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Herz- und Diabeteszentrum NRW und AOK NORDWEST kooperieren

Delir vermeiden

Eine vorübergehende Funktionsstörung des Gehirns (Delir) zählt zu den häufigsten Komplikationen nach herzchirurgischen Eingriffen bei älteren Patienten ab 65 Jahren.

09.10.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein typischer Funktionstest ist die Handkraftmessung als Bestandteil der Untersuchungen vor der OP.

Ein typischer Funktionstest ist die Handkraftmessung als Bestandteil der Untersuchungen vor der OP. © AOK/hfr

Als typische Symptome können Orientierungslosigkeit, Verwirrtheit und Halluzinationen auftreten. Um diese Nebenwirkungen zu verhindern, haben die AOK NORDWEST und das Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen einen in dieser Form in Westfalen-Lippe einmaligen Qualitätsvertrag zur Prävention des postoperativen Delirs geschlossen.

Dabei sollen die Risikopatienten identifiziert, das Delir rechtzeitig mittels valider Testverfahren erkannt und gleichzeitig Präventionsmaßnahmen eingesetzt werden, um die Schwere und Dauer des Delirs zu senken und langfristig eine Pflegebedürftigkeit zu vermeiden. „Wir sind davon überzeugt, mit diesem neuen interdisziplinären Behandlungskonzept die Versorgung unserer AOK-Versicherten deutlich zu verbessern, deren Lebensqualität zu erhöhen und die Delirrate zu senken“, sagt Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK NORDWEST.

Akute Störung des Gehirns

Als akute Störung des Gehirns kann ein postoperatives Delir je nach Dauer und Aus-wirkung die Lebensqualität der Patienten zum Teil erheblich beeinträchtigen. „Insbesondere bei älteren und kognitiv eingeschränkten Patienten tritt das postoperative Delir auf. Damit verbunden sind oft weitere kostenintensive Behandlungen und langfristig ein erhöhter Pflegeaufwand“, sagt Dr. Karin Overlack, Geschäftsführerin des Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen.

Kognitive und körperliche Funktionstests

Vor der Operation werden daher kognitive und körperliche Funktionstests der Patienten erfasst und ein Delirscreening durchgeführt. Zur Prävention eines postoperativen Delirs gehören auch die Wahl des Anästhesieverfahrens, nicht-pharmakologische Präventionsmaßnahmen (Lärm- und Stressreduktion) sowie die physiotherapeutische und psychologische Betreuung der Patienten.

„Mit unserem besonderen interdisziplinären Schulungs- und Qualifizierungskonzept werden alle Beteiligten über die Bedeutung des Delirs, die Risikofaktoren, Screeningmethoden und die damit verbundenen notwendigen organisatorischen Abläufe einschließlich der Dokumentation informiert“, betont Dr. Overlack.