Mit dem VfB Habinghorst spielte Marc Olschewski (r.) in der Landesliga unter anderem beim SV Sodingen. © Jens Lukas
Sportgeschichte

Marc Olschewski spielte nur in Castrop-Rauxel – mit Ausnahme von zwei Stippvisiten

Wenn es einem Fußballer in der Heimatstadt gefällt, warum soll er sie dann verlassen? So verlief die Laufbahn von Marc Olschewski, der nun auch als Trainer in Castrop-Rauxel arbeitet.

Schon im Alter von vier Jahren hat er bei der SG Castrop angefangen, dem Fußball hinterherzurennen. Damit ist es aktuell weniger geworden. Ohne Fußball kann Marc Olschewski trotzdem nicht.

Ein Kreuzbandriss stoppte seine fußballerischen Aktivitäten. Da war er 34 Jahre alt – und Spielertrainer beim VfB Habinghorst vor dem Aufstieg in die Kreisliga A. Heute zählt er 37 Lenzen und ist nur noch Trainer in diesem Verein. „Wenn das mit dem Kreuzbandriss nicht gewesen wäre, würde ich wohl noch immer auf dem Sportplatz herumlaufen“, sagt Marc Olschewski.

Olschewski war ein guter Tennisspieler

Gab es im Sport überhaupt eine Alternative zum Fußball? „Tennis habe ich recht gut gespielt – sogar ein paar Turniere gewonnen. Im Grunde gab es für mich aber nur Fußball, Fußball und nochmal Fußball“, so Olschewski. Als Knirps haben er und der spätere Profi Marc Kruska gemeinsam auf dem Platz des VfR Rauxel gepöhlt. Beim VfB Habinghorst hat sich dieser Kreis dann geschlossen: Olschewski ist Trainer. Kruska ist sein Spieler.

Bis zur C-Jugend kickte Klein-Marc bei der SG Castrop. Von dort ging es wegen der besseren sportlichen Perspektive zur Spvg Schwerin. „Das war die glorreiche Schweriner Zeit im Jugendfußball.“ Mit der C-Jugend sei die Aufstiegsrunde zur Bezirksliga zwar vergeigt worden, mit der B-Jugend seien sie aber in die Bezirks- und Landesliga aufgestiegen. Und später mit der A-Jugend in die Bezirksliga, erinnert sich Marc Olschewski gerne an diese Erfolge.

Gerne bei den Hallenstadtmeisterschaften spielte Marc Olschewski (l.), hier für die Spvg Schwerin gegen den VfB Habinghorst. © Volker Engel © Volker Engel

Trotzdem preschte er im ersten A-Jugend-Jahr für eine Saison über die Stadtgrenze hinaus – zur Teutonia SuS Waltrop. Die erste der beiden einzigen Olschewski-Stippvisiten in einer Nachbarstadt. Der Grund: „Teutonia spielte mit der A-Jugend in der Westfalenliga.“

Als A-Jugend-Altjahrgang kehrte er heim zur Spvg Schwerin. Auch für diese Rolle rückwärts gab es einen triftigen Grund. „Ich durfte in Schwerin als A-Jugendlicher bei den Senioren mittrainieren und dort auch spielen.“ Das aber nur sporadisch im rechten Mittelfeld und als Flankenläufer. Durch diese Spiele hatte Olschewski aber früh den Fuß in der Tür zum Seniorenfußball. „Genau so wollte ich das haben.“

Schon als A-Jugendlicher durfte Marc Olschewski bei den Senioren der Spvg Schwerin mitspielen. © Jens Lukas © Jens Lukas

Mit Erfolg: Der A-Jugend entsprungen fasste der 18-Jährige sofort Fuß im Seniorenfußball, und schoss im ersten Jahr gleich 20 Tore in der Bezirksliga. Mit 20 Jahren zog es Olschewski zum VfB Habinghorst, mit dem er in der Saison 2006/07 in die Landesliga aufstieg – nach einer Saison ohne Niederlage. „Wir hatten insgesamt sogar in über 40 Spielen nicht verloren.“

Den zweiten Fußball-Ausflug in eine andere Stadt unternahm er als Senior im Jahr 2008 – für sechs Monate vom VfB zu Mengede 08/20. Und im Dezember retour nach Habinghorst.

Jürgen Klahs lockte Olschewski zurück nach Schwerin

Aber wie das im Fußball so ist: Auf gute Zeiten folgen oft schlechte Zeiten. „Wir sind nach vier Jahren sang- und klanglos aus der Landesliga abgestiegen“, bedauert Olschewski. Der leider kürzlich viel zu früh verstorbenen Trainer Jürgen Klahs lockte den Mann mit der Nummer 10 auf dem Trikot zurück zur Spvg Schwerin. „Wir wurden Vizemeister in der Bezirksliga. Mit Andre Sawatzki und Ricardo Neumann spielten geniale Fußballer in diesem Team.“

Auf dem Schweriner Berg erfolgte alsbald ein personeller Umbruch. „Es kamen einige Spieler, die kein Bezirksliga-Format hatten“, so Olschewski. Dazu gesellte sich Ärger mit Trainer Thomas Faust. Der setzte seinen Kapitän in einem Spiel mal nur mal so auf die Bank – und wechselte Olschewski als weitere Höchststrafe in der 93. Minute ein. „Am Montag hat der Trainer mich dann komplett suspendiert.“

Dennis Hasecke („Mit ihm habe ich mich immer top verstanden“) lockte Marc Olschewski zur SG Castrop. In der dritten Saison feierte er dort den Aufstieg in die Bezirksliga. Da buhlte der VfB Habinghorst schon um ihn – winkte mit einem Vertrag als Spielertrainer. „Ich war 34 Jahre alt und musste nicht lange überlegen.“ Als der erwähnte Kreuzbandriss folgte, hielt der VfB zu ihm. Marc Olschewski selbstkritisch: „Als Trainer lief es eigentlich recht gut für mich – wenn man von dieser gerade wegen Corona annullierten Saison absieht.“

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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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