Trotz Corona-Verbot: Kunden versuchen Friseure zum Haarschnitt zu zwingen

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Sitzt die Frisur nicht, ist das zum Haare raufen. Bei dieser Meldung aber sträuben sich die Haare: Es gibt offenbar Kunden, die ihre Friseure dem Corona-Verbot zum Trotz zum Schnitt zwingen wollen.

Kreis Unna

, 14.04.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit über drei Wochen sind infolge des umfassenden Kontaktverbots alle Salons dicht, Haare lassen seitdem nur noch die Friseure selbst; nämlich finanzieller Natur. Solange die Frisierplätze in den Salons leer bleiben, bleiben auch die Einnahmen aus. Die Not ihrer Friseure versuchen einige Kunden nun offenbar auszunutzen. Die Friseurinnung Unna berichtet von haarsträubenden Vorfällen.

Coronavirus: Friseure dürfen nicht arbeiten

Bekanntlich gilt seit dem 23. März ein umfassender Erlass der nordrhein-westfälischen Landesregierung. Demnach sind auch Dienstleistungen untersagt, bei denen der gebotene Mindestabstand von anderthalb Metern zwischen den Kontaktpersonen nicht eingehalten werden kann. Betroffen sind also auch Friseure.

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„Die Gesundheit aller und die Vernunft müssen ohne Wenn und Aber Vorrang haben.“
Obermeister Björn Barthold

Trotzdem erhalten die inzwischen offenbar auch zuhause Anrufe von Kunden, die sie der Einschränkungen durch das Coronavirus zum Trotz zu einem Haarschnitt überreden wollen. Schlimmer noch: Einige drohen offenbar sogar, andernfalls künftig den Friseur zu wechseln.

Der Wunsch mancher Kunden, trotz der Gefahren durch das Coronavirus „mal eben vorbeikommen“ zu können, nehme „deutlich zu“, heißt es in einer Mitteilung der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe. „Die Gesundheit aller und die Vernunft müssen ohne Wenn und Aber Vorrang haben“, wird Obermeister Björn Barthold für sich und seine Innungskollegen zitiert – und sagt klipp und klar: „Nein!“ Zumal Friseure bei Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz beziehungsweise die Coronaschutzverordnung Bußgelder in Höhe von 2000 Euro riskieren würden.

Björn Barthold, selbstständiger Friseurmeister in Fröndenberg, ist Obermeister der Innung Unna. Er berichtet von haarsträubenden Vorfällen in der Corona-Krise.

Björn Barthold, selbstständiger Friseurmeister in Fröndenberg, ist Obermeister der Innung Unna. Er berichtet von haarsträubenden Vorfällen in der Corona-Krise. © privat

Die Innungsbetriebe der Friseurinnung Unna richten im Lichte solcher Drohungen den dringenden Appell an ihre Kunden, zunächst Geduld zu bewahren und ihnen auch in Zukunft die Treue zu halten. Nach der Zwangsschließung wolle man mit erweiterten Öffnungszeiten dafür sorgen, dass ausgefallene Friseurtermine möglichst zügig nachgeholt werden können.

Corona-Verbote: Merkel berät sich mit Ministerpräsidenten

Frühestens am 20. April dürfen Friseursalons wieder öffnen. An diesem Mittwoch werden Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder darüber beraten, wie es mit den Einschränkungen weiter geht. Mit Spannung wird unter anderem eine Antwort auf die Frage erwartet, ob Läden, Gastronomien und Schulen kommende Woche wieder öffnen dürfen.

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