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Ein Feuerwerk an Kreativität – zum Genießen, Anregen, Aufregen und Mitmachen

Programmhighlights

Was haben Anna Loos, Culcha Candela, das Bundesjugendjazzorchester (BuJazzO) und Adel Tawil gemeinsam? Sie treten alle beim 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund auf.

28.05.2019, 13:51 Uhr / Lesedauer: 4 min
Ein Feuerwerk an Kreativität – zum Genießen, Anregen, Aufregen und Mitmachen

Mehr als 600 kulturelle Veranstaltungen erwarten die Teilnehmer*innen des Kirchentages in Dortmund. Stimmungsvolle Momente sind garantiert. © DEKT/Michalak

Mehr als 600 kulturelle Veranstaltungen erwarten die Teilnehmer*innen des Kirchentages in Dortmund. Eine Auswahl der vielen Höhepunkte und ganz persönlichen Favoriten stellen Kirchentagspräsident Hans Leyendecker, Julia Helmke, Generalsekretärin des Kirchentages, Präses Annette Kurschus, Landeskirchenrat Vicco von Bülow, sowie Andres Kuhn, zuständig für das regionale Kulturprogramm vor.

Neben den Open Air Bühnen auf Hansa-, Friedensplatz und Altem Markt finden sich lang etablierte Kulturorte wie das Domicil, das Depot oder das Freizeitzentrum West (FZW) ebenso unter den kulturellen Veranstaltungsorten wie Messehallen oder zahlreiche Kirchen in der Stadt.

Prominent besetzte Veranstaltungen

Hans Leyendecker: „Der Kirchentag hat ein unglaublich vielfältiges Programm, aber er läuft nicht auseinander! Er wird zusammengehalten von unserer Losung, dem Vertrauen. Jede Veranstaltung hat etwas mit Vertrauen zu tun. Mit dem Vertrauen auf Gott, mit der Frage nach dem Vertrauen in unsere Kirche, in Gesellschaft und Politik und mit dem Vertrauen in unsere Zukunft. Wir setzen mit diesem Programm auch ein Zeichen gegen die Spaltung und Polarisierung der Gesellschaft, gegen die Verrohung der Sprache und gegen Ressentiments und Fremdenfeindlichkeit.“

Als prominent besetzte Veranstaltungen, die sich umfassend mit Vertrauen und Orientierung befassen, nannte Leyendecker den Hauptvortrag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: „Zukunftsvertrauen in der digitalen Moderne“ und das Gespräch zwischen Bundespräsident a.D. Joachim Gauck u.a. mit der Schriftstellerin Thea Dorn über die „German Angst“ sowie das Podium mit Bundespräsident a.D. Christian Wulff zur Frage „Nicht nur der Islam gehört zu Deutschland – Wie viel Religion verträgt unsere Gesellschaft?“ und das Gespräch zwischen Bundespräsident a.D. Horst Köhler und Entwicklungsminister Gerd Müller zum aktuellen Verhältnis zwischen Europa und Afrika als „Meer-Nachbarschaft“.

Partizipative und interaktive Formate

Julia Helmke erläutert: „Es geht um Augenhöhe statt Sonntagsreden. Im Programm finden sich so viele partizipative und interaktive Formate wie noch nie. Mitten in der Stadt gibt es ein großes Workshophaus mit über 160 Veranstaltungen. Mehrere hundert kulturelle und sportliche Mitmachangebote werden die Stadt füllen. Und wir werden genau hinschauen und uns auch streiten. Dafür stehen Veranstaltungen wie die Diskussion #MeToo: Sensibilisierung oder Empörungsblase u.a. mit Serdar Somuncu und #aufschrei Initiatorin Anne Wizorek, und das Barcamp „Das soll doch noch gesagt werden dürfen!“ sowie viele Basis-Initiativen im International Peace Centre, die dazu ermutigen, sich einzumischen.“

Auch zwei Jubiläen werden auf dem Kirchentag begangen: „Wir feiern 70 Jahre Kirchentag mit einer musikalischen Zeitreise und 40 Jahre Feierabendmahl“, betont die Generalsekretärin. Sie freue sich auf klangvolle Konzerte, viele Politische Nachtgebete und die Großgottesdienste, die an so unterschiedlichen Orten wie auf einer Straßenkreuzung oder im Stadion stattfinden.

Regionale Projekte der Evangelischen Kirche von Westfalen

Präses Annette Kurschus hebt besonders die regionalen Projekte der Evangelischen Kirche von Westfalen hervor: „Auf dem Kirchentag wird es zum ersten Mal ein Zentrum Sport geben. Sport gehört in die Region und ins Revier; auch als eine der großen gesellschaftlichen Bindekräfte der Gegenwart. Wir fragen im Zentrum Sport: Was verbindet Sport und Glaube? Was bedeuten Teamgeist, Fairness und Vertrauen „auf’m Platz“, im Glauben und darüber hinaus? Und ich freue mich auf das Zentrum Wandel im Uniongewerbehof. Mit dem Wandel geht es hier um ein Phänomen, das unsere Zeit prägt wie kaum etwas anderes. Eine Fähigkeit, die Dortmund und die Region beherrschen wie kaum jemand sonst.“

Ein besonderes Projekt dieses Kirchentages ist der Rote Faden Migration, Integration und Anerkennung, deren Schirmherrin Annette Kurschus ist. Schon bei der Besetzung der ehrenamtlichen Projektleitungen haben Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund mitgewirkt. Sichtbar im Programm ist der Schriftzug des Roten Fadens. Er taucht über 65-mal auf bei Ausstellungen, Führungen, Gottesdiensten, Podien und Workshops. Den Beginn markiert das Hauptpodium „Dazu gehören, aber wozu?“ unter anderem mit Aladin El-Mafaalani, Bestseller-Autor und Leiter Integrationspolitik im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration in Nordrhein-Westfalen und der Journalistin Ferda Ataman aus Berlin.

