Unterhaltsvorschuss: Ende des Antragsstaus in Selm

Nach langer Wartezeit

Alleinerziehende sollten sich ab Juli über bessere Unterstützung freuen. Kommt ein Elternteil seinen Verpflichtungen nicht nach, soll der Staat länger in Vorleistung gehen. Statt strahlender Gesichter bekam die Stadtverwaltung in Selm bislang einen Antragsstau zu Gesicht. Mehr als 100 Anträge lagen vor – konnten aber nicht bearbeitet werden. Seit Donnerstag kann es losgehen.

SELM

, 17.08.2017, 16:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Stadtverwaltung kann sich ab sofort um die mehr als 100 Anträge zum Unterhaltsvorschussgesetz kümmern.

Die Stadtverwaltung kann sich ab sofort um die mehr als 100 Anträge zum Unterhaltsvorschussgesetz kümmern.

Bereits im Juni haben Bundestag und Bundesrat einer Reform des Unterhaltsvorschussgesetzes zugestimmt. Dadurch geht der Staat länger als zuvor in Vorleistung für nicht gezahlten Unterhalt eines unterhaltspflichtigen Elternteils.

Unterschrift des Bundespräsidenten fehlte

Für viele Alleinerziehende ein Segen, weil sie nun weiter oder wieder von der Unterstützung profitieren können. Spätestens zum 31. Juli sollten Alleinerziehende in Selm ein Formular einreichen, damit sie auch rückwirkend von der Unterstützung profitieren können. Doch mehr als 100 Alleinerziehende befanden sich bislang in der Warteschleife, bestätigte Jugendamtsleiter Wolfgang Strickstrock auf Anfrage dieser Redaktion.

Am Donnerstag gab es dann endlich den Startschuss für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Die bislang fehlende Unterschrift des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier findet sich seit Montag unter dem Gesetzesentwurf, Donnerstag wurde das Gesetz dann auch im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und trat damit offiziell in Kraft.

„Jetzt können wir endlich loslegen“, so Strickstrock erleichtert, kurz nachdem er die Information erhielt. Das sei allerdings auch nötig, um die zahlreichen Anträge abzuarbeiten, die sich in der Stadtverwaltung angesammelt haben.

Den erhöhten Arbeitsaufwand hat die Verwaltung bereits kompensiert

„Bis wir die mehr als 100 Anträge abgearbeitet haben, wird es noch ein wenig dauern“, sagte der Jugendamtsleiter. Und das, obwohl die Stadt Selm im Jugendamt personell mittlerweile sehr gut aufgestellt ist. Im Mai kündigte Jutta Röttger vom Hauptamt des Finanzausschusses bereits eine neue Dreiviertelstelle an, um dem erhöhten Aufwand standzuhalten.

Genau die hat die Stadt seit dem 1. Juli besetzt, bestätigte Stadtsprecher Norbert Zolda. Die neue Mitarbeiterin sei mittlerweile gut eingearbeitet und stelle deshalb eine große Verstärkung dar, fügte Strickstrock hinzu. Wann genau die vorliegenden Anträge bearbeitet sein werden, sei trotzdem noch nicht absehbar. Sorgen um ihren Unterhaltsvorschuss müssen sich die Antragsteller allerdings nicht machen. Wer die Leistung beantragt hat, erhält die Unterstützung rückwirkend zum 1. Juli.

Aber auch diejenigen, die bislang noch keinen Antrag gestellt haben, können noch rückwirkend Unterstützung einfordern – eine Neuerung, die erst durch den Eintrag ins Bundesgesetzblatt bekannt wurde. Auch wer bis Samstag, 30. September, einen Antrag auf Unterhaltsvorschuss einreicht, kann die Ansprüche rückwirkend ab dem 1. Juli geltend machen. Anschließend kann die Unterstützung nur noch für den jeweils laufenden Monat beantragt werden.

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