesprecherin berichtet weiter, dass der Sturm „Westnetz getroffen hat“. Schäden habe es vor allem bei den Freileitungen gegeben.

Weil der Selmer Wochenmarkt wegen der Wetterprognosen für Dienstag abgesagt ist, bleibt auch das Marktcafé im Bürgerhaus Selm geschlossen.

Rückblick: 2015 fällte Sturm Ela 120 Einzelbäume

Sturmtief Sabine ist, was Selm betrifft, also eher zahm gewesen. Ganz im Gegensatz zu Sturm Friederike 2018 und Sturm Ela 2015. Letzterer hatte unter anderem 120 Einzelbäume gefällt und einen Gesamtsachschaden von rund 320.000 Euro verursacht.

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