Das Datum für die mögliche Rückkehr in den Fußball-Spielbetrieb steht fest. Doch was sagen die Verantwortlichen der Vereine zu den Plänen des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen? © Jens Lukas
Fußball

Brüder kommen von verschiedenen Klubs und heuern bei Castrop-Rauxeler Mannschaft an

Im Fußball ist unumstößlich: Einmal gewinnt man - ein anderes Mal verliert man. Wie auf dem Spielfeld trifft das bei Neuzugängen und Abgängen zu. Ein Klub hat jetzt Brüder gewonnen.

Es gibt Vereine, die für sich in Anspruch nehmen, dass sie „eine große Familie“ seien. Tatsache ist aber natürlich: In einen Klub treffen verschiedene Familien zusammen. Dennoch gibt es im Sport auch Familienzusammenführungen. Wie jetzt in der Fußball-Kreisliga A. Es stehen bald zwei Brüder in einem Team, deren Wege sich in der Vergangenheit trennten und kreuzten.

Nach zwei Absagen jetzt zwei Zusagen

Die Kreisliga-A-Fußballer von Victoria Habinghorst basteln momentan fleißig am Kader für die Saison 2021/22. Dieser wird dann unter dem Namen SG Victoria/SF Habinghorst/Dingen als Spielgemeinschaft in Angriff genommen wird. Musste Victorias Sportlicher Leiter Michael Maurer kürzlich von zwei Kandidaten noch Absagen schlucken, kann er nun zwei Neuverpflichtungen vermelden.

Die Cittrich-Brüder sind im Anflug. Vom Liga-Klassenkameraden VfB Börnig in den Gänsebusch kommt Keeper Tim Cittrich (35 Jahre). Er war schon einmal Habinghorster Torwart. Von Victorias Lokalrivalen SuS Merklinde heuert jüngere Bruder Mike Cittrich (30) an – ein Vollblutstürmer.

Tim Cittrich (l.) und Mike Cittrich sind in der Saison 2021/22 in einem Verein und könnten für die SG SF Habinghorst/Dingen/Victoria zusammen auflaufen. © Volker Engel © Volker Engel

„Tim Cittrich steigt bei uns als Standby-Keeper und Torwart-Trainer ein. Er hält sich selbst aber auch noch soweit fit, dass er zu jeder Zeit einspringen kann, sollte einmal Not am Mann im Tor sein. Tim soll mit seinem Erfahrungsschatz unsere beiden jungen Torleute noch besser machen“, erklärt Maurer.

Als Start-Elf-Spieler im Team der Kreisliga A ist Offensivspieler Mike Cittrich vorgesehen, der laut Maurer „einen Huf wie ein Pferd hat“. Soll heißen, dass der Stürmer über einen strammen Torschuss verfügt.

Beim SuS Merklinde stand Mike Cittrich in dieser Saison bis zum Corona-Lockdown in sechs Spielen fünfmal auf dem Platz. Ein Tor konnte er aber nicht erzielen. Nur beim 1:3 gegen den VfB Habinghorst hatte er gefehlt.

Die Brüder wollen nach Jahren in verschiedenen Vereinen wieder in einem Club vereint sein. Und auch deren Familien möchten sonntags nur noch auf einen Sportplatz gehen. Beide stammten vom SV Wacker Obercastrop, zu dem sie zwischenzeitlich in ihrer Laufbahn zurückkehrten. Torwart Tim spielte auch für Victoria Habinghorst, Eintracht Ickern, DJK Nette und VfB Börnig. Mehr Stationen verbuchte Goalgetter Mike: VfR Rauxel, VfB Waltrop, SV Yeni Genclik, Eintracht Ickern, VfB Börnig, FC Castrop-Rauxel und aktuell SuS Merklinde.

Tim Cittrich weiß zu berichten, dass er und sein Bruder Mike beim VfB Börnig schon einmal in einem Kader standen. Er sagt: „Das war richtig gut, allerdings musste ich damals in der Saison zwischenzeitlich aufhören.“ Jetzt, zum Ende seiner Laufbahn, war es durchaus sein Wunsch, in einem Klub mit seinem Bruder zu sein, so Tim Cittrich: „Ich wohne auch recht nah an der Glückauf-Kampfbahn, in der wir spielen werden.“

„Die Kinder von Tim und Mike Cittrich sind inzwischen alt genug, dass sie miteinander spielen können am Rande der Meisterschaftsspiele“, erklärt Michael Maurer, warum es in der neuen Saison wieder zur Familienzusammenführung der Cittrichs bei Victoria Habinghorst kommt. Pardon: dann SG Victoria/Sportfreunde/Dingen.

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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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