In den vergangenen Monaten waren die Vereine wegen der geschlossenen Sportstätten zumeist lahmgelegt. Da es kein Sportangebot gab es die Idee, keine Mitgliedsbeiträge zu erheben. Das kann zum Eigentor werden. © Andreas Leistner
Schwimmen

Castrop-Rauxeler Klub legt Mitgliedsbeitrag neu fest: 50 Cent

Sportvereine haben sehr stark unter der Corona-Pandemie zu leiden. In den vergangenen 14 Monaten waren den Vereinen durch Lockdowns mehrfach die Hände gebunden.

Für 50 Cent bekommt man heutzutage nicht mehr viel – auf keinen Fall ein belegtes Brötchen. Umso bemerkenswerter ist es, dass ein Castrop-Rauxeler Sportverein jetzt festgelegt hat, seinen Mitgliedsbeitrag pro Quartal auf eben 50 Cent zu reduzieren. Dabei war die Gebühr vorher schon fair.

Ausbildung und Wettkampf sind zu gleichen Teilen wichtig

Der SV Poseidon Castrop-Rauxel stand mit seinem Namen in Normalzeiten für Wettkampfsport und die Schwimmausbildung von Kindern. Die Corona-Pandemie hat ab Oktober 2020 alle Aktivitäten gestoppt – zum zweiten Mal. Wer seinen Mitgliedern nichts anbieten kann, darf ihnen auch keine Beiträge aufbürden. Das war ein ehrenwerter Gedanke im Klub. Der hatte aber einen Haken: Der SV Poseidon riskierte damit seine Gemeinnützigkeit.

Durch seine Ausbildung macht der SV Poseidon aus Nichtschwimmern nach einer gewissen Zeit Schwimmer. Während des Lockkdowns ging das allerdings nicht. © picture alliance / dpa © picture alliance / dpa

Darauf wurde jetzt reagiert. Am 8. Mai 2021 beschloss eine außerordentliche Online-Mitgliederversammlung, ab dem 3. Quartal 2020 rückwirkend einen Beitrag von 50 Cent einzufordern. Damit ist Genüge getan, um ein gemeinnütziger Sportverein zu bleiben. Und eben das ist wichtig – auch wegen der steuerlichen Vorteile.

Sind die 50 Cent nur ein symbolischer Beitrag – oder muss er in dieser Höhe eingefordert werden? Der Vorsitzende Georg Plempe erklärt: „Wir haben uns schlaugemacht, ob der zu zahlende Betrag eine gewisse Höhe haben muss. Das ist nicht festgelegt – wir hätten auch einen Cent nehmen können.“ Die jetzt beschlossenen 2,50 Euro (für fünf Quartale) in den Jahren 2020 und 2021 seien aber von Jedermann aufzubringen.

Schwimmvereine seien bei den Mitglieds-Beiträgen ohnehin ausgesprochen sozial eingestellt im Vergleich zu vielen anderen Sportarten, so Georg Plempe. Beim SV Poseidon ist in Normalzeiten ein Mitglied mit nur 12 Euro (Erwachsene) im Vierteljahr dabei.

Beim SV Poseidon wird auch das Wettkampf-Schwimmen groß geschrieben. © Volker Engel © Volker Engel

Der Poseidon-Vorsitzende Plempe kann Gutes in Sachen Schwimmausbildung verkünden: „Mit fünf Kindern und einem Schwimmlehrer pro Einheit dürfen wieder Kurse stattfinden im Castrop-Rauxeler Hallenbad. Die Ausbilder müssen einen negativen Corona-Test mitbringen, da sie die Nichtschwimmer auch mal anfassen müssen, um ihnen zu zeigen, wie Schwimmen überhaupt funktioniert.“

In Planung beim SV Poseidon ist der Schwimmausbildungs-Start für den 20. Mai. „In einer Online-Konferenz müssen wir aber noch einige Details besprechen“, so der Vorsitzende. Immerhin wäre das aber wieder ein kleiner Anfang, um aus Nichtschwimmern kleine Schwimmer zu machen.

Von 65 Kindern, die vor dem Corona-Aus beim SV Poseidon angemeldet waren für einen Schwimmkurs, konnte bis jetzt kein Kind tatsächlich Schwimmen lernen. Ehe diese hohe Zahl abgearbeitet sei, werde es schon längere Zeit dauern, weiß der Poseidon-Vorsitzende.

Training läuft nur im Internet

Schlecht sieht es aktuell beim SV Poseidon jedoch bei den Wettkampfschwimmern aus. „Da bleibt es erst einmal beim reinen Online-Training – im Wasser geht noch nichts“, so Georg Plempe. Der Vorsitzende befürchtet, dass sich die lange Corona-Pause negativ auf die Anzahl der Wettkampf-Schwimmer auswirken wird.

Zumal es keine Aussicht auf Schwimm-Meeting-Angebote gibt. „Veranstaltungen sind schon jetzt für den Sommer 2021 reihenweise abgesagt worden“, so Plempe. Er selbst wurde zwar vom Schwimmverband als Kampfrichter für die Ruhr Games am 5. und 6. Juni angefordert. Georg Plempe bleibt aber skeptisch, ob dieser Wettkampf überhaupt stattfinden wird.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
Zur Autorenseite
Avatar

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.