In Castrop-Rauxel lassen die Vereine die Trikots ihrer Mannschaften nicht nur mit spezifischen Nummern, sondern auch mit Spielernamen bedrucken. Damit hat ein Klub aufeghört. © Jens Lukas
Fußball

Castrop-Rauxeler Fußball-Klub bleibt auf Ladenhüter sitzen

Ladenhüter kennt jeder Geschäftsmann. Einen Ladenhüter hat aber auch ein Castrop-Rauxeler Fußball-Verein im Schrank liegen: ein noch nie getragenes Trikot. Warum? Wir haben nachgehakt.

In jedem Geschäft gibt es sie, die Artikel, die wie Blei in den Regalen liegen. Die so genannten Ladenhüter. Über einen gesenkten Preis wird versucht, sie doch an den Mann oder die Frau zu bringen. Manchmal erfolgreich.

Rückennummer und Name von Spieler, der nie spielte

Für Bezirksligist Spvg Schwerin ist das an den Mann bringen eines seit Jahren im Schrank liegenden Trikots nicht mehr möglich. Dieses Shirt ziert neben der Rückennummer nämlich auch der Name eines Spielers, der nie bei der Spvg gelandet ist.

Schwerins Geschäftsführer Peter Wach erzählt: „Ahmet Caki sollte dieses Trikot bekommen. Es hat die Rückennummer 40 und ist beflockt mit dem Namen von Caki. Der ist dann aber trotz fester Zusage bei uns auf dem letzten Drücker wieder abgesprungen und beim FC Frohlinde geblieben.“ Seitdem liegt das Caki-Trikot bei der Spvg Schwerin ungetragen im Schrank.

Schwerins Geschäftsführer Peter Wach hat das Trikot von Ahmet Caki im Schrank gefunden. Der Spieler trug es nie. © Jens Lukas © Jens Lukas

Aber nicht nur diese Geschichte ist Schuld daran, dass Peter Wach sagt: „Nicht mehr mit mir. Bei uns wird es keine Trikots mehr mit den Namen von Spielern geben.“ Ein gebranntes Kind scheut eben das Feuer.

Das Caki-Missgeschick ist aber nicht der alleinige ein Grund, warum bei auf dem Schweriner Berg die Trikots nicht mehr mit den Spieler-Namen beflockt werden. Ein weiterer ist: „Es gibt den ein oder anderen Spieler, der sonntags sein Trikot daheim vergisst. Wenn ein Meier dann als Schulze über den Platz läuft, ist das irritierend“, so Funktionär Wach.

Wenn es allein nach Peter Wach ginge, würden Schwerins Trikots ohnehin wie einstmals üblich, je nach Kadergröße, von der 1 bis 23 fortlaufend durchnummeriert. „Einige der heutigen Spieler möchten aber unbedingt Lieblingsnummern wie 88 oder 77 auf ihren Trikots haben – und bekommen sie dann auch.“ Bei der Nummer 99 ist aber Schluss mit lustig – vor dreistelligen Zahlen auf dem Shirt hat der Verband einen Riegel geschoben.

Trotz aller Wünsche der Spieler, hält sich der Nummernsalat bei der Spvg Schwerin in engeren Grenzen. Warum es Ausreißer wie bei Nico Bothe (39) oder Nico Drabinski (45) gibt, die sich unbedingt diese Trikot-Nummern gewünscht hätten, weiß Peter Wach indes nicht wirklich.

Zwei Trikotsätze pro Saison hat Bezirksligist Spvg Schwerin – einen für daheim, den zweiten als farbliche Ausweichkleidung bei Auswärtsspielen. „Wenn wir nach Huckarde oder Waltrop fahren, kennen wir deren Trikot-Farben und tragen farblich andere Trikots“, so Wach. Es gebe aber auch Vereine, die es extra darauf anlegten, dass sich die Spieler noch einmal umziehen müssten, weil die Farben zu ähnlich seien, hat Wach schon erlebt.

Eine Rückennummer die nicht mehr vergeben wird, weil eine Vereins-Legende sie einmal getragen hat, gibt es bei der Spvg Schwerin nicht. Dazu sagt Peter Wach: „Wir spielen im unteren Amateurbereich – da ist solch ein Hokuspokus überflüssig. Das überlassen wir lieber den Profiklubs.“

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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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