Kulturkirche im Depot

Das Depot in der Dortmunder Nordstadt wird zur Kulturkirche des Kirchentages. In einem eigens für den Kirchentag entworfenen Raumkonzept werden aktuelle Fragestellungen aus den Themenfeldern Heimat und Kunstfreiheit diskutiert. So wird beispielsweise Hans Dieter Heimendahl, Programmchef von Deutschland Radio Kultur, die Schriftstellerin Thea Dorn fragen, ob die Kunstfreiheit am Ende ist. Johann Hinrich Claussen, Kulturbeauftragter der EKD und der Intendant der Ruhrfestspiele, Olaf Kröck, werden erörtern, wie das Theater Beheimatung für Viele schafft. Dazu gibt es zahlreiche performative Formate und Interventionen.

Im Sweet Sixteen, dem renommierten Programmkino im Depot, findet die Filmreihe des Kirchentages statt: zum Beispiel mit dem Grimmepreis-prämierten Dokumentarfilm „The Cleaners – Im Schatten der Netzwelt“. Regisseur Züli Aladag wird die Hintergründe und die Arbeit zu seinem Film „Die Opfer – Vergesst mich nicht!“ aus der Trilogie „Mitten In Deutschland: NSU“ erläutern. Weitere Veranstaltungen befassen sich mit dem neuen deutschen Heimatfilm, dem Vertrauen in Bilder oder beleuchten die Jugendkulturen und das Thema in Musik in Film und Video.

Programm des Kulturbeirats

Vicco von Bülow betont:„Um die Kräfte zu bündeln, hat die Evangelische Kirche von Westfalen einen Kulturbeirat einberufen. Einen Teil des Programms haben die 43 Beiratsmitglieder und die von ihnen vertretenen Institutionen selbst auf die Beine gestellt.“

Ergebnis der Arbeit des Beirats sind 77 verschieden Kulturveranstaltungen des regionalen Kulturprogrammes an 38 unterschiedlichen Orten in Dortmund an denen 1200 Menschen aktiv mitwirken. Ein Beispiel: das Bild des italienischen Graffiti-Künstler Vesod an der JVA Dortmund – ein riesiges Wandgemälde, das nachhalten wird. „Dazu wird es Workshops für Jugendliche – und getrennt davon auch für Insassen der JVA geben“, erklärte von Bülow. „Und wir freuen uns besonders, dass im Rahmen des regionalen Kulturprogramms, die Museen der Stadt Dortmund freien Eintritt für alle Kirchentagsbesucher*innen anbieten. Das lohnt sich!“

Weitere laut von Bülow spannende Angebote des regionalen Kulturprogramms: Die Uraufführung der eigens komponierten, elektronischen Kammeroper „Nova - Imperfection Perfection“ des zeitgenössischen Komponisten Franz Danksagmüller. Das Literaturfest zum Thema „Vertrauen“ am Donnerstag und Freitag präsentiert Autor*innen aus der Region, die, passend zur Kirchentagslosung, unterschiedlichste Texte aus ihren aktuellen Büchern vorlesen: nachmittags ab 15 Uhr als Lese- und Mitmachprogramm für Kinder und abends ab 19 Uhr als Literaturlesungen und -gespräche für Erwachsene, unter anderem mit Frank Goosen, Sarah Meyer-Dietrich und Ralf Thenior.

Geschichte aus dem Revier

Andres Kuhn, Koordinator des regionalen Kulturprogrammes, hebt zwei Veranstaltungsorte hervor, die auf besondere Weise Veranstaltung und Ort miteinander verbinden. So wird unter dem Leitgedanken „Erinnern, Begegnen, Bedenken“ in der Zeche Zollern, einerseits Geschichte aus dem Revier erzählt, andererseits mit Ausstellungen und Aufführungen auch weltweiter geschichtlicher Ereignisse in spezieller Weise gedacht. Im Hoesch-Museum zeigt eine Ausstellung zum Thema „Migration und Religion im Ruhrgebiet. Neue HEIMAT finden – auf VIELFALT vertrauen – im Revier leben“ einen anderen Aspekt des Lebens in Dortmund und Umgebung. „Die Ausstellung zeigt, dass Migration auch stabilisieren, Brücken bauen und eine Region beleben kann und nicht nur Konflikte erzeugen muss“, so Andres Kuhn.

„Kirchentage sind Mitmachfestivals. In Dortmund haben wir so viele interaktive und partizipative Elemente wie noch nie und dies zeigt sich auch stark im Kulturprogramm“, betonte Julia Helmke zum Ende der Pressekonferenz. „Über 5500 Mitwirkende, davon allein 400 Bläser- und Sängerchöre, viele Mitwirkende aus diakonischen Einrichtungen und als besonderes Highlight in Kooperation mit der Creativen Kirche das Martin Luther King Musical. Sänger*innen bringen sich außerdem beim regionalen Projekt „Der Chor ist der Star“ ein.“