Walter-Gerhard-Haus in Bork wird abgerissen - vorher gibt es aber noch eine Feuerwehrübung

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Die Tage für das evangelische Gemeindezentrum, das Walter-Gerhard-Haus in Bork, sind gezählt. Zuvor nutzt die Feuerwehr das Gebäude noch für eine Übung - das Haus bietet ideale Bedingungen.

Bork

, 29.12.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eingeschlagene Fenster und Rauch, der empor steigt. Wer das am Samstag, 4. Januar im ehemaligen Paul-Gerhardt-Haus der evangelischen Gemeinde in Bork sieht, der braucht nicht zum Telefon greifen, um die Feuerwehr zu rufen. Die ist an diesem Tag nämlich schon vor Ort - um zu üben.

Viele kleine Feuerwehrübungen, statt eine große

„Wir werden viele kleine Übungen machen, statt einer großen“, sagt Stadtjugendfeuerwehrwart Tim Riemann, der die Übung erarbeitet hat. Von 9.30 Uhr bis etwa 16 Uhr werden etwa 20 Feuerwehrleute des Löschzugs Bork das Gebäude für Übungszwecke nutzen.

Draußen dürfte man davon wahrscheinlich eher weniger mitbekommen. „90 Prozent wird sich im Haus abspielen“, sagt Riemann. Das bedeutet, dass die Feuerwehrleute verschiedene Bestandteile des Hauses nutzen, um zum Beispiel praxisnah Türen aufzubrechen, Fenster einzuschlagen und andere Dinge proben, die im Ernstfall bei einem Brand gefordert sein könnten. Das 400 Quadratmeter große Gebäude sei ideal für die Übungen, sagt Riemann.

„Es ist sehr weitläufig, man hat einen Dachboden, einen Spitzboden, Kellerräume“, zählt Tim Riemann die vielfältigen Bestandteile des Gebäudes auf, die für die Übungen genutzt werden können.

Wohnungen sollen auf dem Gelände entstehen

Die Übungen geplant und den Investor Georg Eskes angefragt, ob die Räume für die Übung genutzt werden können, hat Tim Riemann schon vor einem Jahr. „Ein paar Tage vor Weihnachten gab es aber die endgültige Zusage“, sagt Riemann. Eskes möchte das Gebäude abreißen. Dort sollen 21 seniorengerechte Wohnungen zwischen 60 und 100 Quadratmetern entstehen.

1967 war das Haus eingeweiht worden. Bis Ende 2018 hatten dort noch Veranstaltungen stattgefunden, wie Konfirmanden-Unterricht oder das Kirchencafé. Die evangelische Gemeinde will für solche Veranstaltungen künftig einen Anbau zur Kirche nutzen, der mit etwa 100 Quadratmeter deutlich kleiner als das Walter-Gerhard-Haus ist. Die Entscheidung dafür war schon vor 15 Jahren gefallen, unter anderem, weil die Energiekosten für die Gemeinde auf Dauer nicht tragbar gewesen wären.

Arbeiten für Anbau sollen bald losgehen

Die Arbeiten dafür haben allerdings noch nicht begonnen. „Wenn alles gut geht, geht es am 6. Januar los“, sagt die evangelische Pfarrerin der Gemeinde, Antje Wischmeyer. „Allerdings nur, wenn es nicht friert und schneit.“ Der Baustart für den Anbau hatte sich aus verschiedenen Gründen verzögert, unter anderem weil die Versorgungsleitungen der Kirche mit denen des Gemeindehauses verbunden waren.

Aktuell geht Wischmeyer davon aus, dass die Arbeiten für das Vordach im Herbst 2020 abgeschlossen sein sollen. Im Anschluss soll die St.-Trinitatis-Kirche renoviert werden, die in diesem Jahr ihren 65. Geburtstag gefeiert hat.

Möglicherweise zweite Übung

Der Abbruch des Gemeindezentrums ist „Mitte, Ende Februar“ geplant, wie Invesot Georg Eskes unserer Redaktion sagt.

Die Borker Feuerwehr jedenfalls hofft, dass sie das ehemalige Gemeindehaus sogar noch ein zweites Mal für eine Übung nutzen kann: „Die Jugendfeuerwehr geht vielleicht noch einmal zwei Wochen später rein, aber das steht noch nicht ganz fest“, sagt Riemann.

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