Wie häufig sind Windpocken heutzutage eigentlich noch? Gesundheitsamt nennt Zahlen

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Kommt es heutzutage noch häufig vor, dass Kinder an Windpocken erkranken? Da die Krankheit beim Gesundheitsamt meldepflichtig ist, lässt sich das ganz genau beantworten.

Selm, Lünen

, 10.10.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fieber, rote Pünktchen auf der Haut, ein unangenehmer Juckreiz: Das sind Merkmale der Krankheit Windpocken - kennt jeder. Aber: Wie verbreitet ist die Krankheit eigentlich noch? Gibt es - gerade angesichts der allgemeinen Impfempfehlung gegen Windpocken, die seit 2004 in Deutschland gilt - überhaupt noch Menschen, die daran erkranken?

Darauf hat der Kreis Unna eine Antwort. Denn: Windpocken sind seit 2013 meldepflichtig. Kommt es in einer Stadt zu einer solchen Erkrankung, muss das also an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden. Im Fall von Selm, Werne, Lünen und Schwerte ist es das des Kreises Unna.

So viele Fälle von Windpocken gab es in den einzelnen Städten

Dr. Roland Staudt, beim Kreis Unna zuständig für Gesundheitsschutz und Umweltmedizin, kann deshalb auch ganz genau sagen, wie verbreitet Windpocken seit der Meldepflicht 2013 noch sind. So gab es im ersten Halbjahr des Jahres 2019 insgesamt 39 Fälle von Windpocken im gesamten Kreis. Der Arzt kann auch Zahlen für einzelne Städte nennen: In Selm und in Lünen gab es im ersten Halbjahr 2019 jeweils zwölf Windpocken-Erkrankungen, in Bergkamen waren es neun, in Unna vier, in Schwerte und Werne wurde sogar jeweils nur ein Fall für das entsprechende Halbjahr gemeldet.

Meistens Kinder an Windpocken erkrankt

  • Die Krankheit Windpocken kommt am häufigsten bei Kindern im Grundschulalter vor. Es ist in der Regel so, dass Kinder, die schon einmal Windpocken hatten, danach gegen diese Krankheit immun sind. Aber es gibt auch Ausnahmen von dieser Regel.
  • Auch Erwachsene können an Windpocken erkranken. Das kommt allerdings eher selten vor.
  • Windpocken übertragen sich durch Tröpfcheninfektion. Also über den „Wind“ - wie der Name schon sagt.

„Die Anzahl liegt sozusagen im Trend“, erklärt Dr. Roland Staudt. Der Vergleich der aktuellen Zahlen mit denen aus der Vergangenheit zeigt keine großen Schwankungen: So gab es etwa im ersten Halbjahr 2018 im Kreis 38 gemeldete Windpockenfälle und im ganzen Jahr 2018 insgesamt 54. Im Jahr zuvor (2017) erkrankten im ersten Halbjahr 50, im Gesamtjahr 100 Menschen an Windpocken.

Viel weiter lassen sich die Zahlen nicht zurückverfolgen: Die Meldepflicht gibt es ja erst seit 2013. Dass sie eingeführt wurde, erklärt Roland Staudt nicht nur mit Verweis auf die internationalen Gesundheitsvorschriften, sondern auch damit, dass es sich bei Windpocken um eine impfpräventable Krankheit handelt, die nur beim Menschen vorkommt.

„Nachdrückliche“ Impfempfehlung vom Gesundheitsamt

„Es besteht damit grundsätzlich eine gute Chance, die Krankheitserreger auszurotten. Die Meldepflicht ermöglicht den Gesundheitsbehörden, eine infektionsepidemiologische Überwachung um insbesondere eine Bewertung der Auswirkungen der Impfempfehlungen vorzunehmen“, erklärt der Mediziner.

Vom Gesundheitsamt gebe es außerdem die „nachdrückliche Empfehlung“ zur Impfung gegen Windpocken. „Idealerweise sollte diese als Kombinationsimpfung zusammen mit Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfung) durchgeführt werden“, so Roland Staudt.

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