Unwissenheit schützt vor Strafe nicht: Nicht jeder darf jedes Nummernschild nutzen

hzAmtsgericht

Er war weder betrunken, noch fuhr er zu schnell. Dennoch hätte ein Selmer besser darauf verzichtet, sich hinters Steuer zu setzen. Das hatte jetzt vor dem Amtsgericht ein teures Nachspiel.

von Jana Peuckert

Selm

, 26.09.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein Angeklagter, der sich im Amtsgericht Lünen wegen fahrlässigen Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz verantworten musste, wollte zunächst partout nicht einsehen, dass er am 27. November 2018 nicht mit dem Auto hätte fahren dürfen. Polizisten hatten ihn in Werne gestoppt.

Das Problem: Das Fahrzeug war seit Februar 2018 außer Betrieb. Der Semer hatte ungarische Nummernschilder angebracht.

Er habe den Wagen mit Motorschaden gekauft und herrichten lassen, sagte er. Dennoch sei das Auto nicht gefahren. Am besagten Tag sei er auf dem Weg zur Werkstatt gewesen. Die Kennzeichen habe ihm ein Freund gegeben: ein Autohändler in Ungarn. Der hatte ihm gesagt, er könne so fahren. Ein fataler Irrtum.

Uneinsichtiger Fahrer stand unter laufender Bewährung

Der Freund als Inhaber einer Firma hätte tatsächlich mit den Nummernschildern fahren dürfen. Der Angeklagte allerdings nicht. Einsicht? Fehlanzeige. Er sei doch lediglich auf dem Weg zur Reparatur gewesen. Das hätte er doch wohl gedurft. Eben nicht,. Der Angeklagte hätte sich informieren müssen, so die Richterin.

Erst recht, in Anbetracht seines Vorstrafenregisters: Betrug, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz und Beleidigung. Außerdem stand er unter Bewährung. Am Ende sah er den Fehler doch noch ein. Urteil: 1500 Euro Geldstrafe.

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