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Vater von Hamza K. wird wohl noch einmal als Zeuge geladen

hzWaffelino-Prozess

Im Waffelino-Prozess deutet sich eine weitere Verzögerung an. Wahrscheinlich wird der Vater von Hamza K. noch einmal als Zeuge geladen. Beim ersten Mal hatte er die Aussage verweigert.

Selm

, 20.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Verteidiger Ralf Bleicher teilte den Richtern des Dortmunder Schwurgerichts am Montag mit, dass der Vater des Angeklagten seine Meinung inzwischen zumindest teilweise geändert habe. Den Richter selbst wolle der Mann zwar immer noch nicht Rede und Antwort stehen. Er sei jedoch damit einverstanden, dass seine Aussage, die er kurz nach dem Brand bei der Polizei gemacht hatte, in dem Prozess gegen seinen Sohn verwertet werden dürfe.

Frühere Aussage darf verwertet werden

Für die Richter ist das allerdings nicht ganz so einfach, wie man es sich als juristischer Laie vorstellen könnte. Denn natürlich gibt es für einen solchen Fall klare Vorschriften, nach denen vorgegangen werden muss. Punkt eins: Der Vater von Hamza K. muss noch einmal als Zeuge geladen werden und dann zu Protokoll erklären, was er zuvor offenbar bereits dem Verteidiger seines Sohnes mitgeteilt hat.

Punkt zwei: Die Vernehmungsbeamten, die den Vater seinerzeit bei der Polizei befragt haben, müssen ebenfalls als Zeugen kommen und versuchen, sich an die damalige Vernehmungssituation und die Inhalte zu erinnern.

Theoretisch bestünde natürlich auch die Möglichkeit, das damalige Vernehmungsprotokoll einfach zu verlesen. Dem schob Staatsanwalt Christoph Köster am Montag jedoch einen Riegel vor: „Da mache ich nicht mit“, sagte er.

Wie es heißt, soll der Vater seinem Sohn in der polizeilichen Befragung für die Tatzeit ein Alibi gegeben haben. Warum er diese Aussage nicht freiwillig als Zeuge im Prozess wiederholt hat, ist bisher sein Geheimnis.

Neuer Termin für Urteil?

Tatsache ist, dass die Richter eigentlich vorhatten, den Prozess bald mit dem Urteil abzuschließen. Ob die weiteren Zeugenvernehmungen den Zeitplan jetzt durchkreuzen, steht noch nicht fest. Möglich ist, dass für die Urteilsverkündung noch einmal ein neuer Termin gesucht werden muss.

Hamza K. bestreitet, den Brand in seinem Café an der Kreisstraße selbst gelegt zu haben, um eine hohe Versicherungssumme zu kassieren. Als mögliche Täter hat er Mitglieder einer libanesischen Großfamilie ins Gespräch gebracht, mit denen er schon vor dem Feuer aneinandergeraten war.

Staatsanwalt von Schuld überzeugt

Der Umstand, dass sich der Angeklagte nach dem Feuer monatelang ins Ausland abgesetzt hat, lässt die Staatsanwaltschaft jedoch an seine Schuld glauben. Auch die Tatsache, dass Hamza K. nachweislich die Unwahrheit gesagt hat, als er wieder in Deutschland war, spricht nach Ansicht des Anklagevertreters gegen ihn.

Die Anklage lautet auf 19-fachen versuchten Mord und besonders schwere Brandstiftung. Im Fall einer Verurteilung drohen dem Selmer viele Jahre im Gefängnis.

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