Warum sich der Borker 5G-Gegner Swen Tammen auch über Kritik an seiner Position freut

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Das Interesse am Vortrag des Borkers Swen Tammen über Gefahren der 5G-Technik blieb zwar gering, dennoch macht Tammen weiter. Und er gibt Tipps, wie sich Strahlenbelastung vermeiden lässt.

Bork

, 16.09.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch wenn der Ansturm auf seine Infoveranstaltung zum Thema 5G am Donnerstag (12. September) ausblieb: Der Borker Diplom-Physiker und Gegner der neuen Mobilfunktechnik, Swen Tammen (51) zieht ein positives Fazit seiner Informations- und Diskussionsrunde. Gerade, weil unter den zwölf Gästen auch einige gewesen seien, die Tammens Position durchaus kritisch gesehen hätten, so der Borker.

Als Physiker kennt sich Swen Tammen mit dem Thema Strahlung und der Wirkung von elektromagnetischer Strahlung bestens aus. Schon im Vorfeld seiner Informationsveranstaltung hatte der Borker dieser Redaktion erklärt, warum er am liebsten verhindern möchte, dass flächendeckend Sendemasten für den neuesten Mobilfunkstandard 5G in Selm oder irgendwo aufgestellt werden. Zumindest so, wie jetzt geplant.

Viel mehr Sendemasten und höhere Strahlung

Weil die Datenübertragungsleistung von 5G um ein Vielfaches höher ist, als bei der aktuell genutzten Technik, müssen Mobilfunkanbieter höhere Frequenzbereiche nutzen, was wiederum dazu führt, dass die Leistung der einzelnen Sender kleiner ist und mehr Sender benötigt werden. Die kommen den Menschen näher als bisherige Sendemasten - sie können zum Beispiel auch an Laternen installiert sein.

Tammen ist davon überzeugt, dass dadurch auch die Strahlenbelastung auf jeden einzelnen Menschen stark zunimmt. Was auch gesundheitliche Folgen haben kann. Der Borker kann zu dem Thema aus dem Stegreif verschiedene medizinische Studien und deren Ergebnisse zitieren.

Tammen freut sich auch über Kritik an seinem Standpunkt

Problematisch seien, so Tammen, die Grenzwerte für Strahlung, wie sie von Handy- oder Funkmasten ausgeht. Diese seien seiner Meinung nach in Deutschland zu hoch angesetzt. „Ich bin kein Technikfeind“, sagt der Physiker und Softwareentwickler.

Dem Vorwurf, dass sich durch seine Petition, die 5G in Selm verhindern soll, ein Nachteil für die Stadt ergebe, habe er sich auch bei seinem Vortrag stellen müssen. Tammen hat damit kein Problem, dass auch Kritiker zu seiner Veranstaltung kamen. Im Gegenteil: „Ich freue mich über jeden, der eine Meinung hat. Hauptsache ist, derjenige hat eine Meinung“, sagt Tammen. Auch mit den Kritikern habe er einen „super Dialog“ geführt, so der Borker. Denn nichts sei für ihn schlimmer, als Gleichgültigkeit bei dem Thema.

Viele Unterschriften von außerhalb

850 Unterschriften hatte seine Online-Petition am Montag (16. September). Davon kamen 24 Unterschriften aus Selm, der Rest von außerhalb. „Ich bin Zweckoptimist“, sagt Swen Tammen mit Blick auf die Zahlen und lacht. Ein bis zwei Mitstreiter hätten sich nach seiner Veranstaltung gefunden. Tammen will sein Ziel weiter verfolgen. Weiter informieren und diskutieren. Und auch seine Petition läuft noch.

Statt eines 5G-Ausbaus würde der Borker lieber einen flächendeckenden Ausbau von Glasfaserkabeln sehen, sagt er. In Selm läuft der Glasfaserausbau für Breitband-Internet zwar, von flächendeckender Versorgung kann aber noch keine Rede sein.

Strahlenbelastung im Alltag reduzieren

In der Zwischenzeit kann der Physiker bereits ein paar praktische Tipps geben, wie man die Strahlenbelastung in den eignen vier Wänden möglichst gering halten kann. Er selbst habe das W-Lan nur in besonderen Fällen eingeschaltet. Und wenn der Router sende, dann sei die Signalstärke möglichst weit heruntergefahren.

„Router sind von Haus aus auf 100 Prozent Signalstärke eingestellt“, erklärt Tammen. In den meisten Fällen reiche es aber aus, diesen Wert in den Routereinstellungen deutlich herunterzustellen.

Der 51-Jährige arbeite zwar auch am Computer, er nutze aber lieber das kabelgebundene Internet, erklärt er. Und auch er besitze ein Smartphone - „aber ein altes“, wie er sagt. Und wenn er damit telefoniere, dann über ein Headset.

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