Die Gesamtschule Nordkirchen hat die Rahmenbedingungen für das diesjährige Anmeldeverfahren festgelegt. © Mona Wellershoff (A)
Schule in Pandemie-Zeiten

Wechselunterricht gibt es überall – aber nicht jedes Mal gleich

Präsenzunterricht heißt es wieder für die Schüler an den weitergehenden Schulen in Selm, Olfen und Nordkirchen, doch das gilt nicht jeden Tag. Und die Schulen fahren unterschiedliche Konzepte.

Es herrscht wieder Leben in den Schulen in Selm, Olfen und Nordkirchen. Seit diesem Montag (15. März) strömen die Schülerinnen und Schüler wieder in die Schulen – wenn auch nicht als geballte Masse. Wechselmodelle wurden eingeführt, damit die Schüler in Kleingruppen unterrichtet werden könnten. Wie die Schulen das regeln, blieb ihnen überlassen. Das Gymnasium Selm, die Selma-Lagerlöf-Sekundarschule, die Wolfhelmschule-Gesamtschule der Städte Olfen und Datteln und die Johann-Conrad-Schlaun-Gesamtschule Nordkirchen verfolgen in den Details ganz unterschiedliche Wege.

Ulrich Walter, Schulleiter des Gymnasiums Selm. © Arndt Brede (Archiv) © Arndt Brede (Archiv)

Selmer Gymnasium hat einen Plan erstellt

Das Selmer Gymnasium hat auf seiner Homepage allen Betroffenen und Interessierten genau erklärt, wie das neue Konzept funktioniert – und dazu einen Plan online gestellt. Denn der ist auch nötig, um das Konzept der Schule nachvollziehen zu können. Grundsätzlich sind alle Klassen bis auf die Abschlussklassen in eine A- und eine B-Gruppe geteilt. Die Gruppe A kommt an einem Tag, die Gruppe B am nächsten – oder am Wochentag der Woche darauf.

Denn auch die Wochentage wurden speziellen Jahrgangsstufen zugeordnet: So sind die Jahrgänge 5, 7 und 9 immer montags und dienstags in der Schule sowie freitags, der Mittwoch und Donnerstag gehört den Jahrgängen 6 und 8. Unterrichtet wird alles, auch Sport. Allerdings gibt es für die Differenzierungsklassen und in Religion keine Durchmischung der Gruppen. Wann welche Klassen und Gruppen zum Unterricht erscheinen müssen, erklärt der Plan.


Tageweise Wechsel an der Sekundarschule Selm

An der Selma-Lagerlöff-Schule ist das Verfahren im Gegensatz dazu absolut einfach: Die Klassen sind in A- und B-Gruppen aufgeteilt – und kommen im täglichen Wechsel zur Schule. Der Schulstoff ist an beiden Tagen derselbe – so dass „die Parallelität gewährleistet ist“, erklärt Schulleiterin Karin Vogel. Zuhause könnten die Schülerinnen und Schüler den Stoff aufarbeiten oder für die Folgestunde vorbereiten. „Technisch ist es uns leider nicht möglich, Parallelunterricht vor Ort und zuhause anzubieten“, bedauert Vogel. „Da fehlt uns einfach die technische Anbindung hier.“

Gesamtschule Nordkirchen hält am Stundenplan fest

Ganz so einfach, aber auch nicht allzu kompliziert ist es an der Johann-Conrad-Schlaun-Schule in Nordkirchen – aber weil man sich am normalen Stundenplan orientiert, kann es hier für die Schüler streckenweise zu anderen Unterrichtsinhalten kommen. Denn auch an der Gesamtschule Nordkirchen hat man die Klassen in A- und B-Gruppen eingeteilt. Gruppe A kommt Montag, Mittwoch und Freitag, Gruppe B Dienstag und Donnerstag. In der nächsten Woche wird getauscht, damit alle die gleiche Anzahl an Unterrichtsstunden haben.

Allerdings gibt es Fächer, die nur Montag und Mittwoch erteilt werden – in denen hat Gruppe B in dieser Woche das Nachsehen.

„Die Aufgaben für diese Fächer kommen dann wie bisher auch über iServ“, erklärt Schulleiter Ulrich Vomhof. Ansonsten versuche man, das altbekannte Konzept der Hausaufgaben wiederzubeleben. „In der Schule wird der Stoff besprochen, für Zuhause gibt es dann die Aufgaben zur Vertiefung und Wiederholung“, erklärt Vomhof.

Am Schulalltag selbst sei aber nichts gekürzt. Lediglich auf Arbeitsgemeinschaften und Angebote in den Mittagspausen verzichte man, weil sich die Schülergruppen sonst doch wieder mischen würden – und das wolle man weitestmöglich vermeiden. „Auch wenn das natürlich etwas schizophren ist, weil die Schüler im Bus doch zusammen sitzen“, sagt Vomhof. An den Schulzeiten mit den drei langen Tagen von 7.45 bis 14.45 Uhr würde festgehalten.

All das gilt aber nicht für die Oberstufe. Die kommt täglich komplett zur Schule. „In der Oberstufe sind die Kurse aber eigentlich auch deutlich kleiner“, zieht Vomhof einen Vergleich zur Unterstufe, wo es bis zu 30 Kinder pro Klasse gibt. Und wo in der Oberstufe die Kurse zu groß sind, teilt man sie und setzt auf das Zwei-Klassenräume-Prinzip – in dem die Schüler getrennt sind und der Lehrer zwischen den beiden Gruppen pendelt.

„Ich bin gespannt, wie lange das gut geht“, gibt Vomhof ehrlich zu. Auch wenn man Lehrer geworden sei, um mit Kindern zusammenzuarbeiten – man schwankt irgendwie doch zwischen Skepsis und der Hoffnung, dass es gut geht.“


Gesamtschule Olfen dankbar über technische Ausstattung

Dank ausgezeichneter technischer Ausstattung kann die Wolfhelmschule-Gesamtschule der Städte Olfen und Datteln einen völlig anderen Weg gehen: „Da sind wir auch mega-stolz drauf“, sagt Schulleiter Dr. Jérome Biehle. Auch hier gibt es zwar die A- und B-Gruppen im täglichen Wechsel in der Schule. „Aber wir haben eine 1:1-Austattung der Schüler mit Notebooks, so dass die Schüler zuhause dem Unterricht in der Schule zugeschaltet werden können“, erklärt Biehle. Das müsse zwar nicht immer so sein und biete sich bei Projektarbeit zum Beispiel in Kunst auch nicht unmittelbar an. „Aber in der Regel ist es so.“ In diese Ausstattung, Kompetenz und Expertise haben man seit zehn Jahren investiert. Das zahle sich nun aus. „Wir hatten immer untereinander Kontakt“, sagt Biehle.

Nichtsdestotrotz freut sich der Schulleiter über das Leben, das seit Montag wieder in seiner Schule herrscht. „Die soziale Komponente darf nicht außer Acht gelassen werden. Die Kontakte der Schüler untereinander sind wichtig.“

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