Umbau der Burg Botzlar: Arbeiten stehen still - wegen Planänderungen

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Seit längerer Zeit tut sich äußerlich nichts in Sachen Umbau der Burg Botzlar zu einem Bürgerzentrum. Das hat einen nicht ganz unwichtigen Grund.

Selm

, 03.07.2020, 15:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Pläne klangen innovativ: Die Burg Botzlar wird zum Bürgerzentrum umgebaut und bekommt einen Anbau, in den ein Fahrstuhl und Toiletten eingebaut werden. Die Pläne hatte Architekt Reinhard Angelis vorgestellt. An der Ostseite sollte der massive Anbau angedockt werden. Tradition und Moderne in einem Gebäude sozusagen. Angelis hatte für seine Pläne während der Abschiedsfeier für die Burg im Juli 2018 geworben. Michael Reckers, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Selm, hatte damals gesagt: „Ich bin mir sicher, dass sich die Selmer darüber streiten werden, ob das schön ist oder nicht. Aber davon lebt Demokratie.“

So sah der ursprüngliche Plan aus: Die Burg Botzlar erhält an der Ostseite eine massiven Anbau für Fahrstuhl und Toiletten.

So sah der ursprüngliche Plan aus: Die Burg Botzlar erhält an der Ostseite eine massiven Anbau für Fahrstuhl und Toiletten. © Ansicht Büro Angelis

Reckers hatte offenbar prophetische Gaben. Mittlerweile haben sich Stadt und Bürgerstiftung darauf geeinigt, die Pläne noch mal ändern zu lassen. Das erklärte Bürgermeister Mario Löhr im Gespräch mit der Redaktion. Einer der Gründe: eben jener moderne Anbau an die alte Burg. „Wir möchten, dass die Burg mehr im Vordergrund steht und nicht dieser Anbau“, sagt Löhr. Das solle mittels der Planungsänderungen sichergestellt werden.

Reinhard Angelis ist mittlerweile nicht mehr der Planungspartner der Stadt und der Bürgerstiftung.

Reinhard Angelis ist mittlerweile nicht mehr der Planungspartner der Stadt und der Bürgerstiftung. © Arndt Brede (Archiv)

Doch nicht Architekt Angelis wird diese Planänderung übernehmen. „Stadt und Bürgerstiftung haben sich im Einvernehmen mit Angelis vom Planungsbüro Angelis getrennt“, berichtet Thomas Wirth, bei der Stadt verantwortlich für das Regionale-2016-Projekt „Aktive Mitte“, zu dem auch der Umbau der Burg Botzlar gehört.

Neues Planungsbüro gefunden

Wie Bürgermeister Löhr anklingen lässt, ist ein neues Planungsbüro gefunden worden. Derzeit finden intensive Gespräche zwischen Bürgerstiftung, Stadt und neuem Planungspartner statt.

Die Burg selbst ist seit Juli 2018 für die Öffentlichkeit geschlossen. Für zwei Jahre – bis Mai/Juni 2020 - sollte die Schließung laut ursprünglichem Zeitplan dauern. Wie lange es jetzt dauern wird, dazu äußern sich die Beteiligten noch nicht.

Mittlerweile sind Denkmalschützer, Archäologen und Bauforscher in der Burg gewesen, um aufzunehmen, welche Geheimnisse die Burg Botzlar noch hütet. Wenn sie mal umgebaut ist, egal, nach welchen Plänen, soll sie aber nach wie vor Bürgerzentrum werden.

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Die Bürgerstiftung Stadt Selm hatte anlässlich des Stadtfestes zum 35-jährigen Jubiläum der Stadt Selm im Jahr 2012 eine zweckgebundene Spende in Höhe von 750.000 Euro erhalten. Der Wunsch des Spenders war es, dass die Bürgerstiftung mit dem Spendengeld die Burg Botzlar erwerben sollte, damit diese allen Selmer Bürgerinnen und Bürgern zur Nutzung erhalten bleiben würde.

Die Bürgerstiftung hatte sich daher darum beworben, öffentliche Fördermittel für eine Umgestaltung der Burg zu erhalten.

Im November 2017 hatte das Land Nordrhein-Westfalen für den Ausbau, die Modernisierung und Erweiterung der Burg Fördergelder zugesagt.

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