Sunshine-Umbau ist noch nicht fertig, das Jugendzentrum muss aber dennoch umziehen

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Die Fertigstellung des städtischen Jugendzentrums am Campus-Platz verzögert sich. Das Sunshine-Team muss dennoch bald Umzugskisten packen. Von einem Ausweichdomizil geht es in ein anderes.

Selm

, 23.02.2019, 15:52 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Sanierungsarbeiten verzögern sich. Diesen Satz hören Christine Ambrosi, Leiterin des Jugendzentrums Sunshine, und ihre Kollegen und Kolleginnen nicht zum ersten Mal.

Im September 2018 teilte die Stadt mit, dass der Umbau im Mai 2019 abgeschlossen sein werde und nicht, wie zunächst geplant, zum Jahresende. Jetzt ist von einer erneuten Verschiebung die Rede, und die hat es in sich.

Kita soll Ende 2020 fertig sein

Die große Eröffnungsfeier des für zwei Millionen Euro rundum erneuerten Sunshine am Campus-Platz werde erst im nächsten Jahr stattfinden - also fast ein Jahr später als zunächst geplant. Das teilte Bürgermeister Mario Löhr während des Neubürgerempfangs am Mittwochabend eher beiläufig mit. Gleichzeitig sprach er davon, dass die neue Kita am Pädagogenweg möglichst schon Ende 2020 fertig sein soll. Beides hat miteinander zu tun - und hat erhebliche Auswirkungen auf die städtische Jugendarbeit.

Im August 2017 mussten Kinder, Jugendliche und Mitarbeiter das erste Mal umziehen: vom bislang schlecht gedämmten und nicht barrierefreien Altbau am Sandforter Weg in die zwei Kilometer entfernte ehemalige Pestalozzischule am Pädagogenweg. 25 Minuten Fußweg: Das ist für Kinder und Jugendliche nicht wenig. Es dauerte, bis sie den neuen Standort akzeptiert hatten. Gerade ist es so weit.

Neue Besuchergruppen für das Sunshine

„Hier sind gerade etwa 50 Kinder und Jugendliche“, sagt Christine Ambrosi am Mittwochabend am Telefon. Vor zwei, drei Monaten habe das Sunshine im Schatten des Zechenbuschs deutlich mehr Zulauf bekommen. 40 bis 60 Besucherinnen und Besucher im offenen Treff, das sei inzwischen ein guter Durchschnittswert. Nicht nur die alten Stammgäste hätten inzwischen den Weg gefunden zum neuen Standort, sondern auch ganz neue Besuchergruppen, vor allem Jüngere. „Es sind vor allem 12- bis 16-Jährige dazu gekommen“ freut sich Ambrosi. Ob die bleiben, wenn der nächste Umzug ansteht, kann heute noch niemand sagen.

„Wir wollen durchgehend Jugendarbeit anbieten“, sagt die städtische Beigeordnete Sylvia Engemann, die bei der Stadtverwaltung für den Bereich Kinder und Jugend zuständig ist. Dieses Ziel lasse sich angesichts der Bauarbeiten - der Sanierung des Sunshine auf der einen Seite und dem geplanten Neubau der Kita auf dem Gelände der Pestalozzischule auf der anderen Seite - nicht selbstverständlich erreichen. „Daher sind wir froh, dass wir jetzt eine Zwischenlösung anbieten können“ - dank der katholischen Kirchengemeinde, die ebenfalls gerade für Kinder und Jugendliche baut.


Kirchengemende bietet Gastfreundschaft

Das neue Jugendzentrum St. Josef an der Kreisstraße - nur einige Schritte vom alten Sunshine am Sandforter Weg entfernt - steht kurz vor der Fertigstellung, wie Pfarrer Claus Themann mitteilt. Ab dem 5. April werde es eine Eröffnungswoche geben. Die Jugendgruppen, die bislang im alten Jugendheim gleich nebenan untergebracht sind, würden deshalb bald umziehen. Dann stehe der Stadt das kirchliche Jugendheim zur Verfügung - bis Oktober. Danach rücken auch dort die Abbruchbagger an, um einem Neubauprojekt - was genau, ist noch offen - Platz zu machen. So lange, hofft Engemann, brauche die Gastfreundschaft gar nicht in Anspruch genommen zu werden.

Das alte Jugendheim St. Josef.

Das alte Jugendheim St. Josef. © Viktoria Michelt

Sunshine-Eröffnngsparty im Frühjahr 2020

„Wir rechnen damit, dass der Umzug ins sanierte Sunshine bereits im August erfolgen kann“, sagt sie. Vielleicht hätte auch alles geklappt mit dem ursprünglich für Anfang September geplanten dreitägigen Eröffnungsfest am Campus-Platz. „Aber garantieren kann einem das jetzt noch niemand, schließlich stehen wir am Anfang mit dem Innenausbau.“ Und angesichts des anhaltenden Baubooms seien Handwerker schwer zu bekommen. „Da sind wir lieber auf Nummer Sicher gegangen und haben die Eröffnungsfeier ins Frühjahr 2020 verschoben.“

Dass das Jugendzentrum ihren gerade lieb gewonnenen Standort am Pädagogenweg aufgeben muss, hat mit dem Kita-Neubau auf dem Gelände der Pestalozzischule zu tun. Die solle so schnell wie möglich abgerissen werden, sagt Engemann. Wahrscheinlich werde das der Investor machen, der auch die Kita bauen wird, die die Stadt dann anschießend mietet. Verträge seien darüber aber noch nicht geschlossen.

So kommentiert Redakteurin Sylvia vom Hofe die Verschiebung

Etwas hin- und hergeschoben müssen sich die jungen Besucherinnen und Besucher des Jugendzentrums Sunshine schon fühlen. Gerade haben sie sich an den Weg zum Ausweichstandort am Zechenbusch gewöhnt, da sollen sie schon wieder umziehen – wieder nur in eine neue Zwischenlösung: dem alten Jugendheim der Kirchengemeinde. Schön ist anders, zumal die Kinder und Jugendlichen im Jugendheim St. Josef deutlich weniger Platz zur Verfügung stehen wird als jetzt in der Pestalozzischule.

Ihnen wird es kaum ein Trost sein, dass für diese Verschiebung so recht niemand etwas kann. Die Baubranche boomt. Das lässt sich allein in Selm ablesen, wo so viel gebaut wird wie seit Jahren nicht. Gut nur, dass darunter gleich mehrere Gebäude für Kinder und Jugendliche sind: vom Sunshine übe das neue kirchliche Jugendzentrum bis zur künftigen Kita am Pädagogenweg und dem Campus-Platz mit Sport- und Spielangeboten. Grund zur Vorfreude, aber die Durststrecke bis zur Fertigstellung bleibt trotzdem.

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