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Drittklässler werden zu „großen“ Informatikern

Region Zukunft

Informatik, Technik, Mechanik: Das Kinder- und Jugendtechnologiezentrum Dortmund (KITZ.do) führt Grundschüler an komplexe Themen heran und bereitet sie somit auf die „Stadt der Zukunft“ vor.

29.10.2019, 10:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Drittklässler werden zu „großen“ Informatikern

Die Schüler beschäftigten sich unter anderem mit Binärzahlen und erhielten auch Unterstützung von Carlos Böck (Bild unten), dem Schulleiter der Petri Grundschule. © Kaminski

Durch die ständig fortschreitende technische Entwicklung, mit der auch schon Grundschüler täglich konfrontiert werden, ist es notwendig, die nächste Generation frühzeitig an das Thema Informations- und Kommunikationstechnik heranzuführen.

Tablets, Smartphones und Laptops sind in jedem Haushalt vorhanden, und fast jeder Grundschüler besitzt inzwischen mindestens eines dieser Geräte. Doch nicht nur im privaten, sondern auch im öffentlichen Raum ist die Informations- und Kommunikationstechnik nicht mehr wegzudenken. Ampeln, Straßenbeleuchtung, Parkleitsysteme, Alarmanlagen, Flughäfen: Hinter alldem stehen Programme, welche zur Steuerung dieser Technik entwickelt wurden.

„Stadt der Zukunft“

Um das sonst so abstrakte Thema Informatik für Grundschüler greifbar und verständlich zu machen und sie für die MINT-Fächer zu begeistern, hat das Kinder- und Jugendtechnologiezentrum Dortmund (KITZ.do) das Projekt „Stadt der Zukunft“ ins Leben gerufen, welches auf zwei Jahre ausgelegt ist.

„Damit die Schüler die Denkweise dieser Geräte verstehen, lernen sie informatische Grundkonzepte und deren Anwendung praktisch und spielerisch kennen“ so Max Hörbelt, einer der verantwortlichen Projektmitarbeiter bei KITZ.do, der die Kinder in den jeweiligen Grundschulen betreut.

Mit dabei sind vier Dortmunder Schulen mit ihren dritten Klassen: Neben der Landgrafenschule, der Liebig Grundschule und der Fichte Grundschule ist auch die Petri Grundschule vertreten.

Drittklässler werden zu „großen“ Informatikern

© gd

Die Schüler treffen sich, aktuell im ersten Projektjahr, wöchentlich und beschäftigen sich zunächst insbesondere mit dem Fachbereich Informatik. In kleinen Gruppen lösen sie knifflige Aufgaben an verschiedenen Stationen und werden dabei gleichermaßen gefordert wie gefördert. So machen die Kinder beispielsweise erste Erfahrungen mit den Unterschieden zwischen dem binären und dem dezimalen Zahlensystem und entdecken, wie ein Computer Daten und Informationen in Zahlenfolgen codiert.

Im zweiten Projektjahr verschiebt sich der Schwerpunkt dann auf technisches und mechanisches Grundwissen. Zum Abschluss präsentieren sie dann ihre Stadt der Zukunft als Modell – mit Wohnvierteln, Straßenkreuzungen, Ampelanlagen, einem Energiepark aus regenerativen Energien und vielem mehr – alles selbst gebaut, inklusive der elektronisch gesteuerten Autos und Anlagen.
Betreut und begleitet werden die Schüler dabei stets vom KITZ.do-Team, welches sich um die komplette Organisation und Konzeption des Projektes kümmert. Finanziell gefördert wird es durch die Karl-Kolle-Stiftung.

Individuelle Betreuung

„Die Schüler lernen aktuelle Techniken aus dem Bereich der Informatik kennen und können diese neu gewonnenen Kenntnisse auf ihre Stadt anwenden“, so Hörbelt. „Durch die Stationsarbeit, viel Zeit und einen sehr guten Betreuungsschlüssel, kann jedes Kind individuell in die Themen einsteigen und sie je nach Fähigkeiten vertiefen“, sagt Hörbelt. Praktische Unterstützung erhält er bei der Petri Grundschule vom Schulleiter Carlos Böck höchstpersönlich, der sich vom Projekt begeistert zeigt: „Ich bin erstaunt, was die Kinder auf spielerische Art vermittelt bekommen und wie sie unterbewusst zu kleinen Informatikern werden. Auch die Mädchenförderung im Bereich MINT wird durch das Projekt natürlich vorangetrieben.“ Die Petri-Grundschule ist übrigens bereits zum zweiten Mal beim Projekt dabei.

„Darauf sind wir stolz“, so Böck. „Doch als Schulleiter und Vater würde ich mich natürlich freuen, wenn diese Möglichkeit auch anderen Schulen zugänglich gemacht wird und das Projekt künftig vielleicht auf breiteren Füßen stehen kann.“ Mit diesem Wunsch steht Böck nicht alleine da, auch Prof. Winfried Pinninghoff von der Karl-Kolle-Stiftung, die das Projekt finanziell fördert, würde eine Ausweitung begrüßen: „Mit diesem Projekt sind wir auf dem richtigen Weg. Deshalb wäre es zutiefst sinnvoll, wenn sich weitere Stiftungen und Unternehmen finden würden, um dieses Projekt noch mehr Schülerinnen und Schülern zuteil werden zu lassen.“