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Die Entscheidung ist richtig

Kilian Schützengilde Altschermbeck 1877 e.V.

Altschermbeck. Die Entscheidung, das Schützenfest nicht stattfinden zu lassen, bezeichnet Gregor Zens, Präsident Kilian Schützengilde Altschermbeck, als „alternativlos und auch richtig“.

10.07.2020, 14:03 Uhr / Lesedauer: 5 min
Das Ehrenpaar Petra Becker/Werner Besten unterstützte das Königspaar Ulla Bienbeck/Bernd Becker ebenso wie das Ehrenpaar Petra Besten/Berthold Bienbeck (v.l.) während der bisherigen Regentschaft.

Das Ehrenpaar Petra Becker/Werner Besten unterstützte das Königspaar Ulla Bienbeck/Bernd Becker ebenso wie das Ehrenpaar Petra Besten/Berthold Bienbeck (v.l.) während der bisherigen Regentschaft. © Helmut Scheffler

Das Schützenfest der Kilian Schützengilde Altschermbeck 1877 e.V. findet nicht. Präsident Gregor Zens hat ein Grußwort verfasst:

Präsident Gregor Zens

Präsident Gregor Zens © Helmut Scheffler

Liebe Freunde des Kilian Schützenfestes in Altschermbeck und Schermbeck, ein Jahr ohne Schützenfest war vor wenigen Wochen noch unvorstellbar. Die aktuellen Ereignisse rund um „Corona“ haben aber zu einer Absage unserer Schützenfeste in Altschermbeck und Schermbeck geführt.

Diese Entscheidung ist alternativlos und auch richtig! In diesen schwierigen Momenten können wir dankbar sein, dass wir in der heutigen Zeit und an diesem schönen Ort leben. Lasst uns daher gegenseitig weiterhin alles tun, was uns schützt und hilft, diese Pandemie so schnell wie möglich hinter uns zu bringen.

Trotz des abgesagten Schützenfestes freuen wir uns über die viele Unterstützung und die Vorfreude auf das Fest. Die Antrommler ziehen schon seit Tagen ihre Runden und unterstützen die Kilianer beim Hissen der Kiliansfahnen.

Am Samstag (11. Juli) bieten wir allen Schützen die Möglichkeit, sich zwischen 16 und 19 Uhr auf dem Festplatz an der Freudenbergstraße in die Schützenliste eintragen zu lassen. Sollte jemand verhindert sein oder nicht daran teilnehmen wollen, kann er dies auch online unter www.altschermbeck.com erledigen.

An diesem Wochenende herrscht an den Kilianstagen normalerweise in unserem Dorf der Ausnahmezustand. In diesem Jahr ist alles anders. Trotzdem werden wir gemeinsam am Sonntag um 10.30 Uhr einen Feldgottesdienst auf dem Festplatz abhalten. Alt und Jung können zusammen kommen. Im Anschluss daran werden wir am Ehrenmal im kleinen Kreis einen Kranz niederlegen. Alles ein bisschen kleiner und beschaulicher als in den Jahren zuvor, aber halt der Situation angepasst. Am Sonntagnachmittag werden König Bernd und Königin Ulla mit Ihrem Thron durch das Dorf radeln und sicherlich viele kleine Feierlichkeiten im kleinen Kreis besuchen. Hier gilt natürlich auch: Feiert im kleinen Kreis, haltet nach wie vor Abstand.

Wir freuen uns schon jetzt auf ein tolles Schützenfest im kommenden Jahr 2021. Bis dahin bleibt gesund! Kilian-Schützenfest 2020 – gemeinsam machen wir das Beste daraus!

Herzliche Grüße,

Präsident Gregor Zens

Auch wenn das Schützenfest in diesem Jahr nicht stattfinden kann, sind trotzdem die Jubiläumskönigspaare zu erwähnen:

So schnell fiel im Königreich Altschermbeck selten ein Vogel. Als man vom Kleinkaliber auf schwere Munition wechselte, brachte bereits der achte Schuss um 13.45 Uhr das Ende des Schießens. Dadurch wurde Heinz Schulze neuer König. Königin wurde Irmgard Hater. Die Inthronisation im Festzelt leitete Präsident Anton Baumeister.

