Mischte im Testspiel mehrmals die gesamte Abwehr des Landesligisten TuS Haltern II auf: Philip Wielsch (am Ball), Youngster des Westfalenligisten SV Wacker Obercastrop. © Jens Lukas
Fußball-Westfalenliga

Hat Obercastrop ein Juwel, das der Wacker-Messi werden kann?

Erfahrung sammeln sollen ein halbes Dutzend Youngster im Westfalenliga-Kader des SV Wacker Obercastrop. Ein Spieler verblüffte die Fans im Spiel gegen TuS Haltern II. Reift da ein Wacker-Messi heran?

Am zweiten Juli-Sonntag nahm das Testspiel des Westfalenligisten Wacker Obercastrop gegen den Landesligisten TuS Haltern II (3:0) so richtig erst in der zweiten Halbzeit Fahrt auf. Goalgetter Elvis Shala hatte mit seinen zwei trickreichen Toren Anteil daran. Weitere routinierte Obercastroper sorgten für Beruhigung und Beschleunigung des Spiels. Ein auffälliger Aktivposten war allerdings ein Youngster.

Vorlage zum 3:0 von Robin Franke

Der Wirbelwind, der die Wacker-Fans in einigen Szenen verblüffte, war Philip Wielsch. Er eroberte im Mittelfeld einige Bälle, brach mit Doppelpässen oder Sololäufen nach vorn durch und beschwor Torgefahr herauf. Wie etwa beim Tor zum 3:0-Endstand von Robin Franke, der von einer Wielsch-Vorlage profitierte.

Bei den Zuschauern brannten sich auch Szenen ins Gedächtnis ein, in denen die Halterner bei Versuchen, Wielsch zu foulen, keinen Zugriff bekamen oder im Erfolgsfall mitansehen mussten, wie der Youngster sich im Fallen fing und weiterlief.

Sammelt Erfahrung im Westfalenliga-Kader von Wacker Obercastrop: Philip Wielsch. © Jens Lukas © Jens Lukas

Co-Trainer Steffen Golob, der den urlaubenden Chef-Coach Aytac Uzunoglu am Spieltag auf der Bank vertrat, gefiel die Wielsch-Vorstellung sichtlich. In der Rückschau sagte er: „Philip hat den Vorteil, dass er sich wenig Gedanken darüber macht, was er tun soll und was er machen möchte.“ Er sei beidfüßig beschlagen und könne alle seine Ideen in hohem Tempo umsetzen.

Golob tritt aber auch auf die Euphoriebremse für all jene, die glauben, dass die Wackeraner einen kleinen Messi gefunden hätten. Er betont: „Das ist alles nur ein Momentum. Es wird auch für ihn andere Situationen und Spieltage geben. Der Weg, sich auf dem Niveau der Mannschaft zu etablieren ist lang.

Philip Wielsch genieße im Kader ebenso Welpenschutz wie die weiteren, aufrückenden A-Junioren-Kreisliga-Spieler, die in den Kader ersten Mannschaft berufen wurden: Dawid Lewandowski, Marc Schatterny, und Tim Böing. Steffen Golob wünscht sich von dem Quartett, dass sich jeder verbal deutlich mehr bemerkbar macht. Zudem müssten die Vier noch das taktische 4-4-2-Korsett samt Pendelarbeit zwischen den Mannschaftsteilen mehr verinnerlichen.

Gegen Haltern habe sich Philip Wielsch das Lob der routinierten Spieler redlich verdient hat. Golob erklärt: „Und jetzt ist es unsere Aufgabe, keinen Hype um und bei Philip aufkommen zu lassen.“

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Lokalsport Castrop-Rauxel
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