Wieder Gräften für die Burg Botzlar: Das ist zur Umgestaltung des Parks geplant

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Die Umgestaltung des Parks rund um die Burg Botzlar kann jetzt bald starten: Der Förderbescheid ist da, es kann also bald losgehen. Was genau geplant ist, lesen Sie hier.

Selm

, 02.09.2019, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Burg Botzlar war mal eine Wasserburg - mit zwei ringförmigen Gräften. Heute ist davon nur noch wenig zu sehen. Zumindest noch: Wenn alles nach Plan läuft, dann wird in den nächsten Jahren im Park rund um das Gebäude die Wasserburg in gewisserweise wieder auferstehen, er steht kurz vor einer Umgestaltung.

„Ziel ist dabei die Neuinterpretation dieser historischen Anlage“, ist in einem Erläuterungsschreiben der beauftragten Planergruppe Oberhausen zu lesen. Demnach soll es bald auch wieder Gräften an der Burg geben. Nur werden sie ein bisschen anders aussehen als früher. Fragen und Antworten zur Umgestaltung:

? Wann beginnt denn die Umgestaltung des Parks eigentlich? Geht es jetzt bald los?

Es kann bald losgehen. Einen wichtigen Schritt hin zur Realisierung hat die Stadt Selm am Montag, 2. September, gemacht. Da nämlich hat Ferdinand Aßhoff von der Bezirksregierung Arnsberg in der Stadtverwaltung den Förderbescheid vorbeigebracht, der die Bereitstellung von Landesmitteln zusichert. Er bezieht sich erst mal nur auf die Freianlagen.

720.000 Euro sind genehmigt - das entspricht einer Förderung von 80 Prozent der Gesamtkosten zur Umgestaltung des Parks. Zum Hintergrund: Das Projekt gehört mit zur Aktiven Mitte Selm und erhält dadurch die gleiche Regionale-2016-Förderung wie etwa der Auenpark oder der Campusplatz.

Noch dieses Jahr soll mit den Arbeiten im Park der Burg begonnen werden. Mit dem Förderbescheid werden jetzt aber erst mal die geeignete Firmen für den Umbau gesucht. 2021 rechnet die Stadt mit der Fertigstellung der Anlage.

? Wie genau wollen die Planer die historische Burg wieder auferstehen lassen?

Sie wollen das auf „subtile Weise“ tun. Wichtiges Thema dabei sind die Gräften, die es einst auf der Anlage gab. Aber: „Um nicht in das Bodendenkmal einzugreifen, wird die ,neue Gräfte‘ nicht eingetieft, sondern die umliegenden Flächen aufgetragen“, so die Planer.

„Es entstehen Höhenunterschiede von 50 bis 90 Zentimetern, die durch scharfkantig ausgebildete Rasenböschungen ablesbar sind. Eine Reihe aus Säuleneichen rahmt die Gräfte und stärkt deren räumliche Wirkung, ohne den Blick auf die Burg zu verstellen“, heißt es. Außerdem eine wichtige Info: Die Gräften werden kein Wasser führen. Es handelt sich bei ihnen um trockene Grasmulden.

Wieder Gräften für die Burg Botzlar: Das ist zur Umgestaltung des Parks geplant

So in der Art könnten die Rasenmulden, die die ehemaligen Gräften wieder sichtbar machen sollen, aussehen. © Planergruppe Oberhausen

? Abgesehen von der Reminiszenz an die historische Anlage: Was ist noch Absicht der Umgestaltung?

„Wir wollen natürlich Aufenthaltsqualität schaffen“, sagt Bürgermeister Mario Löhr. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass die Burg nach der Fertigstellung über eine atmosphärisch indirekte Beleuchtung angestrahlt werden soll und die Wege im Park mit Bodeneinbaustrahlern versehen werden.

? Was bedeutet das für die Teiche und die Bäume, die es in dem Park schon gibt?

Sie müssen nicht weichen, sondern sollen in das neue Erscheinungsbild des Parks integriert werden. „Die vorhandenen Teiche und die wertvollen Teile des Baumbestandes fügen sich selbstverständlich in die Gräfte und in die Reihe der Säuleneichen ein. Die Uferbereiche der Teiche werden ausgelichtet und neu bepflanzt“, so der Erläuterungstext zum Planungsentwurf.

? Wichtiges Thema beim Umbau der Burg ist auch die Barrierefreiheit. Wie soll das klappen angesichts der vielen Stufen, die man bis jetzt noch erklimmen muss, um über den Haupteingang in die Burg zu kommen?

Das Planungsbüro hat hier die Lösung gefunden, den Vorplatz der Burg um insgesamt 35 Zentimeter abzusenken. „Von diesem neuen Geländeniveau führt hinter niedrigen Mauerscheiben liegend eine barrierefreie Rampe sowie eine kurze Treppe mit vier Steigungen in das Untergeschoss“, so die Planer. Die Treppe zum Haupteingang, bleibt. Sie wird nur mit zwei Stufen nach unten hin verlängert und so an den abgesenkten Boden angepasst.

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