Der FC Castrop-Rauxel (rote Hemden) und die Spvg Schwerin (gelbe Hemden) werden wohl einen Gegner der Saison 2020/21 nicht mehr wiedersehen. © Volker Engel
Fußball-Bezirksliga 9

Ein Klub möchte nicht mehr gegen Schwerin, SG Castrop und FC spielen

Die erste Entscheidung im westfälischen Amateurfußball ist in der zweiten Juni-Woche mit dem 29. August als Saisonstart-Termin gefallen. Jetzt werden Wünsche an die FLVW-Funktionäre herangetragen: für Umgruppierungen.

Die Corona-Inzidenz-Zahlen zwangen am 19. April den Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) dazu, die Saison 2020/21 zu annulliert ohne Auf- und Absteiger. In der Corona-Abbruch-Saison 2019/20 war das anders. Da gab es Aufsteiger, aber keine Absteiger. Was dazu führte, dass die Bezirksliga auf von 12 auf 14 Staffeln vergrößert wurde – und die Teams regional eingeteilt wurden.

Plötzlich spielten Dortmunder mit Münsterländern in einer Liga

Betroffen von den neuen Strukturen war die Bezirksliga-Staffel 9. Die Castrop-Rauxeler Vereine trafen nun auf Gegner aus Dortmund, dem südlichen Münsterland und Witten. Wie sieht es in der neuen Saison aus? „Generelle Veränderungen sind möglich – aber nicht sehr wahrscheinlich“, sagt Klaus Overwien (Waltrop), der zuständige Staffelleiter.

Möchte ein Verein umgruppiert werden, geht das nur über einen offiziellen Antrag. „Bislang liegt mir schriftlich nur ein Antrag des TuS Stockum vor“, so Overwien. Ein verständlicher Wunsch, allein wegen der Wittener Derbys mit TuS Heven, VfB Annen und SV Bommern. „Es müsste in der Bezirksliga 10 aber einen Verein geben, der mit Stockum tauschen möchte“, erklärt Overwien. Als Tauschpartner käme dafür wohl nur die SG Herne 70 infrage.

Klaus Overwien ist Staffelleiter der Bezirksliga 9 mit der Spvg Schwerin, SG Castrop und dem FC Castrop-Rauxel. © Hermann Klingsieck © Hermann Klingsieck

Stockums Abteilungsleiter Frank Richter sagt dazu: „Wir waren schon in der annullierten Saison nicht glücklich darüber, als Aufsteiger nicht mit den Wittener und Bochumer Vereinen in einer Gruppe zu spielen, die wir alle jahrelang kennen.“ Wie Richter sagt, hab er auch schon mit dem Verbands-Fußball-Ausschuss-Vorsitzenden Reinhold Spohn (Herne) persönlichen Kontakt aufgenommen.

„Herr Spohn hat mir erklärt, dass es gut wäre, wenn wir einen Tauschpartner finden würden. Sollte es keinen geben. Aber auch Hoffnung gemacht, dass wir ohne einen Tausch umgruppiert werden könnten.“ Richter will nun versuchen, mit der SG Herne 70 ins Gespräch über einen Staffel-Tausch zu kommen.

Weitere Kandidaten mit einem Umgruppierungs-Wunsch sind im Dreierpack der FC Nordkirchen, SuS Olfen und Union Lüdinghausen, wie Klaus Overwien in mehreren Gesprächen erfahren hat. „Anträge von dort liegen mir aber keine vor.“ Olfen, Lüdinghausen und Nordkirchen seien schon in dieser annullierten Saison nicht glücklich über die Bezirksliga 9 gewesen, weiß Overwien zu berichten.

Kein Geheimnis sei, dass sich diese drei Vereine allein wegen der Mentalität auf den münsterländischen Sportplätzen wohler fühlten als auf den Dortmunder Anlagen, so Overwien. Und das, obwohl die Fahrten nach Epe, Stadtlohn oder Gescher längere sind als nach Castrop-Rauxel und Dortmund.

„Bei den Staffel-Einteilungen müssen wir alle Vereine und deren geografische Lage im Auge haben. Dass dabei nicht alle Wünsche in Erfüllung gehen können, liegt auf der Hand“, so Overwien. Eine Staffel mit 19 Vereinen, eine andere mit nur 15. Das sei eben auch keine optimale Lösung. Beim Jonglieren von links nach rechts blieben Härtefälle nicht aus. „Ich höre aber auch viele Stimmen, dass die Bezirksliga 9 in der neuen Saison in ihrer Zusammensetzung so bleiben soll.“

Diese Kilometer sollten die Teams der Bezirksliga 9 in der Saison 2020/21 fahren. © Nina Dittgen © Nina Dittgen

Wenn der Spielbetrieb in den nächsten zwei Jahren ohne Abbruch oder Annullierung mit einem vermehrten Abstieg ablaufen sollte, geht Klaus Overwien davon aus, dass die Bezirksliga dann „wieder bei alter Sollstärke angekommen ist und von 14 auf 12 Staffeln reduziert werden kann“.

Zum möglichen Abgang des TuS Stockum sagt Michael Wurst, der neue Trainer des FC Castrop-Rauxel: „Wir nehmen es, wie es kommt.“

Tino Westphal, der Coach der SG Castrop, hat da eine detaillierte Meinung. Er sagt: „Ich begrüße das. Ich hätte gerne dafür einen Gegner aus Recklinghausen.“ Geografisch würde sich hier die SG Suderwich anbieten. Ihr Sportplatz im Recklinghäuser Osten ist nur wenige Kilometer von Henrichenburg entfernt.

Westphal trauert dem Status-Quo, den es bis vor zwei Jahren gab, nach. Damals hatten die Castrop-Rauxeler Teams in der Bezirksliga 9 überwiegend mit Recklinghäuser Teams und Walrop sowie jenen aus Gelsenkirchen und Gladbeck zu tun.

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