Ein Trainer einer Castrop-Rauxeler Mannschaft vermisst Training und Spiel. © Volker Engel
Fußball

Fußballverrückter Trainer kann sich an letzten Einsatz nicht mehr erinnern

Eine Castrop-Rauxeler Mannschaft wurde vor der Saison 2020/21 als Zukunfts-Projekt zusammengestellt. Dieses Unternehmen ist durch den Lockdown gestoppt - und der Trainer ist verzweifelt.

Die Castrop-Rauxeler Fußballer-Zunft ist in der Saison 2020/21 in acht Ligen mit 29 Mannschaften vertreten: Von der Westfalenliga bis hinunter in die Kreisligen C der Kreise Herner/Castrop-Rauxel und Recklinghausen. Eines der Teams ist quasi runderneuert in die Spielzeit gegangen. Mit sehr vielen Neuzugängen und einem Coach, der als Rückkehrer ein Zukunfts-Projekt angehen wollte.

Unterbrechung kam nach sechs Spielen

Sechs Spiele hat der SC Arminia Ickern II in der Kreisliga C2 Herne/Castrop-Rauxel bestritten – dann wurde die Saison unterbrochen. Trainer Thorsten Zwolinski selbst bezeichnete sich im Sommer bei seinem Wechsel von Teutonia/SuS Waltrop zu Arminia Ickern II als „Fußballverrückter”. Umso schlimmer muss die Zeit des Nichtstuns in der Corona-Pandemie für den Castrop-Rauxeler Trainer sein. „Ich weiß schon gar nicht mehr, wann wir zuletzt gespielt haben”, fragte sich Thorsten Zwolinski rückblickend auf die Saisonunterbrechung Ende Oktober.

Thorsten Zwolinski ist aus Waltrop zum SC Arminia Ickern zuürckgekehrt und trainiert hier die zweite Mannschaft. © Volker Engel © Volker Engel

Der Trainer sprüht vor Zuversicht

Sein Projekt, den C-Kreisligisten Arminia II zeitnah in den oberen Tabellenbereich oder sogar in die Kreisliga B zu führen, wurde jäh gestoppt. „Aber ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Sollte es in diesem Jahr nicht klappen, dann versuchen wir halt in der kommenden Saison, den Aufstieg in die Kreisliga B zu schaffen”, sprühte Zwolinski nur so vor Zuversicht.

Das vorerst letzte Spiel – ein 10:2 gegen den Tabellenführer

Eigentlich hätte Thorsten Zwolinski allen Grund, das letzte Spiel nicht so schnell zu vergessen. Denn am 25. Oktober sorgte Arminia Ickern II für die Sensation des Spieltages. 10:2 hieß es am Ende der 90 Minuten – Gegner war kein Geringerer als Tabellenführer ASC Leone II.

Sechs Spiele haben die Ickerner in der kurzen Saison bislang absolviert: drei Niederlagen, drei Siege. Unterm Strich macht das Platz sechs. Kurioserweise kassierte die Arminia alles drei Niederlagen auf Ascheplätzen. „Damit kommen wir einfach nicht zurecht, wir trainieren und spielen auf Kunstrasen. Wir sind sehr passsicher, was für die Kreisliga C ziemlich untypisch ist”, erklärte der 44-Jährige.

Offensive glänzt – 25 Tore in sechs Spielen

Der herausragende Mannschaftsteil der Arminia ist die Offensive. Das Torverhältnis von 25:11 spricht für sich. Das junge, neuformierte Team habe die Erwartungen klar erfüllt, so Zwolinski: Bei der 3:4-Niederlage bei Trabzonspor Herne II sei man verpfiffen worden, in Pöppinghausen habe man schon 2:0 geführt, am Ende noch 2:3 verloren. Beim Saisonauftakt beim ETuS Wanne II sei man klar besser gewesen, habe aber „ziemlich blöd” mit 0:1 verloren.

Trainer verlängert per Telefon um ein Jahr

Da niemand weiß, wie und wann die Saison weitergeht, plant Zwolinski bereits für die Spielzeit 2021/22. Seinen Vertrag habe er im Gespräch mit Toni Weiss, dem 2. Vorsitzenden, am Telefon verlängert, erzählt der Coach: „Warum sollte ich auch wechseln. In Ickern stimmt alles.”

Auch seine Mannschaft bleibt komplett zusammen. „Deshalb sind wir auch nicht auf der Suche nach Neuzugängen, wir haben einen guten Kader und wollen nächste Saison oben mitspielen”, so die klare Ansage des Trainers.

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Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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