Virtueller Umzug durch Bork: Martinsgesellschaft macht es möglich

St. Martin

Einen Martinsumzug mal anders gibt es dieses Jahr in Bork: Weil der traditionelle Laternenzug nicht stattfinden kann, hat die Martinsgesellschaft ein Video aufgenommen.

Bork

, 07.11.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Kernteam der Borker Martinsgesellschaft hat einen virtuellen Martinsumzug auf die Beine gestellt.

Das Kernteam der Borker Martinsgesellschaft hat einen virtuellen Martinsumzug auf die Beine gestellt. © Marie Rademacher

Ein Jahr ohne Martinsumzug: In Bork hat es das seit 1924 - so lange gibt es die Tradition schon - bisher nur im Krieg gegeben. Bis jetzt: Großveranstaltungen - und der Umzug durch Bork mit mehreren Hundert Teilnehmern jedes Jahr ist so eine - sind in dem Jahr der Corona-Pandemie nicht möglich. Zumindest nicht in gewohnter Manier. Einfach ausfallen lassen wollten die Borker ihren Umzug allerdings auch nicht, wie Jochen Beese von der Martinsgesellschaft erzählt. Deshalb gibt es 2020 jetzt einen Umzug mal anders. Die Borker haben einen virtuellen Laternenzug durchs Dorf produziert.

So sieht der St. Martin in dem Trick-Video der Martinsgesellschaft aus.

So sieht der St. Martin in dem Trick-Video der Martinsgesellschaft aus. © Matthias Lange

Die Kinder, die dabei mit dem Borker St. Martin (alias mit Heinz-Willi Quante) ins Gespräch kommen, sind deshalb auch keine aus Fleisch und Blut. Sondern welche, die Matthias Lange von der Martinsgesellschaft in Bork gezeichnet hat: Ein Mädchen mit lila Jacke und Stern-Laterne und ein Junge mit blauer Mütze und Brille fragen St. Martin in einem Trickvideo Fragen rund um den Umzug. „Warum ist Martin so bekannt geworden?“, will das Mädchen - gesprochen von Charlotte Schaeper - wissen. „Ist das die Geschichte mit dem armen Bettler?“, fragt der Junge, den der fünfjährige Maximilian Kostrzewa spricht.

Martinsgesellschaft hat Film als Alternative produziert

Komplett selbst produziert hat die Martinsgesellschaft das Video. Federführend war dabei Matthias Lange. Er hat die Figuren gezeichnet, Fotos im Dorf aufgenommen, den Film zusammengeschnitten. Für das Drehbuch hat sein Vater Michael Lange gesorgt, die Musik - denn natürlich kommen die klassischen Martinslieder in dem Film vor - hat Simon Schäper-Brandt beigesteuert

In der Bäckerei Langhammer ist das Martinskostüm ausgestellt. Außerdem läuft der Film auf einem Bildschirm.

In der Bäckerei Langhammer ist das Martinskostüm ausgestellt. Außerdem läuft der Film auf einem Bildschirm. © Matthias Lange

Das Video können alle, die in diesem Jahr nicht auf St. Martin verzichten wollen, über die Homepage www.sankt-martin-bork.de anschauen. Einen Stick mit dem neun Minuten langen Film haben auch die Kindergärten und die Schule in Bork bekommen. „Wir wollten etwas machen, das nicht nur für den Moment gut ist. Sondern etwas, das länger genutzt werden kann“, sagt Matthias Lange. Das ist der Martinsgesellschaft gelungen: Der Film ist nicht nur unterhaltsam, er erklärt auch die Martinsgeschichte für Kinder.

Er ist nicht das einzige Zeichen dafür, dass an diesem Wochenende eigentlich der Martinsumzug in Bork gewesen wäre: Es gibt eine Martinsmeile im Ortskern. Bei Proske stehen Pappaufsteller von den Figuren aus dem Film, bei Klöpper sind die antiken Laternen des MGV Union Bork im Schaufenster ausgestellt, im ehemaligen Schlecker die des Schützenvereins, beim ehemaligen Friseur an der Ecke des Kirchrings die große Laterne der Borker Messdiener. Im Schaufenster der Bäckerei Langhammer steht außerdem das Borker Martinskostüm und ein Bildschirm, auf dem der Film gezeigt wird.

Die Figuren aus dem Film der Borker Martinsgesellschaft sind im Schaufenster Physiotherapie-Praxis Proske ausgestellt.

Die Figuren aus dem Film der Borker Martinsgesellschaft sind im Schaufenster Physiotherapie-Praxis Proske ausgestellt. © Matthias Lange

Im besten Fall, so sagt es Jochen Beese, schauen sich die Borker am Sonntagabend, wenn der Umzug eigentlich stattgefunden hätte, das Video an. Vielleicht singen sie sogar mit und hängen eine Laterne ins Fenster. Apropos

Laterne: „Ich habe da noch eine ganz wichtige Frage: Warum tragen wir Laternen beim Martinsumzug?“, fragt Maximilian Kostrzewa. St. Martin erklärt: „Martin hat dem Bettler einen Teil seines Mantels geschenkt, damit er sich wärmen konnte. So hat er das dunkle, traurige Leben des Bettlers für einen Moment heller und froher gemacht. Alle Menschen, die Gutes tun, machen das Leben der Menschen, denen sie helfen, ein bisschen heller. Daran denken wir, wenn wir unsere Laternen tragen.“ Das ist vielleicht gerade in diesem Jahr sogar wichtiger denn je...

Auch die Laterne der Messdiener kommt natürlich in dem Film vor.

Auch die Laterne der Messdiener kommt natürlich in dem Film vor. © Matthias Lange

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