So schnell fiel im Königreich Altschermbeck selten ein Vogel. Als man vom Kleinkaliber auf schwere Munition wechselte, brachte bereits der achte Schuss um 13.45 Uhr das Ende des Schießens. Dadurch wurde Heinz Schulze neuer König. Königin wurde Irmgard Hater. Die Inthronisation im Festzelt leitete Präsident Anton Baumeister. © privat

Am Kiliansmontag des Jahres 1995 riss der in der Kilianstraße wohnende Kilian Zens auf der Vogelrute bei Große-Ruiken um 15.20 Uhr die Arme hoch. Der 29-jährige Diplom-Ingenieur hatte den letzten Rest des Vogels mit dem 287. Schuss von der Stange geholt. Als Königin in spe stellte er Claudia Oberheim vor. Die Entscheidung wurde aber fünf Minuten später wieder aufgehoben, weil Claudia Oberheim nicht mehr in Schermbeck wohnte. Endgültige Königin wurde die 23-jährige Köchin Sandra Stuihldreier.

Am Kiliansmontag des Jahres 1995 riss der in der Kilianstraße wohnende Kilian Zens auf der Vogelrute bei Große-Ruiken um 15.20 Uhr die Arme hoch. Der 29-jährige Diplom-Ingenieur hatte den letzten Rest des Vogels mit dem 287. Schuss von der Stange geholt. Als Königin in spe stellte er Claudia Oberheim vor. Die Entscheidung wurde aber fünf Minuten später wieder aufgehoben, weil Claudia Oberheim nicht mehr in Schermbeck wohnte. Endgültige Königin wurde die 23-jährige Köchin Sandra Stuihldreier. © privat

Am Schützenfest-Montag des Jahres 2019 holte Bernd Becker an der Vogelrute bei Große-Ruiken mit dem 560. Schuss den letzten Rest des Altschermbecker Vogels aus luftiger Höhe herab. Knapp zwei Stunden später wurden er und Ulla Bienbeck als neues Königspaar der Kiliangilde Altschermbeck inthronisiert. Wegen der durch das Coronavirus bedingten Einschränkungen hat sich der Thron bereit erklärt, ein weiteres Jahr lang die Regentschaft zu übernehmen. Das Königspaar beantwortete Helmut Scheffler ein paar Fragen.

Mit dem 560. Schuss beförderte Bernd Becker den Überrest des Vogels auf den Boden und wurde lautstark vom Schützenvolk auf den Schultern seiner Kameraden gefeiert.

Mit dem 560. Schuss beförderte Bernd Becker den Überrest des Vogels auf den Boden und wurde lautstark vom Schützenvolk auf den Schultern seiner Kameraden gefeiert. © Berthold Fehmer

Am 15. Juli 2019 gaben Sie den besten Schuss ab. Hatten Sie sich vorgenommen, neuer Regent im Königreich Altschermbeck zu werden?

Bernd Becker: Ja, ich hatte es bereits in den zwei Jahren zuvor auch versucht und bin jeweils „Vize“, also Vorletzter, geworden. Das hat mich im vorigen Jahr dann ganz besonders angespornt.

Wie sind Sie in das Altschermbecker Schützenwesen hineingewachsen?

Bernd Becker: Sowohl in meiner Familie als auch in der meiner Frau gibt es eine sehr lange Tradition. Mein Opa war Präsident, mein Vater König, meine Frau und meine Schwiegermutter Königinnen. Aber das eigentlich Motivierende, was unser Fest auch ausmacht, sind das Zusammenkommen von Jung und Alt und die stets großartigen Stimmungen beim Feiern in Altschermbeck.

Wann und wie haben Sie erfahren, dass Sie Königin werden?

Ulla Bienbeck: Der König hatte mich bereits Karneval 2017 angesprochen und mein Interesse ausgelotet. Natürlich habe ich sofort zugestimmt, denn ich wusste, dass wir gemeinsam Spaß haben werden. Deshalb war ich auch im vergangenen Jahr darauf vorbereitet, dass dies gegebenenfalls passieren könnte und war mit meinen Freundinnen an der Vogelstange. Als die letzten Vogelteile von der Stange geschossen wurden und klar war, dass ich Königin würde, hieß es nur noch „Yeah“.

Bis zur Inthronisation hatten Sie nur zwei Stunden Zeit. Da war sicherlich schnelles Handeln angesagt, oder?

Bernd Becker: Mir war es wichtig, zunächst den Ehrenpräsidenten der Altschermbecker Schützengilde Ernst-Christoph Grüter, der mir die Daumen gedrückt hatte, persönlich von meinem Erfolg zu informieren, also bin ich direkt von der Vogelrute mit dem Fahrrad zu ihm gefahren.

Ulla Bienbeck: Den Friseur, was für Frauen ja stets sehr wichtig ist, hatten wir an der Hand, dort wurden wir dann auch bereits mit Sekt und Kaffee versorgt. Die Männer haben schwarze Anzüge und die Frauen Kleider, die sie schon einmal getragen hatten, aus dem Schrank geholt und Vorstandsmitglieder unterstützten mit weißen Fliegen, Handschuhen und Zylinder, alles überhaupt kein Problem.

