Warum die Zufahrt zur Zwölf-Apostel-Siedlung wieder offen ist und doch auch wieder nicht

hzZwölf Apostel

Es war 2017 ein Aufreger: Anwohner der Siedlung Zwölf Apostel protestierten gegen die Sperrung von einer der beiden Zufahrten zu ihrer Straße. Die Zufahrt ist wieder frei. Eigentlich.

Selm

, 19.08.2019, 11:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Da war ordentlich Zoff unterm Dach. Anwohner der Siedlung Zwölf Apostel forderten 2017 eine Temporeduzierung an der Werner Straße, die an ihren Häusern vorbei führt. Tempo 70 gilt. Tempo 50 wollten sie. Wegen der gefahrenen Geschwindigkeiten auf der frisch neu asphaltierten Straße. Und wegen des Lärms eben bedingt durch das ihrer Meinung nach zu hohe Tempo.

Plötzlich war das Verbotsschild da

Eine Temporeduzierung ging nicht. Stattdessen verbot plötzlich ein Schild das Abbiegen in eine der beiden Zufahrten zur Siedlung. Um die Sicherheit für die Anwohner zu erhöhen, hieß es aus Behördensicht.

Warum die Zufahrt zur Zwölf-Apostel-Siedlung wieder offen ist und doch auch wieder nicht

Und plötzlich war 2017 eine der beiden Zufahrten zur Siedlung Zwölf Apostel gesperrt. © Sylvia vom Hofe (A)

Die Siedler regten sich auf. Es gab Streit mit Bürgermeister Mario Löhr. Der verabredete sich mit den Anwohnern zu Kaffee und Kuchen, um eine Lösung zu finden.

Ärger geht weiter

Mittlerweile ist das Verbotsschild weg, die Zufahrt ist Anliegern erlaubt. Aber der Ärger geht weiter. Denn von Westen, also aus Richtung Selm ist das Abbiegen rechtlich nicht erlaubt. Weil es dort eine durchgezogene Linie gibt, die laut Straßenverkehrsordnung eine Fahrstreifenbegrenzung ist und nicht überfahren werden darf. Also auch nicht zum Abbiegen.

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So weit die Kurzfassung der Geschichte. Dahinter steckt immer noch Ärger, wie Harald Orlowsky, damals Sprecher der Siedler, gegenüber der Redaktion erklärt. „Die hätten einfach die durchgezogene Linie in Höhe der Zufahrt in unsere Straße unterbrechen müssen.“ Denn eigentlich seien die durchgezogene Linie auf der Werner Straße und das auch damit verbundene Überholverbot grundsätzlich sinnvoll.

Suche nach Lösung seit einem Jahr

Seit knapp einem Jahr versuche er, eine Lösung zu finden, so Orlowsky. Politik, Verwaltung: Niemand kümmere sich um das Thema, erklärt der 79-Jährige.

Optimierung der Verkehrssicherheit

Die Redaktion hat die Stadt um eine Stellungnahme gebeten. Die Antwort von Norbert Zolda von der Stadt Selm: „Nach der Deckensanierung der Werner Straße in 2017 wurden Verbesserungen hinsichtlich der Verkehrssicherheit einvernehmlich mit der Bezirksregierung Arnsberg und dem Landesbetrieb Straßenbau NRW abgestimmt. Das beinhaltete auch, dass Anwohner nur noch über den Ondruper Weg erschlossen wurden. Das führte trotz eigener Forderungen der Anlieger nach Verbesserungen der Verkehrssicherheit doch zu großem Unmut.“

Kompromiss mit den Anwohnern gefunden

Im Dezember 2017 sei mit den Bürgern vor Ort der jetzige Kompromiss erzielt worden, das heiße, bei jetziger Verkehrsregelung sei das Linksabbiegen aus Richtung Selm aus Gründen der Verkehrssicherheit weiterhin verboten, aus Richtung Werne als Rechtsabbieger nicht.“

Der augenblickliche Zustand dient der Optimierung der Verkehrssicherheit und ist zwischen Bezirksregierung Arnsberg, Landesbetrieb Straßenbau NRW und Stadt Selm abgestimmt“, führt Norbert Zolda aus. „Das Ansinnen, das Linksabbiegen von Selm aus wieder zu gestatten, wurde durch die Stadt Selm an den zuständigen Baulastträger zur Entscheidung weitergegeben. Die Entscheidung liegt noch nicht vor. Aus städtischer Sicht sollte es aber aus Gründen der Verkehrssicherheit bei der jetzigen Regelung bleiben.“

Mit der Situation arrangiert

Die Anwohner haben sich laut Orlowsky zunächst mal mit der Situation arrangiert. Auf ihre Weise: „Wir fahren einfach über die Linie und biegen in unsere Siedlung ab“, sagt er augenzwinkernd.

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