In Hamburg wurde jüngst das 152. Deutsche Derby der Galopper veranstaltet. Seit der Schließung der heimischen Rennbahn im Jahr 1970 gibt es in Castrop-Rauxel Derbys nur noch im Ballsport. © picture alliance/dpa
Meinung

Castrop-Rauxel kann Derby nur noch ohne Pferde – und Kollegen sind ahnungslos

Kollegen-Schelte sollte man vermeiden. Unser Autor ist aber der Meinung, dass seine Mitstreiter das Wort „Derby“ verwenden, ohne das nötige Hintergrundwissen zu haben. Sollten sie aber.

Warum heißt das Fußball-Derby „Derby“, wo doch keine Pferde teilnehmen? Höchstens deren Lungen, wenn ausdauernde Kicker mitspielen.

Ich habe einige Kollegen per WhatsApp nach Bedeutung und Ursprung von „Derby“ gefragt. Sie benutzen die Vokabel ja alle. Erschütternd, aber keiner weiß es. Manche sagten: „Gute Frage! Weißt du’s?“ Andere: „Da gibt’s ´ne Stadt in England.“

Einer wusste: „Ich hab’s mal gelesen. Lustige Geschichte.“ Ich: „Und?“ Er: „Hab‘ sie vergessen.“ Im Internet habe ich dann die passende Anekdote gefunden: Der 12. Earl of Derby wollte 1780 ein lokales Pferderennen veranstalten. Weil sich auch Sir Charles Bunbury als Namensgeber für den Wettbewerb empfahl, entschied ein Münzwurf. So gewann Derby das erste Derby. Was das mit Fußball zu tun hat? Keine Ahnung.

Dass Derbys im Fußball „ihre eigenen Gesetze haben“, ist ja hinlänglich bekannt. Nicht selten werden sie dominiert von übertriebener Härte und enden oft mit einem Überraschungssieg.

Zumindest was die Überraschung angeht, hat das Castrop-Rauxeler Testspiel-Derby am Freitag vor dem dritten Juli-Wochenende zwischen der Spvg Schwerin und dem SC Arminia Ickern, mit dem bemerkenswert deutlichen 9:2 der Spvg das gehalten, was man sich von solch einem lokalen Duell verspricht.

Und: Ross und Reiter – um im Pferdesport-Bild zu bleiben – sind auch bekannt: Die Kicker vom Grafweg haben bewiesen, dass sie die bessere Pferde-Lunge hatten, um die Partie zu gewinnen – auch ohne das Zutun eines adeligen Sponsors aus englischen Landen.

Übrigens: Bis 1970, als die Rennbahn in Castrop geschlossen wurde, konnte auch die Europastadt auch Derby mit echten Pferde-Lungen.

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Lokalsport Castrop-Rauxel
Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises).
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