Wickedes Markus Scherff war im Dezember 2020 bei uns im Videostudio zu Gast. © Screenshot: Kisker

Wickede-Abgang Markus Scherff: Castrop-Rauxel ist nicht die letzte Ausfahrt

Markus Scherff hat nicht mehr in der Bezirksliga gekickt, seitdem er 14 Jahre alt ist. Der Fußballer spielte nur in höheren Amateurligen. Nun will er helfen, den Bezirksligisten FC Castrop-Rauxel zu puschen.

Der fußballerische Weg von Markus Scherff ist gepflastert mit Namen von höherklassigen Amateurvereinen. Wie etwa DSC Wanne-Eickel, TuRA Rüdinghausen, SV Herbede, Westfalia Rhynern, TuS Ennepetal, Kirchhörder SC, Concordia Wiemelhausen – und zuletzt Westfalia Wickede.

Michael Wurst lotste Scherff zum Fuchsweg

Die Jahre sind dabei ins Land gezogen. Techniker Markus Scherff ist inzwischen 35 Jahre alt und soll in der Saison 2021/22 dem Bezirksligisten FC Castrop-Rauxel möglichst Flügel wachsen lassen mit seinen fußballerischen Fähigkeiten. Der neue Trainer Michael Wurst (zuletzt FC Frohlinde) zog ihn zum Verein am Fuchsweg.

Scherff und Wurst sind befreundet seit einer gemeinsamen Fußballer-Vergangenheit bei TuRA Rüdinghausen, dem Wittener Stammverein von Markus Scherff, der aktuell nur noch in der Kreisliga A spielt. Beim FC Castrop-Rauxel schließt sich nun der Kreis: Für Wurst als Trainer – und Scherff als Leitwolf auf dem Sportplatz.

Beim Westfalenligisten Westfalia Wickede hat Markus Scherff in der annullierten Saison 2020/21 gespielt. „Ich wollte immer so hoch spielen wie es geht“, sagt der Fußballer. Und auch: „Wenn ich ein Projekt angehe, dann immer mit voller Kraft – halbe Fahrt gibt es bei mir nicht.“

Für die Zeit beim FC Castrop-Rauxel hat Scherff seine Ambitionen bereits formuliert: „Ich will um den Aufstieg mitspielen.“ So etwas hört der Vorsitzende Uwe Blase bestimmt gerne. Zumal der FC für den 35-Jährigen laut eigener Aussage nicht die letzte Ausfahrt vor dem Karriere-Ende ist. „Westfalia Wickede wollte, dass ich bleibe“, so Scherff. Bei der Verabschiedung seien beim Dortmunder Westfalenligisten alle enttäuscht gewesen, dass er tatsächlich gehen würde.

Vier Start-Elf-Einsätze hatte Scherff bis zum Corona-Lockdown bei Westfalia Wickede in sieben Spielen. Beim 0:6 gegen den SV Sodingen war seine Saison jedoch beendet durch eine Knieverletzung. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er drei Tore geschossen und zwei Tor-Vorlagen gegeben. Eine gute Quote. Zumal Wickede nicht zu den Besten der Besten in der Westfalenliga gehörte.

Zu seiner Knieverletzung merkt Markus Scherff an: „Durch die lange Lockdown-Pause ist alles ausgeheilt. Wenn wir wieder trainieren dürfen, bin ich vollkommen fit.“ Neben dem FC und Wickede wäre in der nächsten Saison eine weitere Scherff-Option sein Heimatklub Rüdinghausen gewesen: „Ich wohne 500 Meter vom TuRA-Platz entfernt – mein Vater ist dort der Gesamtvereins-Vorsitzende.“

Letztlich hat Michael Wurst aber gute Überzeugungsarbeit geleistet und ihn doch zum FC Castrop-Rauxel gelotst. Selbst wenn der 35-Jährige quasi noch nie in der Bezirksliga gekickt hat, weiß er doch, dass „dort Jungs spielen, die gute Fußballer sind“. Ein gewisser Respekt vor dem Betreten des Niemandslandes ist also vorhanden. Mehr aber nicht: „Ich denke, dass ich in dieser Liga eine gute Rolle spielen kann.“

Fahrgemeinschaft mit dem Trainer

Die ständige Fahrerei von Witten nach Castrop-Rauxel schreckt Scherff nicht. Im Gegenteil: „Gemessen an dem, was ich in den letzten Jahren fahren musste, ist das ein Klacks. Sogar Wickede war eine ganze Ecke weiter.“ Beim Filialleiter einer Hagener Reifen- und Autoteile-Firma liegt die Autobahn nach Castrop-Rauxel quasi vor der Haustür. Zudem kann er mit Michael Wurst, der auch in Witten wohnt, eine Fahrgemeinschaft zum Training und Spiel bilden.

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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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