Waffelino-Prozess: Hamza K. versuchte, sich vor der Polizei zu verstecken

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Im Waffelino-Prozess dreht sich immer noch alles um einen angeblichen Handy-Raub. Hamza K. soll die Tat auf dem Edeka-Parkplatz verübt haben. Der Polizei konnte er jedoch nicht entkommen.

Selm

, 21.08.2020, 21:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vier Tage vor dem Brand des Cafés Waffelino an der Kreisstraße soll sich im August 2017 auf dem Selmer Edeka-Parkplatz eine weitere Straftat ereignet haben. Laut Staatsanwaltschaft sorgte der Angeklagte Hamza K. damals mit Gewaltdrohungen dafür, dass ein Smartphone unberechtigterweise seinen Besitzer wechselte.

Am Freitag vernahm das Dortmunder Landgericht zu diesem Anklagepunkt weitere Zeugen - darunter zwei Polizeibeamte, die noch am selben Abend über den angeblichen Handy-Raub informiert worden waren. Nach einer erfolglosen Durchsuchung einer ersten Wohnung tauchten die Beamten schließlich vor der Bleibe von Hamza K. auf und klingelten.

Lebensgefährtin mauerte

Geöffnet wurde ihnen von der Lebensgefährtin des Gesuchten. „Ich glaube, da sprang auch noch ein Kind herum“, sagte einer der Zeugen am Freitag. Auf die Frage, ob auch Hamza K. anwesend sei, habe die Frau geantwortet: „Nein, der ist nicht hier.“

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Der Polizist ahnte jedoch sofort, dass dies nicht die Wahrheit war. „Ich hatte sofort ein anderes Bauchgefühl“, erinnerte er sich vor Gericht. Er sei deshalb trotzdem durch die einzelnen Räume der Wohnung gelaufen, um nach Auffälligkeiten Ausschau zu halten. Und tatsächlich: Hinter der Revisionsklappe eines Drempels gab es plötzlich verdächtige Geräusche. Die Polizisten öffneten die Klappe - und ein bedröppelter Hamza K. krabbelte ins Freie.

„Er war sehr kooperativ“

Sorge, dass sich der Verdächtige daraufhin renitent zeigen würde, mussten sich die Beamten aber nicht machen. Beide Zeugen betonten am Freitag, dass sich der Selmer von diesem Moment an sehr kooperativ verhalten habe. Auf die Frage, ob er etwas über den Verbleib des verschwundenen Smartphones sagen könne, habe er sie zum Kleiderschrank im Schlafzimmer geführt. „Dort war das Gerät versteckt“, sagte ein Zeuge.

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Beide Polizisten kannten Hamza K. zu diesem Zeitpunkt schon länger. Dieser sei immer mal wieder in Straftaten verwickelt gewesen, hieß es am Freitag. Vor allem ein Umstand sei auffällig gewesen. „An gleich mehreren früheren Wohnungen von ihm war es zu Brandstiftungen gekommen“, so die Beamten. „Das war für uns schon sehr auffällig.“

Einlassung weiterhin unklar

Ob sich Hamza K. Anfang September zu den Vorwürfen äußern wird, ist indes immer noch nicht klar. „Das kann sein, aber entschieden ist noch nichts“, sagte Verteidiger Ralf Bleicher am Freitag. Zusammen mit dem zweiten Anwalt Michael Bonn regte er aber an, aus dem Untersuchungsgefängnis Informationen über das Verhalten des Angeklagten in Haft einzuholen. „Irgendwann steht ja mal die Freilassung an“, hieß es.

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