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Viel mehr als nur die Arbeit mit Maurerkelle und Mörtel

Traumberufe im Kreis Unna

Aaron Koppelle lernt das Maurerhandwerk im zweiten Lehrjahr und beweist dabei jeden Tag aufs Neue, dass sein Beruf viele verschiedene Arbeiten umfasst.

28.08.2020, 13:21 Uhr / Lesedauer: 3 min
Zur täglichen Arbeit gehören für Aaron viele verschiedene Aufgaben - zum Beispiel auch das Betonieren. Dazu zählt dann auch die Reinigung der Verschalungs-Elemente.

Zur täglichen Arbeit gehören für Aaron viele verschiedene Aufgaben - zum Beispiel auch das Betonieren. Dazu zählt dann auch die Reinigung der Verschalungs-Elemente. © Florian Starb

Wenn man an den Beruf des Maurers denkt, dann hat man schnell ein bestimmtes Bild im Kopf: ein Arbeiter, der mit Maurerkelle, Mörtel und vielen Steinen zu Werke geht. Stein für Stein setzt sich auf diese Weise dann eine Mauer in unserem Kopf zusammen.

Und natürlich entspricht dieses Bild auch der Arbeitsrealität, allerdings beschreibt es nur einen kleinen Teil der vielseitigen Aufgaben, die tagtäglich auf Aaron Koppelle und seine Kollegen warten. Was genau das bedeutet, zeigt der 23-jährige Dortmunder beim Besuch auf der Baustelle, auf dem sein Ausbildungsbetrieb, Wolf Bauunternehmung in Unna, gerade tätig ist.

Denn von Zement oder Maurerkellen ist an diesem Morgen weit und breit nichts zu sehen, stattdessen kommen schwere Maschinen zum Einsatz. Ein Kollege von Aaron bedient den Radlader, mit dem die schweren Elemente einer Verschalung erst entfernt und dann für den Abtransport vorbereitet werden. Kurz zuvor haben Aaron und die Kollegen hier betoniert.

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Traumberufe: Maurer

Aufgaben gibt es beim Abbau genug zu erledigen: Aaron und ein weiterer Kollege lösen zunächst die Verschraubungen, mit denen die Verschalungen an Ort und Stelle gehalten wurden, anschließend werden die Elemente vorsichtig mit dem Radlader weggehoben. Immerhin soll der frisch ausgehärtete Betonsockel nicht beschädigt werden. Ist dieser Schritt geschafft, ist von Aaron Handarbeit gefragt: Stück für Stück befreit er die Elemente von letzten Betonresten, bevor diese in die Transportgestelle geladen werden. Ein Schaber und ein Handfeger sind hierfür die wichtigsten Arbeitgeräte.

Für den 23-Jährigen ist diese Arbeit Teil eines der Hauptgründe, warum er seine Ausbildung so schätzt. „Ich gehe mit einem guten Gefühl nach Hause, wenn ich weiß, dass ich mit angepackt habe“, ist es für Aaron kein Problem, wenn die Arbeit auch einmal anstrengender ist. Statt sich davon abschrecken zu lassen, legt er seinen Fokus lieber auf andere Dinge, zum Beispiel auf seinen Beitrag zur Entstehung von etwas Neuem. „Man weiß, was man gemacht hat. Wenn ich mit jemandem hier vorbeilaufe und sagen kann, dass ich da mitgeholfen habe, da kann man stolz drauf sein. Das ist das, was mir an dem Beruf Spaß macht“, fasst er einen wichtigen Grund für seine Motivation zusammen.

Ebenso stellt die abwechslungsreiche Arbeit für Aaron einen großen Pluspunkt dar. Mit jedem Projekt und auch teilweise mit jedem neuen Arbeitstag eine andere Aufgabe für ihn bereit hat. „Erst mal bin ich ja Maurer, das heißt natürlich, dass das Mauern zu meinen Aufgaben gehört. Wenn man aber Häuser oder Hallen baut, dann gehört das Betonieren natürlich auch dazu. Decken, Bodenplatten oder wie hier jetzt ein Sockel“, umreißt er die häufigsten Aufgaben in seinem Arbeitsalltag.

Ohne den Einsatz von schwerem Gerät wie Radladern geht es manchmal nicht.

Ohne den Einsatz von schwerem Gerät wie Radladern geht es manchmal nicht. © Florian Starb

Doch damit ist die große Bandbreite an möglichen Herausforderungen noch nicht erschöpft. „Eigentlich machen wir auch alles andere, was sonst auf dem Bau so anfällt – wie Verputzen oder vielleicht auch Estrich legen oder Fliesen. Da ist man als Maurer wirklich breit aufgestellt, aber man hat auch in der Ausbildung die Möglichkeit, dass man in jeden Bereich einmal reinschnuppern kann.“

Angesichts dieser Vielfalt laufen die Arbeitstage auch entsprechend abwechslungsreich ab. Je nach Baustelle beginnt die Arbeit für Aaron mal auf dem Betriebsgelände in Unna oder direkt beim Objekt. Da muss die Zusammenarbeit mit den Kollegen dann gut funktionieren, findet auch Jens Baldauf. Er ist nicht nur Aarons Chef, sondern auch Obermeister der Baugewerbe-Innung Hellweg-Lippe. Ein gutes Teamwork zählt für ihn zu den wichtigsten Grundvoraussetzungen für den Beruf. Doch auch hier spielen natürlich noch mehr Faktoren mit rein. „Man muss Spaß an handwerklichen Tätigkeiten haben. Die Arbeit selbst ist natürlich nicht mehr so wie noch vor 40 Jahren, auch im Baugewerbe entwickeln sich die Methoden weiter. Aber man muss halt handwerklich arbeiten“, erklärt Baldauf. Dafür lockt dann ein breites Spektrum an möglichen Zukunftschancen. „Der Beruf bietet natürlich Perspektiven, um später einmal als Polier oder auch als Meister zu arbeiten.“

Um vor der Ausbildung festzustellen, ob die Arbeit wirklich zu einem passt, empfiehlt Baldauf in jedem Fall aber Praktika oder Ferienjob, die einen guten Eindruck vermitteln.

Das Handwerk in Zahlen und Fakten

  • Im Bereich der Baugewerbe-Innung Hellweg-Lippe gibt es 78 Mitgliedsbetriebe.
  • In den Betrieben lernen 52 Auszubildende alles Wissenswerte für ihr Handwerk. 2019 traten insgesamt 15 Azubis ihre Ausbildung an.
  • Die Ausbildungsdauer beträgt 3,5 Jahre.
  • Die monatliche Vergütung liegt im Baugewerbe-Innung Hellweg-Lippe zu Beginn bei maximal 850 Euro und steigt im zweiten Lehrjahr auf maximal 1200 Euro.
  • Im dritten Lehrjahr sind es maximal 1475 Euro, für das abschließende halbe Jahr steigt die Vergütung noch einmal auf maximal 1580 Euro.
  • Zur Ausbildung gehört neben der Arbeit im Betrieb auch der Besuch der Berufsschule an den Standorten Soest oder Dortmund.
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