Wie verbreitet ist eigentlich die Corona-Warn-App in der Region?

hzCorona-Warn-App

Sie gilt als eines der wichtigsten Mittel im Kampf gegen die Corona-Pandemie: die Corona-Warn-App. Doch gibt es bisher Informationen zur Verbreitung der App in der Region?

Selm

, 03.11.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit die zweite Corona-Welle und mit ihr der Herbst in Deutschland angekommen ist, setzen Politik und Fachleuchte auch auf eine Ausweitung der so genannten Aha-Regeln. Abstand halten, Hygieneregeln beachten und Alltagsmaske tragen, reichen nicht mehr. Hinzu gekommen sind nun auch ein L für Lüften und ein C für die Corona-Warn-App.

Insgesamt haben die App laut Daten vom 30. Oktober 21,1 Millionen Menschen in ganz Deutschland heruntergeladen. Die Zahlen steigen konstant - eine Woche zuvor waren es noch 20,3 Millionen Menschen. In keinem anderen Land wurde eine solche App öfter heruntergeladen. Das heißt natürlich nicht, dass die User die App auch regelmäßig nutzen. „Für die Zahl der aktiven Nutzerinnen und Nutzer liegen systembedingt nur Schätzungen vor“, teilte das RKI dazu am 22. Oktober mit. Diese gehen von 15 bis 16 Millionen Menschen aus.

Unterschiedliche Nutzerverhalten

Zwei Menschen, die die App nutzen und die beide schon einmal eine Warn-Meldung erhalten haben, sind Nadine Varnhold und Robin Zimmermann aus Selm. „Mein Partner und ich haben uns die App direkt runtergeladen, als es sie gab“, erzählt Nadine Varnhold. Das war im Juni. Sie sagt, dass in ihrem direkten Umfeld fast jeder die App nutzt. Bei Robin Zimmermann ist das anders. Auch er hat die App direkt seit dem Start. Er sagt aber: „Ich bin tatsächlich der einzige in meinem Familien- und Bekanntenkreis, der die App nutzt.“

An den beiden zeigt sich bereits, dass es ein sehr unterschiedliches Nutzungsverhalten gibt. Tatsächlich lässt sich nicht beziffern, wie viele Menschen die App in Selm in der Region oder in Selm nutzen. Das liegt daran, dass die Daten auch für das RKI völlig anonymisiert sind.

Kreis und Kassenärztliche Vereinigung haben keine Daten

Einen Hinweis darauf, wie stark sie in der Region genutzt wird, könnten aber zum Beispiel die Abrechnungen zu Tests von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe bieten. Ärzte können die Kosten für die Tests nämlich direkt über die KVW abrechnen, wenn ihre Patienten über die App gewarnt worden sind.

Diese Daten liegen allerdings aktuell noch nicht vor, sagt Sprecherin Vanessa Pudlo. Auch, wie oft Anfragen zur App über die Nummer des Kassenärztlichen Bereitschaftsidenstes, 116117, eingehen, werde ebenfalls nicht erfasst. So ist es auch beim Kreis Unna, wie Sprecher Max Rolke sagt. „Statistiken dazu gibt es nicht.“ Rolke weiß allerdings, dass regelmäßig auch Anfragen zu der App beantwortet werden. Häufig würden sich dadurch schon einige Unklarheiten und Verunsicherungen klären, sagt Rolke.

Nicht jeder überzeugt

Robin Zimmermann hat sich die App damals auch deshalb runtergeladen, weil er im Wahlkampf - er kandidierte als Bürgermeister für die Stadt Selm - Kontakt zu vielen Menschen hatte und sichergehen wollte, dass er das Virus nicht weiterverbreitet, sollte er sich anstecken. Jedes technische Hilfsmittel, was dafür zur Verfügung steht, hält er für eine gute Sache, sagt Zimmermann. Er könne allerdings auch verstehen, wenn nicht jeder von der App überzeugt sei. „Man hört viele Nachrichten darüber, dass dieses und jenes nicht funktioniert“, sagt Zimmermann.

Tatsächlich hatte es in den vergangenen Monaten immer mal wieder Pannen gegeben - so kam zum Beispiel heraus, dass iPhone-Nutzer teilweise nicht oder zu spät über eine Risikobegegnung informiert worden sind. Dieser Fehler ist allerdings inzwischen behoben.

Bundesinnenminister Jens Spahn hatte schon vor einem Monat dazu aufgerufen, gerade in der kalten Jahreszeit auf die App zu setzen: „Bitte nutzen Sie dieses Werkzeug in der Pandemie“, sagte Spahn. „Jede Infektionskette, die hierdurch zusätzlich unterbrochen wird, ist wichtig“, sagte auch Gottfried Ludewig, Leiter der Digital-Abteilung im Bundesgesundheitsministerium.

Nadine Varnhold und Robin Zimmermann ließen sich nach ihrer Warnmeldung beide testen. Beide erhielten am Ende ein negatives Ergebnis - und waren erleichtert. Die App nutzen sie weiterhin.

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