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Keine Angst vor Typhus & Co.: Richtig impfen, gesund urlauben

Reiseschutzimpfungen

Ob beruflich oder zur Entspannung: Auch in Zeiten von Corona reisen täglich Menschen um die Welt. Planen Sie eine Fernreise, ist der richtige Impfschutz das A und O.

06.10.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Die Zeit im Urlaub unbeschwert genießen – und wieder gesund heimkehren Reiseschutzimpfungen schützen vor Krankheiten, die hierzulande aufgrund des Klimas nicht verbreitet sind.

Die Zeit im Urlaub unbeschwert genießen – und wieder gesund heimkehren Reiseschutzimpfungen schützen vor Krankheiten, die hierzulande aufgrund des Klimas nicht verbreitet sind. © AOK/hfr.

Informieren Sie sich am besten sobald das Ziel bekannt ist, darüber, welche Impfungen für Ihr Urlaubsland empfohlen werden.

Täglich reisen tausende Menschen durch die Welt. Auch in Länder, in denen es noch Krankheiten gibt, die durch Impfstoffe vermeidbar wären – und die in Deutschland bereits ausgerottet sind. Besonders in Ländern mit warmem oder tropischem Klima ist die Infektionsgefahr oft höher als gedacht. Zum Glück gibt es einen wirksamen Schutz: Reiseimpfungen. Zu Impfstoffen und dem richtigen Impfzeitpunkt lassen Sie sich bei Ihrem Hausarzt oder einem Tropeninstitut beraten.

Auch das Auswärtige Amt gibt nützliche Tipps zu gesundheitsrelevanten Themen wie Impfschutz und Hygiene. Allgemein gilt: Vorsicht bei rohen Lebensmitteln, ungenügend aufbereitetem Trinkwasser, Insektenstichen und Sexualkontakten – oder wenn im Rahmen eines Praktikums oder Freiwilligenarbeit in Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen Kontakt zu kranken Menschen besteht.

Die wichtigsten Reiseschutzimpfungen im Überblick

  • Cholera: Die akute Magen-Darm-Infektion wird durch Bakterien verursacht. Die Übertragung erfolgt durch verunreinigtes Wasser oder Nahrung sowie über den direkten Kontakt mit Oberflächen, die mit dem Erreger verschmutzt sind. Abenteuer-, Rucksack- oder Trekking-Reisende in tropischen oder subtropischen Verbreitungsgebieten mit eingeschränkten hygienischen Bedingungen (Afrika, Asien und Südamerika) sollten sich impfen lassen.

  • Gelbfieber: Die lebensbedrohliche Virusinfektion wird durch Mücken übertragen und kann Leber und Nieren schädigen. Eine Impfempfehlung besteht für Reisende in Gelbfiebergebiete entlang des Äquators (Afrika, Amerika) und für Reisende in asiatische und europäische Länder, die eine Impfung bei Einreise aus Infektionsgebieten verlangen, um eine Einschleppung der Krankheit zu vermeiden.

  • Hepatitis A und Hepatitis B: Beide Hepatitis-Typen sind Virusinfektionen der Leber. Hepatitis-A-Viren werden über den Darm ausgeschieden, die Infektion erfolgt bei Berührung von Mensch zu Mensch, über die Nahrung bzw. rohe Speisen oder infiziertes Wasser. Hepatitis-B-Viren werden durch Sexualkontakte, Spritzen, Kanülen oder Bluttransfusionen aber auch unsachgemäß durchgeführte Tätowierungen übertragen. Hepatitis-A-Impfungen werden für Reisende in Risikogebiete empfohlen (die meisten tropischen Gebiete in Asien, Afrika, Mittel- und Südamerika sowie den Mittelmeerraum und Osteuropa), während Hepatitis-B-Impfungen grundsätzlich vor jeder Reise empfohlen werden.

  • Japan-Enzephalitis: Die schwere Virusinfektion, die eine Hirnentzündung mit sich zieht, wird über die Culex vishnui-Mücke von Haustieren auf den Menschen übertragen. Die Erkrankung kommt vor allem in Ost-, Südost- oder Südasien, Papua Neuguinea oder die Nordspitze Australiens vor. Bei Reisen in ländliche Gebiete während der Regenzeit sollte eine Impfung erwogen werden. Vor allem bei Kindern kommt es bei der Infektion zu Gehirnhautentzündung mit Kopfschmerzen, Krampfanfällen und Bewusstseinstrübung bis hin zum Tod. Eine spezielle Therapie gibt es nicht.

  • Malaria: Gegen Malaria, eine durch Parasiten verursachte Infektionskrankheit, gibt es keinen Impfstoff. Das Erkrankungsrisiko kann jedoch durch konsequenten Mückenschutz und eine medikamentöse Vorbeugung minimiert werden. In Gebieten mit hohem Malariarisiko, wie in Zentralafrika und Teilen Südamerikas und Südasiens, wird zusätzlich eine medikamentöse Vorbeugung (Malariaprophylaxe) empfohlen.

  • Meningokokken-Meningitis: Diese Erkrankung wird durch Bakterien ausgelöst, die durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden. Überwinden die Erreger die Schleimhautbarriere im Nasen-Rachen-Raum, können sie schwere Erkrankungen wie eine Hirnhautentzündung (Meningitis) und/oder eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. Reisende mit dem Ziel Sahelzone Afrikas, Nordindien, Nepal, Mongolei, Großstädte Südamerikas, Mekka in Saudi-Arabien sowie Entwicklungshelfer und medizinisches Personal sollten sich impfen lassen.

  • Tollwut: Eine ausgebrochene Tollwuterkrankung kann nicht medikamentös behandelt werden und verläuft immer tödlich. Für Reisende in Regionen mit hoher Tollwutgefährdung (u. a. Indien, China, Südostasien, Südamerika, Teile der USA und Osteuropa sowie im tropischen Afrika) ist eine Schutzimpfung unbedingt zu empfehlen. Die Viruserkrankung wird vor allem durch Biss- oder Kratzverletzungen übertragen.

  • Typhus: Empfohlen wird die durch Bakterien (Salmonellen) ausgelöste Infektionskrankheit für Reisende in alle tropischen und subtropischen Länder mit eingeschränkten hygienischen Bedingungen und Personen mit chronischen Darmerkrankungen.

Wie viel kosten Reiseschutzimpfungen?

Reiseimpfungen gehören nicht zu den gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen der Krankenkassen. Im Rahmen des 500 EUR-Gesundheitsbudgets bietet die AOK NORDWEST ihren Versicherten eine Erstattung von 80 Prozent der Impfkosten an. Voraussetzung: Die Reiseimpfungen werden für das ausgewählte Reiseland von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen.

Nimmt Ihr Hausarzt die Impfung vor, stellt dieser ein Rezept über den Impfstoff aus, den Sie zunächst privat bezahlen. Nach erfolgter Impfung reichen Sie das Rezept und die Rechnung über die Impfkosten bei der AOK NORDWEST ein.