Dirk Vierhaus, Trainer des FC Frohlinde II, musste seine Schuhe schüren. © Jens Lukas
Fußball

FC Frohlinde II: Es war nur großes Verletzungspech – und keine Spieler-Revolte

Wenn sich bei einem Fußball-Team von einem auf dem anderen Spieltag die Aufstellung fast komplett verändert, beide Trainer mitspielen und der Stammkeeper im Feld kickt, macht das hellhörig.

Der FC Frohlinde II wartete am zweiten Spieltag mit keiner alltäglichen Aufstellung auf im Kreisliga-A-Spiel beim BV Herne-Süd (0:3). Im Gegensatz zum Saisonauftakt gegen den SV Holsterhausen (0:3) stand beim FC Frohlinde II eine völlig andere Startelf auf dem Platz – Auswechselspieler gab es offiziell keine.

Was war los? Gab es beim FC Frohlinde II etwa eine interne Spieler-Revolte? Immerhin lässt sich so etwas vermuten, wenn die Trainer Dirk Vierhaus (er hatte für sich ausgeschlossen, wieder zu spielen) und Sven Körhölz in der Aufstellung auftauchen, der Stammkeeper Max Brandenburger im Feld kickt, und nur noch drei weitere Spieler vom Vorsonntag mit dabei sind.

Trainer Vierhaus gibt jedoch Entwarnung: „Es gibt bei uns keine Spieler-Revolte. Wir hatten das Pech, dass neun Spieler verletzt waren – weitere sind noch im Urlaub. Aus dem Landesliga-Kader konnte kein Spieler zu uns runterkommen, da es dort auch Verletzungsausfälle gab.“ Am Sonntag (12. September) würde im Heimspiel gegen Zoguldagspor Bickern (13 Uhr) personell alles wieder besser aussehen, versichert Vierhaus.

Der Torwart musste vom Feld ins Tor, damit der andere Torwart ins Feld konnte

Er selbst werde gegen Bickern nicht mehr spielen. „Es war zwar mal schön, sich wieder richtig auszupowern – ich muss das aber nicht öfter haben“, so Vierhaus. Alle neun verletzten Spieler seien in Herne-Süd zur Unterstützung mit auf dem Sportplatz gewesen. Einer von ihnen habe sogar angeboten, im Tor auszuhelfen, wenn nichts mehr ginge. Vierhaus: „Das werden wir schön sein lassen, habe ich ihm gesagt.“

Damit für den allergrößten Notfall der FC Frohlinde II überhaupt Spieler zum Auswechseln hatte, sind zwei Mann aus der Dritten mitgefahren. Darunter Torwart Laurenz Hauck, der bitter nötig wurde. Die Trainer mussten zur zweiten Halbzeit auf dieser Position nämlich einen Wechsel vornehmen. Keeper Danny Seck hatte Knieprobleme – Brandenburger musste vom Feld zurück und in die Bude beordert werden. Hauck sprang als Feldspieler ein.

„So etwas habe ich in meiner gesamten Fußball-Laufbahn nicht erlebt, dass in einem Spiel drei Torhüter spielen mussten“, so Vierhaus. Umso erstaunlicher ist es, dass der FC Frohlinde II beim BV Herne-Süd nur eine 0:3-Niederlage kassiert hat – mit zwei Toren erst in der 75. und 80. Minute. Zumal sich Trainer Vierhaus sicher ist: „Holsterhausen und Herne-Süd werden ganz oben mitspielen.“

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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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