Werner Straße: Neue Fahrbahn nach zweieinhalb Jahren sanierungsbedürftig

hzWerner Straße

Die Werner Straße ist derzeit in Fahrtrichtung Werne gesperrt. Weil die Fahrbahn auf einem Abschnitt zwischen Ondruper Weg und Netteberger Straße saniert werden muss. Schon wieder.

Selm

, 06.10.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der derzeit wegen einer Fahrbahnsanierung gesperrte Abschnitt der Werner Straße zwischen dem Ondruper Weg und der Netteberger Straße ist erst im April 2018 mit neuer Decke für den Verkehr freigegeben worden. Warum ist jetzt schon eine Sanierung nötig? „Durch die extreme Trockenheit der vergangenen zwei Jahre wurde die Feuchtigkeit aus dem Untergrund der Fahrbahn entzogen“, antwortet Stadtspecher Malte Woesmann. „Dadurch entstanden im Untergrund Risse, die als Folge durch die Belastung der Fahrbahn nachgaben.“

Der aktuell zu sanierende Bereich liegt in einem von drei Abschnitten, die seinerzeit zwischen dem Kreisverkehr Zeche-Hermann-Wall und der Kreuzung Cappenberger Damm aufwendig mit neuer Decke versehen worden waren. Steht zu befürchten, dass auch an den anderen beiden Bauabschnitten der neu asphaltierten Werner Straße Mängel oder Fehler aufgetreten sind, die ebenfalls zu Sanierungen und Sperrungen führen? Woesmanns Antwort: „Zurzeit sind keine weiteren Mängel auf anderen Abschnitten erkennbar.“

Sanierung kostet 110.000 Euro brutto

Die aktuelle Fahrbahnsanierung kostet nach Auskunft des Stadtsprechers circa 110.000 Euro brutto. Wer zahlt die Sanierung? „Der Landesbetrieb Straßen.NRW“, sagt Woesmann.

Schon am ersten Tag der Sperrung der Werner Straße in Fahrtrichtung Werne gab es erste Irritationen von Verkehrsteilnehmern, die in Wendemanövern endeten. Ist die Beschilderung unzureichend?

Mehrfach weisen Sackgassen-Schilder darauf hin, dass die Werner Straße in Fahrtrichtung Werne gesperrt ist.

Mehrfach weisen Sackgassen-Schilder darauf hin, dass die Werner Straße in Fahrtrichtung Werne gesperrt ist. © Arndt Brede

Es passiert nicht selten, dass zu Beginn von Bauarbeiten Verkehrsteilnehmer bis kurz vor die Absperrungen fahren. Womöglich, weil sie doch mal ausloten wollen, ob sie nicht doch trotz der angekündigten Arbeiten durchfahren können. Oder weil sie die Beschilderung nicht richtig gelesen haben. Oder weil die Beschilderung nicht eindeutig ist. Letzteres kritisiert ein Leser im Gespräch mit der Redaktion.

„Am Kreisverkehr Zeche-Hermann-Wall stand zwar, dass die Werner Straße gesperrt ist, aber danach stand nichts mehr, und ich bin dann weiter gefahren“, schildert der Selmer seine Eindrücke. „Es sind viele in die Richtung gefahren“, sagt er. Trotz der Sackgassen-Schilder, die aufgestellt worden seien. „Und man sieht ja erst nach der langgezogenen Rechtskurve, dass es Bauarbeiten gibt; vorher sieht man ja nichts.“

Was er sich gewünscht hätte: „Spätestens direkt nach der Siedlung Zwölf Apostel hätte man Baken aufstellen müssen, dass es nicht mehr weiter geht.“

Einige mussten umdrehen

Der Leser hat es schon gesagt: Er war offenbar nicht der Einzige, der trotz der Schilder Richtung Werne gefahren ist. Ein Bauarbeiter berichtet gegenüber der Redaktion: „Es waren einige, die hier drehen mussten, weil es nicht weiter geht.“

Wir haben uns die Situation auch im Hinblick auf die Beschilderung angesehen. In der Tat steht an der Werner Straße ein Schild vor dem Kreisverkehr Zeche-Hermann-Wall, das besagt, dass die Werner Straße gesperrt ist, bis zum Gebäude mit der Hausnummer 179 aber frei sei. Wenige Meter dahinter ist auf einem gelben Schild nochmal signalisiert, dass die Werner Straße in Fahrtrichtung Südkirchen, Werne und Autobahn A1 (Bremen, Köln) gesperrt ist. Fährt man trotzdem weiter, stehen in regelmäßigen Abständen Sackgassenschilder an der Straße.

Auch dieses Baufahrzeug warnt davor, weiterzufahren.

Auch dieses Baufahrzeug warnt davor, weiterzufahren. © Arndt Brede

Noch ein Stück weiter steht ein Baufahrzeug mit blinkenden gelben Leuchten am Straßenrand. Wer dann weiter fährt, muss zwangsläufig an der rot-weißen Absperrbake kurz vor Beginn der eigentliche Baustelle umdrehen.

Spätestens an dieser Stelle wird jedem klar, dass es auf der Werner Straße Richtung Werne derzeit nicht weitergeht.

Spätestens an dieser Stelle wird jedem klar, dass es auf der Werner Straße Richtung Werne derzeit nicht weitergeht. © Arndt Brede

Die Schilder hat nach Auskunft von Selms Stadtsprecher Malte Woesmann die Stadt als sogenannte untere Verkehrsbehörde aufgestellt. Seine Antwort auf die Frage der Redaktion, ob die Stadt Bedarf sieht, die Beschilderung der Baustelle und der Umleitung zu optimieren, lautet: „Nein.“

Lesen Sie jetzt