Was fällt Ihnen spontan ein, wenn Sie nach den Eindrücken von Ihrer Inthronisation, vom Umzug und vom Festball gefragt werden?

Bernd Becker: Das ist unbeschreiblich und sollte sich keiner entgehen lassen, weil uns so viel Freude entgegengebracht wurde. Begeisterter Jubel schon bei der Inthronisierung, großartige Beteiligung der Schützen beim Umzug, ausgelassene Stimmung im Festzelt und letztlich bis nach dem Sonnenaufgang auf der Straße vor dem Königshaus weitergefeiert.

Welche Verpflichtungen mussten Sie seit Beginn Ihrer Regentschaft übernehmen?

Bernd Becker: Die Frage ist falsch gestellt, weil sie etwas negatives impliziert. Wir freuen uns immer, wenn wir gemeinsam etwas unternehmen dürfen und sei es auch nur Unkraut am Kilians-Denkmal jäten, denn auch das kann Spaß machen. Es ist super, den Nachwuchs beim Kinderschützenfest in Rüste zu erleben, ganz besonders haben wir uns gefreut, dass das Schützenfest in Uefte-Overbeck in unsere Regentschaft fiel und wir die Nachbargilde an mehreren Tagen besuchen durften. Aber auch das Oktoberfest des Hauses Kilian, wo uns das Engagement der Beschäftigten berührt hat, bleibt in unserer Erinnerung. Als König bereitet es Vergnügen darüber hinaus an den monatlichen Vorstandssitzungen teilnehmen zu dürfen, denn erst da wird so richtig klar, was für ein tolles Team mit so unterschiedlichen Talenten wir haben. Dies inkludiert selbstverständlich auch unsere Offiziere und wir schätzen es sehr, dass wir diese, aber auch deren Ehefrauen, die den Einsatz der Männer unterstützen, viel besser kennenlernen konnten.

In diesem Jahr wird es wegen des Coronavirus kein neues Königspaar geben. Freuen Sie sich über die Verlängerung Ihrer Regentschaft?

Bernd Becker: Grundsätzlich ja, denn das gibt uns die Gelegenheit die ausgefallenen Veranstaltungen wie zum Beispiel die Weinprobe oder die Fahrt ins Blaue im kommenden Jahr nachzuholen. Andererseits waren wir schon so gut ins Jahr 2020 gestartet und „eingeschwungen“, dass wir gerne im Festzelt gefeiert hätten.

Ulla Bienbeck: Wir sind aber froh, dass es der Gilde gelingt, in dieser schwierigen Situation die Schützen und ihre Familien nicht aus den Augen zu verlieren und wir – gutes Wetter vorausgesetzt – am 12. Juli um 10.30 Uhr einen Feldgottesdienst auf dem Festplatz ebenso anbieten können wie eine „Überraschung“ am Nachmittag. Getreu dem Motto unserer Videos „Wir machen gemeinsam das Beste daraus“, die über unsere Internetseite altschermbeck.com aufgerufen werden können.

Ihre Antwort signalisiert eine große Begeisterung. Wenn Sie einen Werbeflyer für das Altschermbecker Schützenwesen erstellen sollten, was würden Sie unbedingt hineinschreiben?

Bernd Becker: Kilian-Schützenfest Altschermbeck bedeutet pure Lebensfreude. Das Fest für Jung und Alt in (Alt-) Schermbeck. Hier wird gefeiert und gelacht, komm und sei dabei!

Wenn Sie die Altschermbecker Schützen mit zwei bis drei Sätzen zum Königsschuss ermuntern müssten, was würden Sie ihnen nahelegen?

Bernd Becker: Einer muss den Job ja machen, aber da wir ein tolles Vorstands- und Offiziers-Team haben, macht dies so viel Spaß, dass man gar nicht mehr aufhören möchte.

Ulla Bienbeck: Ich habe noch keinen ehemaligen König gesprochen, der nicht restlos begeistert war, allein der Jubel beim Einlaufen ins Festzelt. Das sollte man sich nicht entgehen lassen, wer irgendwelche Zweifel hat, möge mich bitte ansprechen.

Gibt es sonst noch etwas, was Sie am Ende Ihres ersten Regentschaftsjahres sagen möchten?

Bernd Becker: Natürlich möchten wir uns bei allen bedanken, die uns in unserem ersten Amtsjahr so fabelhaft unterstützt haben. Auch für das kommende Jahr versprechen wir eine milde Regentschaft.

Mehr Informationen über die Kilian Schützengilde Altschermbeck 1877 e.V. gibt es auf der Homepage. https://www.altschermbeck.com/index.php