Gabriele Redemann, Inhaberin von PeGa-Moden, ist sichtlich erleichtert, nach so langer Zeit, Kunden wieder ohne Test und Termin in ihren Landen lassen zu können. © Arndt Brede
Einzelhandel

Testpflicht im Einzelhandel fällt weg: „Ein ganz anderes Einkaufserlebnis“

Ab dem 28. Mai darf in Selmer Geschäften wieder ohne Termin und negativen Schnelltest eingekauft werden. Während sich die einen schlicht freuen, sind andere sichtlich verärgert.

Ein Stück mehr normalen Alltag gibt es ab Freitag, 28. Mai, wieder. Auch in Selmer Geschäften ist dann ein Einkaufen ohne negativen Corona-Schnelltest erlaubt. Möglich macht das eine Überarbeitung der Corona-Schutzregelungen, die am 26.5 vom Land NRW veröffentlicht wurden. Im Kreis Unna liegt die Inzidenz stabil unter 100, sodass ab sofort Clcik & Meet sowie die Testpflicht entfällt. Lediglich eine Beschränkung bleibt: Pro 20 Quadratmeter darf nur ein Kunde eingelassen werden.

Gabriele Redemann, Inhaberin von PeGa-Moden an der Kreisstraße ist überglücklich über diesen Schritt. Zu lange seien ihr wegen der Testpflicht die Kunden ausgeblieben. „Wir freuen uns wahnsinnig, dass es jetzt endlich wieder persönlich losgeht.“ Der Laden ist gut gefüllt, alles ist vorbereitet – von Desinfektionsmittel über die Luca-App, bis hin zu Formularen und Ersatzmasken. „Wir sind einfach glücklich darüber, dass der Kunde wieder entspannt durch den Laden gehen kann, ohne Druck im Nacken“, sagt Redemann. Nun ist es auch wieder erlaubt, Kleiderständer auf die Straße vor dem Laden zu stellen. Sie hofft: „Wenn der Kunde sieht: Da ist Bewegung, da ist Leben, dann wird er auch kommen.“

Geputzt und entstaubt

Auch Nicole Reuter, Mitarbeiterin des Familienunternehmens Knümann zeigt sich sichtlich erleichtert. „Wir sind natürlich total freudig“, sagt sie. „Heute wurde der Laden nochmal richtig geputzt und entstaubt, damit die Kunden wieder stöbern und sich beraten lassen können. Darauf, wieder fast normal arbeiten zu können, haben wir ein halbes Jahr gewartet.“ Jetzt kann also endlich der Außentresen, auf dem eine kleine Auswahl des Geschäfts für „alles rund ums Zuhause“, angeboten wurde, abgebaut werden.

Die Möglichkeit mit Termin und negativem Corona-Test in den Laden zu gehen, hatte kaum einer genutzt, so Reuter. „Es ist sehr ruhig gewesen“, erzählt sie. „So ist das einfach ein ganz anderes Einkaufserlebnis.“ Trotzdem seien die Reuters gut durch die Pandemie gekommen: „Die Kunden haben uns die Treue gehalten und es sind auch ein paar neue dazu gekommen, die den lokalen Einzelhandel unterstützen wollten.“

Sichtlich verärgert hingegen ist Hans-Georg Berken-Schirmeisen, Inhaber des Kaufhauses Berken. „Es wäre schön, wenn Laumann nicht immer so kurzfristig entscheiden würde“, ärgert er sich. Er habe Probleme, sein Personal zu organisieren. Schulen haben erst ab kommender Woche wieder geöffnet, Kitas im Regelbetrieb ab dem 7. Juni, sodass er seine Mitarbeiterinnen mit Kindern nicht einfach flexibel einsetzen könne. „Ich kann über die Politik nur noch den Kopf schütteln“, sagt er, „es ist unfassbar. Was die Politiker machen ist eine Enteignung des Handels. Die klauen uns doch die Umsätze.“

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In und um Stuttgart aufgewachsen, in Mittelhessen Studienjahre verbracht und schließlich im Ruhrgebiet gestrandet treibt Kristina Gerstenmaier vor allem eine ausgeprägte Neugier. Im Lokalen wird die am besten befriedigt, findet sie.
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