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Gut für Knochen und Immunsystem

Vitamin D

Vitamin D stärkt die Knochen und das Immunsystem. Praktisch, dass der Körper es selbst bilden kann.

06.03.2017, 15:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Foodtrendforscherin Hanni Rützler

Foodtrendforscherin Hanni Rützler

In Apotheken und Reformhäusern werden Vitamin-D-Präparate das ganze Jahr über angepriesen. Knochenstärkend, gut fürs Immunsystem – selbst gesundheitsbewusste Menschen kommen ins Grübeln. Eine zusätzliche Vitamin-D-Zufuhr kann sicher nicht schaden. Zumal Vitamin D noch mehr kann: Es regelt den Calcium- und Phosphatstoffwechsel im Körper und ist auch noch an anderen Stoffwechselvorgängen beteiligt, außerdem hat Vitamin D Einfluss auf die Muskelkraft.

Breitengrad und Jahreszeit entscheidend

Das Besondere an Vitamin D ist, dass unser Körper seinen Bedarf nur zu etwa 10 bis 20 Prozent aus Nahrungsmitteln deckt, in denen Vitamin D enthalten ist. Viel entscheidender ist die körpereigene Vitamin-D-Produktion. Dank der Sonnenlichtbestrahlung unserer Haut (UVB-Lichtexposition) ist der Mensch ist in der Lage, Vitamin D selbst zu bilden.

Wie viel er bildet, hängt von verschiedensten Faktoren ab, zum Beispiel Breitengrad, Tages- und Jahreszeit, Witterung, Kleidung, Aufenthaltsdauer im Freien sowie dem Hauttyp und auch der Verwendung von Sonnenschutzmitteln, die die körpereigene Produktion vermindern.

Speicher im Frühjahr auffüllen

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) reicht es in Deutschland für Erwachsene aus, im Sommerhalbjahr pro Tag ein Viertel der Körperoberfläche (Gesicht, Hände und Teile von Armen und Beinen) zwischen 12 und 15 Uhr je nach Hauttyp und Jahreszeit 5 bis 25 Minuten der Sonne auszusetzen. Im Gegensatz zu den Sommermonaten ist die Sonnenbestrahlung in Deutschland in den Monaten von Oktober bis März allerdings nicht stark genug, um eine ausreichende Vitamin-D-Bildung zu gewährleisten.

Die gute Nachricht: Vitamin D kann im Körper gespeichert werden. Diese Speicher tragen zur Vitamin-D-Versorgung im Winter bei und können ab dem Frühjahr wieder aufgefüllt werden.

Präventives Potenzial oft ungenutzt

Dank der Speicherfunktion geht die DGE davon aus, dass ein Großteil der Bevölkerung auch in den Wintermonaten nicht unter einem Vitamin-D-Mangel leidet. Allerdings gibt es bei dieser Behauptung auch ein „Aber“: Demnach erreichen fast 60 Prozent der Bundesbürger die wünschenswerte Blutkonzentration nicht. Das heißt, ein großer Anteil der Bevölkerung hat zwar keinen Mangel, nutzt aber das präventive Potenzial von Vitamin D für die Knochengesundheit nicht aus und ist somit nicht ausreichend versorgt.

Über Nutzen oder Nicht-Nutzen einer Einnahme zusätzlicher Vitamin-D-Präparate ist sich die Wissenschaft noch uneins. Es gibt zahlreiche Studien, die sich mit dem Thema befassen. Das Deutsche Ärzteblatt veröffentlichte 2014 eine Stellungnahme zu einer Meta-Analyse in Lancet Diabetes & Endocrinology, bei der verschiedene Studien zusammengefasst und untersucht wurden. Eine Erkenntnis: Es gibt für den Körper kaum einen Zusatz-Nutzen durch Vitamin-D-Nahrungsergänzungsmittel, lediglich 15 Prozent der Studienteilnehmer profitierten.

Studienlage

Das Robert-Koch-Institut stellte 2012 fest, dass es vor allem bei älteren Frauen einen Vitamin-D-Mangel gebe, über den man diskutieren müsse. Dazu passt die Studie des Universitätsspitals Zürich, bei der Senioren drei unterschiedlich hoch dosierte Vitamin-D-Präparate verabreicht wurden. Das überraschende Ergebnis: Die Standarddosis Vitamin D schützt Senioren am besten vor weiteren Stürzen, eine zu hohe Dosis bleibt wirkungslos.

„Bei Senioren, die schon einmal gestürzt sind, bringt eine hohe monatliche Vitamin-D-Dosis oder eine Blutspiegelerhöhung auf über 44.7 Nanogramm pro Milliliter keinen Vorteil“, sagt Studienleiterin Prof. Dr. med. Heike Bischoff-Ferrari.

 

Was bei einem Mangel hilft

Wer glaubt, unter einem zu niedrigen Vitamin-D-Wert zu leiden oder dies auch vom Arzt bestätigt bekommt, hat verschiedene Möglichkeiten. Eine erste Maßnahme besteht darin, vor allem in den Sommermonaten regelmäßig nach draußen zu gehen. Eine zweite Maßnahme könnte bedeuten, vor allem solche Lebensmittel zu essen, die von Natur aus Vitamin D enthalten. So empfiehlt es sich beispielsweise, ein- bis zweimal pro Woche fetten Seefisch wie Hering oder Lachs zu verzehren. Sie enthalten neben Vitamin D auch n-3 Fettsäuren und Jod. Ebenfalls nennenswerte Mengen enthalten Eigelb, Pfifferlinge, Champignons oder Rinderleber.

Grundsätzlich kann man nach Angaben der DGE davon ausgehen, dass eine ausgewogene Ernährung und ein ausreichender Aufenthalt im Freien mit entsprechender Sonnenbestrahlung der Haut für die meisten Menschen ausreichend für eine gute Vitamin-D-Versorgung sind. Wo dies nicht gewährleistet ist oder wo ein erkennbarer Mangel diagnostiziert wurde, sind Vitamin-D-Supplemente eine praktische Lösung – wie hoch dosiert diese sein sollten, kann aber letztendlich am besten der Hausarzt feststellen.