Warum es im Standesamt in Selm einen Defibrillator gibt

Tipps zur Nutzung

Wenn das Herz plötzlich stehen bleibt, soll ein Defibrillator mittels Elektroschocks den normalen Herzrhythmus wiederherstellen. Seit kurzem gibt es sogar im Standesamt in Selm so ein Gerät. Warum das so ist, und wie es genutzt wird, erklären wir hier.

Selm

, 22.01.2018, 19:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
v.l. Hausmeister Guido Vortmann, Standesbeamtin Christel Melis, Projektleiterin Ute Buttermann und Holger Honings von den Maltesern Dortmund bei der Einweisung des Laiendefibrillators im Schloss Cappenberg.

v.l. Hausmeister Guido Vortmann, Standesbeamtin Christel Melis, Projektleiterin Ute Buttermann und Holger Honings von den Maltesern Dortmund bei der Einweisung des Laiendefibrillators im Schloss Cappenberg. © Aileen Kierstein

Er ist klein, bunt und kann Leben retten: Immer häufiger trifft man in Selm auf Defibrillatoren. Die kleinen elektrischen Impulsgeber können bei der Wiederbelebung eines Menschen mit Herzflimmern eine entscheidende Rolle spielen.

Jetzt hat auch das Schloss Cappenberg im Standesamt einen automatisierten externen Defibrillator (AED) angeschafft. Kostenpunkt: rund 300 Euro. „Das Standesamt ist zugänglich durch alle Schlüsselträger. Ein AED ist für die Örtlichkeit mehr als sinnvoll“, weiß Guido Vortmann, Hausmeister des Schlosses.

Standesbeamtin Christel Melis wird für den Laiendefibrillator im Schloss Cappenberg geschult

Standesbeamtin Christel Melis wird für den Laiendefibrillator im Schloss Cappenberg geschult © Aileen Kierstein

Im Durchschnitt begleitet das Standesamt rund 120 Trauungen – im letzten Jahr waren es sogar fast 200. Zusätzlich finden im schlosseigenen Museum und Theater bis zu acht Großveranstaltungen im Jahr statt. Einen Defibrillator hätte man bisher nicht gebraucht, sagt Standesbeamtin Christel Melis. „Wir hoffen natürlich, dass wir ihn auch in Zukunft nicht benutzen müssen. Aber wenn wir nur ein Leben retten können, hat sich das Projekt schon gelohnt“, sagt sie.

Fortbildung zur Nutzung des Geräts

Deswegen gibt es nun Schulungen, bei denen die Fortbildungsteilnehmer für das Thema sensibilisiert und über das richtige Verhalten im Ernstfall informiert werden. So auch im Schloss Cappenberg. Zudem erfolgt eine praktische Einweisung am Defibrillator. Die Teilnehmer werden zum Helfer und auch zum Multiplikator, der sein Wissen weitergeben kann.

„Jeder Mensch kann das Gerät benutzen“, sagt Holger Honings, Ausbildungsleiter bei den Maltesern Dortmund. Und so ist es auch. Der blau-gelbe Kasten kann eine Diagnose stellen und gibt dem Retter dann über einen eingebauten Lautsprecher die nötigen Anweisungen. Der Stromschlag von 150 Joule erfolgt dann nur noch per Knopfdruck. Erkennt der Defibrillator einen Herzschlag, wird auch kein Strom an den Körper abgegeben. „Man kann eigentlich nichts falsch machen“, sagt Honings. Durch einen engen Kontakt zu den Standorten wolle er vor allem eins tun: Die Angst vor der Anwendung nehmen.

Christel Melis ist zu Anfang noch unsicher. Nach dem zweiten Probelauf ist sie aber schon deutlich optimistischer: „Es ist wirklich denkbar einfach.“

Standorte in Selm: Amtshaus Bork: EG/UG (Durchgang zur Poststelle), nur zu den Rahmenöffnungszeiten Feuerwehr Bork: nicht öffentlich zugänglich, Nutzung nur bei Einsätzen Bürgerhaus Selm: Willy-Brandt-Platz 2, nur zu den Rahmenöffnungszeiten Freibad Selm: nur während der Sommerferien, ansonsten in der Dreifachturnhalle
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