Sebastian Clausen (Mitte), der Trainer der HSG Rauxel-Schwerin, kann personell mit jeder Menge Verstärkungen für seinen Kader sowie jenen der zweiten Mannschaft rechnen. © Volker Engel
Handball

Trotz Corona-Einschränkungen: Es ist Leben in der Bude bei den Handballern

Die HSG Rauxel-Schwerin und der TuS Ickern planen die neue Handball-Saison. Wann immer sie auch beginnt. Die Gespräche über die Kaderplanungen laufen auf Hochtouren. Mit Erfolg.

Handballer trifft die Corona-Pandemie besonders hart. Wenn man es vereinfacht darstellen möchte, dann so: Sie haben als eine der ersten Sportarten die Saison abgebrochen (Anfang Oktober 2020 ) und werden – wenn alles gut geht – als eine der letzten Sportarten die neue Saison 2021/22 wieder beginnen.

„Wir hoffen auf den September oder Oktober“, sagten sowohl Sebastian Clausen, Trainer der HSG Rauxel-Schwerin (Landesliga), als auch Ralf Utech, Coach des Bezirksligisten TuS Ickern. Bis zu diesem Zeitpunkt üben sich die Castrop-Rauxeler Handballer in Konditionstraining im Wald und in der Neubesetzung ihrer Mannschaften.

Wenig Konkretes in Sachen Aufstiegsrunde und Liga-Pokal

In der abschließenden April-Woche hat Clausen in seiner Rolle als HSG-Vorstandsmitglied an einer Video-Konferenz des Handball-Verbandes Westfalen teilgenommen. Es ging um eine mögliche Aufstiegsrunde und das Ausspielen einer freiwilligen Pokalrunde. Der Pokal hat jedoch keinen sportlichen Wert.

„Alles war noch sehr schwammig. Wir warten einfach ab, was passiert“, so Clausen. Diskutiert wurde auch die Mindest-Vorlaufzeit, die Vereine zur Saison-Vorbereitung benötigen, bevor wieder los geht. „Im Schnitt waren das vier Wochen. Diese werden wir auch benötigen, um das Verletzungsrisiko zu minimieren. Die Jungs laufen zwar im Wald, dazu kommt noch unser Training über Zoom. Aber handballtechnisches Training ist da nicht möglich“, erklärte der HSG-Coach: „Trotz aller Einschränkungen, bei uns ist Leben in der Bude“.

Sollte Freiluft-Training wieder erlaubt sein, Training in der Halle aber noch nicht, will Clausen mit der Stadtverwaltung sprechen, ob man nicht auf städtische Tartan-Plätze neben den örtlichen Gymnasien ausweichen könne.

Entsprechend positiv ist Sebastian Clausen in Sachen Kader-Bildung unterwegs. Was eventuelle Neuzugänge betrifft, sei er in guten Gesprächen, so Clausen: „Und bis auf Michel Neuhaus, der beruflich nach Süddeutschland muss, haben mir alle Spieler der ersten und zweiten Mannschaft sowie alle A-Jugend-Spieler zugesagt.“

Auch Ralf Utech, der Trainer der in die Bezirksliga aufgestiegenen Handballer des TuS Ickern, ist optimistisch. „Wir haben zwar keine Neuzugänge, aber auch keinerlei Abgänge. Das ist sehr erfreulich“, so Utech, „und spricht für die hohe Identifikation mit dem Verein. Alle haben Bock darauf, bei uns wieder Handball zu spielen.“ Der TuS-Trainer unterstreicht, dass Neuzugänge in Zeiten von Corona absolut kein Thema gewesen seien: „Wenn alle dabei sind, sind wir auf allen Positionen doppelt besetzt. Das sollte genügen.“

Abhaken muss nunmehr Ralf Utech, der Trainer des Bezirksliga-Aufsteigers TuS Ickern, die Saison 2020/21. © Volker Engel © Volker Engel

Utech: „Die Jungs sind fast alle zwei Meter groß und haben Bock auf Handball“

Und noch etwas macht Utech Mut. Die Eigenmotivation seiner Jungs. „Ich brauche da gar keine Hausaufgaben aufzugeben oder betteln, dass sie was machen sollen.“ Insbesondere die jungen Spieler seien fit und absolvieren schon aus Langeweile reichlich Lauftraining.

Die Eigengewächse des TuS Ickern sind nach Aussage von Utech schon ganz heiß, dass es wieder losgeht: „Sie haben richtig Bock, endlich einmal bei den Senioren zu spielen.” Dass die ehemaligen Junioren eine Verstärkung darstellen, darin ist sich Utech sicher: „Das habe ich noch nie so erlebt. Gefühlt sind die Jungs alle zwei Meter groß und bringen ideale körperliche Voraussetzungen mit.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt