Wertstoffhof Selm: Stadt entzerrt durch Kniff die Lage bei der Zufahrt

Wertstoffhof

Die Situation ist seit Jahren unhaltbar: Fahrzeuge aus zwei Richtung wollen zum Selmer Wertstoffhof abbiegen. Wer sie überholen will, steht womöglich dem Gegenverkehr gegenüber. Jetzt nicht mehr.

Selm

, 25.08.2020, 21:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Aus Richtung Knappenweg darf niemand mehr nach links zum Wertstoffhof abbiegen.

Aus Richtung Knappenweg darf niemand mehr nach links zum Wertstoffhof abbiegen. © Arndt Brede

Aus Richtung Knappenweg und aus Richtung Buddenbergstraße stehen sie am Straßenrand: Fahrzeuge, die Müll zum Recyclinghof in Selm bringen wollen. Weil sie wartend am Straßenrand stehen, machen sie es dem Durchgangsverkehr schwer. Denn zu Spitzenzeiten sind es lange Warteschlangen aus beiden Richtungen, die die Fahrbahn der Industriestraße eng machen. Überholen Autos aus beiden Fahrtrichtungen diese Warteschlangen, kann es für die Überholenden zu brenzligen Begegnungen kommen.

Es muss nun heißen „konnte es für die Überholenden zu brenzligen Begegnungen kommen“. Denn dieser Gefahrenpunkt ist Vergangenheit. Die Stadt Selm hat eine Lösung gefunden. Um die verkehrliche Situation am Wertstoffhof, vor allen in Spitzenzeiten, zu entzerren, ist die Verkehrsführung geändert worden.

Zufahrt nur aus einer Richtung

Die Verkehrsführung sieht laut einer städtischen Pressemitteilung so aus: Die Zufahrt soll nur noch aus Fahrtrichtung Buddenbergstraße erfolgen. Dazu ist der Gehweg ab der Einmündung Berliner Straße für die anliefernden Fahrzeuge zum Halten freigegeben worden. Die Fußgänger werden vorab auf die andere Straßenseite geleitet. So könne die gesamte Breite des Gehwegs zum Halten genutzt werden, falls nicht alle Fahrzeuge gleichzeitig auf den Wertstoffhof fahren können, so die Mitteilung. Der Durchgangsverkehr werde so nicht durch die wartenden PKW beeinträchtigt.

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Eine Zufahrt zum Wertstoffhof über die Industriestraße aus Fahrtrichtung Knappenweg - also ein Abbiegen nach links - ist nicht mehr erlaubt. Schilder weisen auf die neue Verkehrsführung und die Möglichkeit des Haltens hin.

Neubau lässt auf sich warten

Das neue Konzept kommt zu einer Zeit, da die Stadt erklärt hat, dass die geplante Verlagerung und der Neubau des Wertstoffhofes vorerst nicht zu realisieren ist. Es existierten „konzeptionelle Planungen, die den zuständigen Gremien auch vorgestellt worden sind“, hat die Stadt jüngst mitgeteilt. Sie nennt die Corona-Pandemie als Ursache dafür, dass es zum Stillstand bei den Planungen kam. „Ursprüngliche Absicht war, die Planungen in diesem Jahr zu finalisieren und das Vorhaben umzusetzen. Ein Grundstück war ausgesucht und die wesentlichen Voraussetzungen geklärt“, teilte die Pressestelle Anfang August mit. Dann sei Corona gekommen „und die Realisierung des Vorhabens wurde erst einmal nicht weiter betrieben“.

Wertstoffhöfe bedürfen eines speziellen Genehmigungsverfahrens, da Auflagen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes erfüllt werden müssen. Daher muss die Bezirksregierung Arnsberg ihre Zustimmung erteilen. Auch andere Stellen und Behörden müssen beteiligt werden. Denn natürlich ist auch ein offizielles Baugenehmigungsverfahren unter Beteiligung der Träger öffentlicher Belange einzuleiten.

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